Healthcare-Robotik · Hersteller-Profil
JEEVES Roboter: Was der Klinik-Serviceroboter von Robotise leistet
Kurz gesagt: Der JEEVES Roboter ist ein autonomer Schubladen-Serviceroboter der Münchner Robotise Technologies GmbH. Er fährt bis zu fünf abschließbare, konfigurierbare Fächer mit zusammen rund 100 Litern durch Kliniken und öffentliche Gebäude, je Schublade bis 45 Kilogramm nach Herstellerangabe, optional gekühlt. In Deutschland lief JEEVES am LMU Klinikum Großhadern — im Forschungs- und Evaluationsprojekt REsPonSe, nicht im flächendeckenden Regelbetrieb. Mit DENSO verbindet Robotise nur eine strategische Partnerschaft, kein Eigentum; der Vertrieb in Deutschland und Österreich läuft über den Partner imrox.
Was der JEEVES-Roboter ist
Sie leiten ein Haus mit langen Fluren und prüfen, ob ein Serviceroboter dort Wege übernehmen kann. JEEVES ist für diesen Fall ein fahrender Botengang auf Rädern, der Güter durch Kliniken und öffentliche Gebäude transportiert, ohne dass jemand ihn schiebt. Statt eines Greifarms hat er Schubladen, bis zu fünf abschließbare Fächer, die sich je nach Aufgabe bestücken lassen. Damit gehört er zur Familie der Serviceroboter, nicht zu den humanoiden Maschinen mit Armen und Beinen.
Der Nutzen ist banal und deshalb stark. In einem großen Krankenhaus tragen Pflegekräfte täglich Wasser, Handtücher, Proben und Kompressen über lange Flure, und jede dieser Fahrten kostet Zeit, die am Bett fehlt. Diese Servicewege soll JEEVES übernehmen, damit das Personal für die Menschen bleibt.
JEEVES ist ein Logistik- und Lieferroboter, kein Assistent, der pflegt oder behandelt. Er reinigt und desinfiziert auch nichts, das übernehmen eigene UV-C-Desinfektionsroboter für Klinikräume. Er bewegt Dinge von A nach B, nichts weiter. Alles, was Sie hier über Reichweite, Traglast oder Dauerbetrieb lesen, sind Angaben des Herstellers Robotise — belegt, aber nicht unabhängig getestet.
Robotise: die Firma hinter JEEVES
Hinter JEEVES steht heute die Robotise Technologies GmbH. Das Impressum von robotise.eu nennt am 5. September 2026 diese Gesellschaft, mit Sitz am Otto-Hahn-Ring 6 auf dem Siemens Campus in München, Registergericht München, Registernummer 277528, vertreten durch Michael Scholvien. Frühere Fassungen dieses Beitrags führten die Robotise AG unter HRB 262463; sie ist nicht mehr die Betreiberin der Herstellerseite. Lediglich der Seitentitel des Impressums trägt den alten Namen noch. Ältere Projektmeldungen schreiben zwar „Robotise GmbH“, verbindlich ist aber das Impressum mit der AG.
Als Gründungsjahr kursiert 2016, mit Johannes Fuchs und Oliver Stahl als Gründern. Diese Angaben stammen aus Sekundärquellen und gehören an der Primärquelle geprüft. Zur Größe heißt es „mehr als 30 Mitarbeitende“, allerdings mit Stand um 2021 — der aktuelle Personalstand ist offen. Für JEEVES gab es einen Red Dot Award für Produktdesign.
Im Umfeld von Robotise tauchen verbundene Namen wie „Olivaw GmbH“ oder „Robotise Technologies GmbH“ auf, und die Struktur ist nicht ganz einheitlich benannt. Verantwortlich für JEEVES ist nach dem Impressum heute die Robotise Technologies GmbH in München.
Die Specs: fünf Schubladen, rund 100 Liter, 45 kg pro Fach
Die Kernidee von JEEVES steckt in seinen Schubladen. Robotise nennt fünf konfigurierbare Fächer mit zusammen bis zu 100 Litern Volumen, jedes Fach trägt nach Herstellerangabe bis zu 45 Kilogramm. Diese 45 Kilogramm gelten pro Schublade, nicht als Gesamtnutzlast des ganzen Roboters — ein Unterschied, den viele Kurzmeldungen verwischen.
Die Werte in der Tabelle sind Hersteller- und Zielangaben von robotise.eu, kein testiertes Messergebnis.
| Merkmal | Wert (Herstellerangabe) | Quelle | Status |
|---|---|---|---|
| Schubladen | 5 konfigurierbare Fächer, PIN-gesichert | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Herstellerangabe |
| Gesamtvolumen | bis 100 L | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Herstellerziel |
| Traglast | bis 45 kg pro Schublade | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · je Fach, nicht Gesamtsystem |
| Optionale Kühlung | Kühlfächer bis 70 L bei 7 °C | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Option |
| Verfügbarkeit / Akku | 24/7-Ziel, bis 8 h, bis 20 km pro Tag | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Herstellerziel, kein Ist-Testat |
| Tempo | Schrittgeschwindigkeit, 360°-Drehung | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Herstellerangabe |
| Maße (Höhe/Gewicht) | 124 cm / ca. 100 kg | robotise.eu/healthcare | PRIMÄR · Herstellerangabe |
Volumen, Traglast, Laufzeit und Reichweite sind Ziele, die Robotise für den Roboter angibt. Höhe und Gewicht stehen dagegen in der Technical-Data-Tabelle der Herstellerseite und sind dort am 6. September 2026 mit 124 Zentimetern und rund 100 Kilogramm ausgewiesen. Einen Verkaufspreis nennt Robotise nicht öffentlich.
Abschließbare Fächer und optionale Kühlung
Die Fächer sind das, was JEEVES für die Klinik interessant macht. Jede Schublade lässt sich per PIN-Code sperren, sodass nur befugte Personen sie öffnen. Robotise beschreibt sie als zugriffsgeschützte, PIN-gesicherte Fächer. Das ist ein Zugriffsschutz nach Herstellerangabe, kein absolutes Manipulationsversprechen.
Bei sensiblen Gütern zählt dieser Schutz. Medikamente, Laborproben oder persönliche Sachen von Patientinnen und Patienten sollen unterwegs nicht offen liegen. Ein PIN-Fach trennt den Transport vom Zugriff. Den Code tippt nur die befugte Person, alle anderen bleiben außen vor.
Für empfindliche Fracht gibt es die Kühloption. Robotise bietet Kühlfächer mit bis zu 70 Litern bei rund 7 °C an. Damit lassen sich gekühlte Proben oder Präparate über den Flur bringen, ohne die Kühlkette am Handwagen zu riskieren. Die Kühlung ist eine Ausstattungsoption, kein Standard jedes Geräts.
Wie JEEVES navigiert: LiDAR, 3D-Kamera, Gebäudekarte

JEEVES findet seinen Weg selbst, ohne Leitlinien am Boden. Dafür kombiniert er einen Laser-Scanner, also LiDAR, mit einer 3D-Kamera und Abstandssensoren, und auf dieser Basis fährt er autonom über eine digitale Karte des Gebäudes. Diese Karten- und Sensornavigation kennen Sie im Prinzip von jedem autonomen mobilen Roboter in der Intralogistik.
Das Tempo bleibt bewusst niedrig. Robotise gibt Schrittgeschwindigkeit an, dazu eine 360°-Drehung auf der Stelle. So passt der Roboter in enge Flure und weicht Menschen aus, statt sie zu bedrängen, was in einem Krankenhaus voller Betten, Rollstühle und Besucher genau der Punkt ist.
Bei der Autonomie ist Vorsicht angebracht. „Autonom“ heißt hier, dass der Roboter seine Route auf der Karte plant und auf Hindernisse reagiert. Es heißt nicht, dass er jede Situation ohne menschliche Aufsicht meistert. Belegt ist die kartenbasierte Navigation, nicht ein störungsfreier Dauerbetrieb über Jahre.
Aufzug, Türen und Klinik-Integration
Ein Roboter, der nur eine Etage bedient, hilft in einer Klinik wenig. JEEVES soll deshalb automatische Türen, Schranken und Aufzüge selbst ansteuern, ohne dass jemand Knöpfe drückt. Nach den vorliegenden Berichten läuft der Aufzugsruf über eine Cloud-Anbindung. Damit erreicht der Roboter theoretisch jede vernetzte Etage.
Robotise wirbt zusätzlich mit einfacher Inbetriebnahme, die Rede ist von „plug and play“ und einem Betrieb ohne bauliche Änderungen am Gebäude. Das ist eine Herstellerangabe, die den Aufwand klein rechnet. In der Praxis hängt viel davon ab, wie modern die Aufzug- und Türtechnik in Ihrem Haus schon ist.
Die Anbindung an die Klinik reicht bis zur Bestellung. Über eine App des Projektpartners Cliniserve konnten Patientinnen und Patienten Serviceanfragen direkt an JEEVES schicken. Der Roboter fügt sich also nicht nur in Gänge ein, sondern in Abläufe. Als konkreter Baustein der Krankenhauslogistik mit AMR ist er damit mehr als ein fahrender Schrank.
24/7 und Akku: Herstellerziel statt Ist-Testat
Robotise nennt 24/7-Verfügbarkeit, bis zu 8 Stunden Akkulaufzeit und bis zu 20 Kilometer Fahrstrecke pro Tag. Das klingt nach Dauerbetrieb, ist aber ein Zielbild des Herstellers. Ein unabhängiges Langzeit-Testat, das diese Werte im echten Klinikalltag bestätigt, liegt nicht vor.
„24/7“ beschreibt, wozu der Roboter ausgelegt ist, nicht was er über Monate nachweislich geleistet hat. Zwischen Auslegung und geprüftem Betrieb liegt eine Lücke, und die bleibt in diesem Fall offen. Diese Trennung zwischen Absicht und Beleg zieht sich durch die ganze Physical-AI-Welt.
Praktisch bedeutet 24/7 vor allem, dass der Roboter laden und weiterfahren kann. Fällt der Akku, dockt er an, statt eine Pause zu erzwingen. Ob er dabei tatsächlich acht Stunden am Stück durchhält, hängt von Last, Strecke und Aufzugswartezeiten ab. Die Zahl ist ein oberer Rahmen, kein garantierter Alltagswert.
Deutschland-Bezug: LMU Großhadern und das Projekt REsPonSe
JEEVES ist in Deutschland real gefahren, und das ist gut belegt. Der Einsatzort war das LMU Klinikum München am Campus Großhadern, konkret die Nuklearmedizin-Therapiestation K0. Dahinter stand das Projekt REsPonSe, kurz für „Robotersystem zur Entlastung des Pflegedienstes von Servicetätigkeiten“. Mitgearbeitet haben das LMU Klinikum, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Cliniserve GmbH und Robotise.
Das Projekt war öffentlich gefördert. Das BMBF unterstützte REsPonSe mit einem Gesamtvolumen von rund 2,16 Millionen Euro. Der Start lag im Februar 2020, die Laufzeit bei etwa drei Jahren, die Pilotphase am Bett ab Mitte 2022. In dieser Phase erledigte JEEVES nach Angaben der Klinik mehr als 300 Aufgaben in drei Monaten.
Die Aufgaben waren handfest und alltäglich. Der Roboter lieferte Wasser, Handtücher, Zahnbürsten und Kühlkompressen auf die Station. Er brachte Proben von der Station ins Labor. Besonders nachts übernahm er Botengänge auf Abruf, die sonst das Personal gelaufen wäre.
Rund um die Uhr oder Evaluation? Die Diskrepanz eingeordnet
Zwei Formulierungen, ein Einsatz. Die LMU-Meldung schreibt, der Roboter sei „rund um die Uhr im Einsatz“. Die REsPonSe-Mitteilung rahmt denselben Einsatz als wissenschaftliche Evaluation im laufenden Klinikbetrieb. Beides beschreibt dieselbe Phase — einen produktiven Test am echten Patientenbetrieb, keinen deutschlandweiten Regelbetrieb.
„Rund um die Uhr“ liest sich wie eine feste Klinik-Flotte im Alltag. „Evaluation“ sagt, dass man den Roboter erprobt und wissenschaftlich begleitet hat. Beide Sätze stimmen, sie betonen nur verschiedene Seiten desselben Piloten.
JEEVES lief in Großhadern echt und über längere Zeit, mit realen Aufgaben und Nachtdiensten. Er lief aber in einem befristeten Forschungs- und Evaluationsprojekt, nicht als dauerhaft verstetigter Regelbetrieb. Ob REsPonSe inzwischen abgeschlossen oder verlängert wurde, ist mit den vorliegenden Belegen aus 2022 nicht abschließend zu sagen.
Ein produktiver Pilot ist ein starker Beleg, dass die Technik im echten Betrieb bestehen kann. Ein Beweis für flächendeckenden Dauerbetrieb in vielen Häusern ist er nicht. Beides gleichzusetzen überschätzt den Reifegrad.
imrox: Vertrieb in Deutschland und Österreich
Fragen Sie JEEVES fürs Gesundheitswesen an, landen Sie nicht direkt bei Robotise. Für Deutschland und Österreich benannte Robotise 2025 den Partner imrox als autorisierten Integrations- und Vertriebspartner. imrox kümmert sich um Projektentwicklung, Implementierung und Service im Healthcare-Bereich. Der Weg in die Klinik läuft also über einen spezialisierten Integrator.
Das ist im Servicerobotik-Markt ein übliches Modell. Ein Krankenhaus kauft selten nur einen Roboter, sondern eine eingerichtete Lösung, und Aufzug-Anbindung, Kartierung des Hauses, Schulung und Wartung gehören dazu. Diese Arbeit übernimmt ein Integrationspartner wie imrox.
Einen offenen Listenpreis finden Sie dabei nicht. Robotise nennt keinen Verkaufspreis öffentlich, und seriös bleibt hier nur „projekt- und ausstattungsabhängig, auf Anfrage“. Kühloption, Anzahl der Roboter und die Gebäudeintegration verschieben die Kosten stark. Eine harte Zahl wäre an dieser Stelle geraten, nicht belegt.
Die DENSO-Partnerschaft: gemeinsamer HealthCare AMR, kein Eigentum
Rund um JEEVES taucht der Name DENSO auf, und der wird oft falsch verstanden. DENSO und Robotise haben eine gemeinsame Lösung in strategischer Partnerschaft entwickelt. Auf der Automatica in München zeigten sie im Mai 2025 den „HealthCare AMR“, kurz HAMR. Beschrieben wird ein autonomer Lieferroboter für Kliniken, kein DENSO-Industriearm.
Es gibt keinen Beleg, dass DENSO Robotise gekauft, übernommen oder Anteile erworben hat. DENSO bringt Robotik- und Technikkompetenz ein, Robotise das Serviceroboter- und Healthcare-Wissen. Es bleibt eine Kooperation zweier Firmen, kein Eigentümerwechsel.
Beim HAMR sprechen die Partner von mehreren Pilotprojekten im praktischen Einsatz, also PILOT, nicht Massenmarkt. Wer die Industrieseite und die genaue Rollenteilung sucht, findet sie im Profil zum DENSO HealthCare AMR. Die beschriebenen Merkmale ähneln denen von JEEVES auffällig. Eine gemeinsame Plattform bestätigt aber keiner der beiden Hersteller.
Im Wettbewerb: JEEVES gegen TUG, MiR, PUDU/KEENON
JEEVES steht in einem lebhaften Feld von Transport- und Servicerobotern, und der Vergleich zeigt seine Nische. Die Werte sind Herstellerangaben und je nach Modell unterschiedlich, deshalb sind sie so gekennzeichnet. Werte anderer Hersteller erfinden wir nicht.
| System | Herkunft | Bauart | Nutzlast (Herstellerangabe) | Kühlung | DE-Betrieb belegt | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
| JEEVES | Robotise Technologies GmbH, München (DE) | Schubladen-Serviceroboter, 5 Fächer / ~100 L | 45 kg pro Schublade | ja, optional (~70 L @ 7 °C) | ja — LMU Großhadern (Evaluation) | PRIMÄR · Herstellerangabe |
| Aethon TUG | Aethon / ST Engineering (US) | Zug-/Cart-Roboter | bis ~453 kg (cart-basiert) | über Aufsätze | überwiegend US/international | sekundär · nicht primär bestätigt |
| MiR (z. B. MiR250) | Mobile Industrial Robots (DK) | Plattform-AMR mit Aufbauten | ~250 kg (Plattform) | über Aufbau | DE Industrie/Intralogistik verbreitet | sekundär · nicht primär bestätigt |
| PUDU / KEENON | PUDU / KEENON (CN) | Tablett-/Delivery-Roboter | ~10–40 kg (modellabhängig) | teils optional | DE Gastro, teils Klinik | sekundär · nicht primär bestätigt |
| DENSO HealthCare AMR | DENSO × Robotise (Partnerschaft) | Schubladen-Serviceroboter (Merkmale wie JEEVES) | k. A. | ja, optional | DE Pilotprojekte | sekundär · PILOT |
Der Aethon TUG zieht schwere Wagen und spielt seine Stärke bei großen Lasten aus. MiR ist eine Intralogistik-Plattform, die man mit Aufbauten bestückt, eher für Industrie als für den Stationsflur. PUDU und KEENON kommen aus der Gastronomie und liefern auf Tabletts, mit kleineren Lasten.
JEEVES besetzt die Lücke dazwischen. Abschließbare, konfigurierbare und optional gekühlte Fächer zielen genau auf den Klinik- und Public-Space-Transport. Er zieht keine schweren Wagen und liefert nicht auf offenem Tablett, sondern fährt den zugriffsgeschützten Botengang. Der einzige belegte deutsche Klinikeinsatz in dieser Runde ist zudem JEEVES selbst.
Recht: CE, Maschinenverordnung, Medizinprodukt-Abgrenzung
Beim Recht sind ein paar Dinge sauber zu trennen, ohne dass daraus eine Rechtsberatung wird. Als Transport- und Serviceroboter fällt JEEVES je nach Funktion unter die EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Sie löst die alte Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ab und gilt verbindlich ab dem 20. Januar 2027. Wo KI-Funktionen greifen, kommt der EU AI Act ins Spiel.
Robotise schreibt, JEEVES erfülle die geltenden europäischen Normen und Sicherheitsstandards. Das CE-Zeichen ist eine Herstellererklärung nach EU-Normen, kein Qualitäts- oder Sicherheitssiegel und schon gar keine Konformitätsbewertung als Medizinprodukt. Es bedeutet, dass der Hersteller die Konformität erklärt, nicht dass eine Behörde das Gerät medizinisch geprüft hat.
JEEVES ist ausdrücklich kein Medizinprodukt im Sinne der MDR 2017/745. Er transportiert Güter und wirkt weder diagnostisch noch therapeutisch. Sobald Kamera-, Sensor- und App-Daten im Klinikbetrieb anfallen, ist außerdem die DSGVO relevant — das ist eine Rahmenbedingung, keine pauschale Freigabe.
Grenzen und offene Fragen
Fast alle Leistungswerte stammen von Robotise selbst, nicht von unabhängigen Prüfern. 24/7, acht Stunden Akku und 20 Kilometer pro Tag sind Ziele, keine testierten Alltagswerte. Höhe und Gewicht nennt die Herstellerseite selbst; auch das bleibt eine Herstellerangabe und kein unabhängig gemessener Wert.
Auch der deutsche Einsatz hat ein Verfallsdatum in den Belegen. Der gut dokumentierte Betrieb in Großhadern stammt aus dem Jahr 2022, aus dem Projekt REsPonSe. Ob dieser Einsatz verstetigt, beendet oder ausgeweitet wurde, ist offen. Weitere deutsche Referenzen liegen im Hotelgewerbe, etwa in Münchner Hotels, nicht in der Klinik.
Unter dem Strich bleibt ein solides, aber nüchternes Bild. JEEVES ist ein real gebauter, in Deutschland erprobter Klinik-Serviceroboter mit einem klaren Nutzenversprechen. Er ist kein Massenprodukt im Regelbetrieb und kein Medizinprodukt. Wer den größeren Rahmen sucht, findet ihn im Überblick zu Robotern im Gesundheitswesen und in der Sammelseite zu Krankenhausrobotern.
Was ist der JEEVES-Roboter?
JEEVES ist ein autonomer Schubladen-Serviceroboter der Münchner Robotise Technologies GmbH. Er transportiert Güter durch Kliniken und öffentliche Gebäude, mit bis zu fünf abschließbaren, konfigurierbaren Fächern. Er ist ein Logistik- und Lieferroboter, kein pflegender Assistent.
Wer stellt JEEVES her?
Nach dem Impressum von robotise.eu ist es am 5. September 2026 die Robotise Technologies GmbH mit Sitz in München, Registergericht München, Registernummer 277528. Frühere Angaben nannten die Robotise AG unter HRB 262463. Ältere Projektmeldungen schreiben abweichend „Robotise GmbH“.
Wie viel kann JEEVES transportieren?
Nach Herstellerangabe fasst JEEVES bis zu 100 Liter in fünf Fächern und trägt bis zu 45 Kilogramm pro Schublade. Die 45 Kilogramm gelten je Fach, nicht als Gesamtnutzlast des Roboters. Alle Werte sind Herstellerziele ohne unabhängiges Testat.
Sind die Schubladen abschließbar?
Ja, die Fächer lassen sich nach Herstellerangabe per PIN-Code sperren. So öffnen nur befugte Personen die Schublade, was bei Medikamenten oder Proben zählt. Das ist ein Zugriffsschutz, kein absolutes Manipulationsversprechen.
Fährt JEEVES selbst Aufzug?
Nach den vorliegenden Berichten steuert JEEVES automatische Türen, Schranken und Aufzüge ohne Personal an, der Aufzugsruf läuft über eine Cloud-Anbindung. So erreicht er vernetzte Etagen selbstständig. Wie gut das klappt, hängt von der Gebäudetechnik ab.
Läuft JEEVES in Deutschland?
Ja, belegt am LMU Klinikum München, Campus Großhadern, im Forschungsprojekt REsPonSe. Dort erledigte er mehr als 300 Aufgaben in drei Monaten, auch nachts. Das war ein produktiver Evaluationsbetrieb aus dem Jahr 2022, kein flächendeckender Regelbetrieb.
Gehört JEEVES zu DENSO?
Nein. DENSO und Robotise verbindet nur eine strategische Partnerschaft, kein Eigentum. Den HealthCare AMR haben beide Firmen gemeinsam entwickelt, eine JEEVES-Basis bestätigt aber keiner von beiden. Einen Kauf oder eine Übernahme von Robotise durch DENSO gibt es nach den Belegen nicht.
Kann JEEVES rund um die Uhr fahren?
Robotise gibt 24/7-Verfügbarkeit, bis zu 8 Stunden Akku und bis zu 20 Kilometer pro Tag an. Das sind Herstellerziele, kein unabhängig geprüfter Dauerbetrieb. In Großhadern lief er real über längere Zeit, jedoch im Rahmen eines befristeten Projekts.
Ist JEEVES ein Medizinprodukt?
Nein. JEEVES ist ein Serviceroboter für Logistik und Lieferung, kein Medizinprodukt nach MDR 2017/745. Er transportiert Güter und wirkt weder diagnostisch noch therapeutisch. Das CE-Zeichen ist eine Herstellererklärung, keine Konformitätsbewertung als Medizinprodukt.
Wer verkauft JEEVES in Deutschland und Österreich?
Für das Gesundheitswesen benannte Robotise den Partner imrox als autorisierten Integrations- und Vertriebspartner in Deutschland und Österreich. imrox übernimmt Projektentwicklung, Implementierung und Service. Der Weg in die Klinik läuft also über einen spezialisierten Integrator.
Was kostet ein JEEVES-Roboter?
Einen öffentlichen Listenpreis nennt Robotise nicht. Seriös bleibt nur „projekt- und ausstattungsabhängig, auf Anfrage“. Kühloption, Stückzahl und Gebäudeintegration beeinflussen die Kosten stark, deshalb wäre eine feste Zahl geraten und nicht belegt.
Quellen & Stand: robotise.eu/healthcare (JEEVES-Specs, Schubladen, Volumen, 45 kg pro Fach, Kühlung, 24/7-Ziele, CE-Wording), Impressum von robotise.eu (Robotise Technologies GmbH, Registergericht München, Registernummer 277528, Geschäftsführer Michael Scholvien; Abruf 05.09.2026), medizin-und-technik.industrie.de (imrox als Vertriebspartner DE/AT), lmu-klinikum.de und ku.de (LMU Großhadern, Projekt REsPonSe, BMBF-Förderung ~2,16 Mio. €, Aufgaben, Nachtdienste), maschinenmarkt.vogel.de (DENSO-Robotise-Partnerschaft, HealthCare AMR, Automatica 2025), robotise.eu/healthcare (Höhe 124 cm, Gewicht ca. 100 kg, Traglast 45 kg, Kühlvolumen bis 70 l — Technical-Data-Tabelle des Herstellers, abgerufen 06.09.2026), medicalexpo.com sowie die dortige JEEVES-Produktseite medicalexpo.com, JEEVES (dieselben Maße sekundär; die früher hier genannte Adresse movella.com trägt die Angabe nicht und leitet heute auf xsens.com). Alle Leistungs-, Trag- und Laufzeitwerte sind Hersteller-/Zielangaben von Robotise, kein unabhängiges Testat; Maße ohne Gewähr. Der DE-Betrieb belegt eine Forschungs- und Evaluationsphase (Stand der Belege 2022), keinen flächendeckenden Regelbetrieb. Diese Einordnung ist redaktionell und keine Kauf- oder Rechtsberatung. Stand: 13. August 2026.