Healthcare-Robotik · Fachüberblick
Krankenhausroboter 2026: Aufgaben, Realität und Grenzen
Kurz gesagt: Krankenhausroboter übernehmen vor allem Transport, Laborarbeit, Desinfektion und OP-Assistenz. Sie fahren Medikamente und Proben, reinigen Flächen und assistieren am OP-Tisch. Direkte Patientenpflege leisten sie kaum. Am weitesten ist die Logistik, vieles andere bleibt Pilot. Wer den Feld-Überblick sucht, findet ihn bei Robotik im Gesundheitswesen.
Was Krankenhausroboter sind
Wenn Sie eine Klinik leiten oder dort für die Medizintechnik verantwortlich sind, begegnet Ihnen Krankenhausroboter als Sammelbegriff und nicht als Gerätegattung. Er fasst sehr verschiedene Maschinen mit sehr verschiedenen Aufgaben zusammen. Ein Transportroboter im Flur hat mit einem OP-Assistenzsystem fast nichts gemein. Wir sortieren dieses Feld deshalb nach der Aufgabe und nicht nach Herstellernamen. Für die Assistenz im Operationssaal hat sich der Anbietermarkt 2026 allerdings so verändert, dass er eine eigene Betrachtung verdient: was der Wettbewerb der OP-Plattformen für Kliniken bedeutet.
Ein Roboter, der Wäsche fährt, ist ein Serviceroboter mit klaren Sicherheitsregeln. Ein System, das am OP-Tisch Instrumente führt, ist ein Medizinprodukt nach strengen Vorgaben. Beide arbeiten im selben Haus, unterliegen aber unterschiedlichem Recht. Diese Trennlinie zwischen Service und Medizinprodukt läuft quer durch das ganze Feld. Wie unterschiedlich die Einordnung ausfällt, zeigt ein System, das im US-Register nicht mehr vertrieben wird: die Robotik im Herzkatheterlabor.
Daneben unterscheiden sich die Aufgaben stark darin, wie weit sie im Alltag angekommen sind. Manche laufen produktiv und sind im Verkauf, andere stecken noch in Pilotprojekten. Wer beides zusammenwirft, überschätzt schnell den Stand der Technik.
Logistik und Transport
Der Transport ist die reifste Aufgabe im Krankenhaus. Autonome mobile Roboter fahren Medikamente, Laborproben, Wäsche und Essen durch die Flure, nutzen Aufzüge, weichen Menschen aus und melden ihre Ankunft. Diese Fahrzeuge zählen zu den autonomen mobilen Robotern, die auch in Lagern und Fabriken laufen.
Moxi ist nach Herstellerangaben in mehr als 25 US-Kliniken im Einsatz und hat über 1,25 Millionen Aufgaben erledigt. Das ist eine Anbieterzahl, sie zeigt aber, dass Transportrobotik im Klinikalltag angekommen ist. Ganze Transport- und Apothekensysteme liefert etwa Swisslog Healthcare.
Der Nutzen liegt darin, Wege abzunehmen. Pflegekräfte laufen pro Schicht weite Strecken für Botengänge, und übernimmt ein Roboter das Fahren, bleibt mehr Zeit am Bett. Die Detailtiefe zu Flotten, Aufzügen und Andockstationen finden Sie im Beitrag zur Krankenhauslogistik mit AMR.
Laborroboter
Im Labor treffen sehr verschiedene Robotertypen aufeinander. Mobile Boten bringen Proben von der Station ins Labor, während feststehende Automaten pipettieren, sortieren und analysieren. Zusammen verkürzen sie die Zeit von der Blutabnahme bis zum Befund. Präzise Roboterarme dafür liefert etwa DENSO für Pharma und Labor.
Lio in Basel fuhr nach Herstellerangaben über 217 Tage mehr als 1.000 Kilometer autonom durch die Klinik. Auch das ist eine Anbieterzahl, sie belegt aber einen echten Dauerbetrieb und nicht nur eine kurze Vorführung. Ausführlich zeigen wir, wie Laborprozesse automatisiert werden.
In der Apotheke reicht die Automation noch tiefer. Am Klinikum in Siegen läuft die Unit-Dose-Versorgung seit März 2026 produktiv, ein Automat stellt dort patientengenaue Medikamententüten für einzelne Einnahmezeitpunkte zusammen. Der deutsche Anbieter URG betreibt sein uLab-System nach Herstellerangaben in mehr als 30 Laboren. Den rechtlichen Rahmen dazu — Apothekenbetriebsordnung, Herstellungserlaubnis, Raumanforderungen — behandelt der Beitrag zur Apothekenautomation.
Desinfektion und Reinigung
Desinfektionsroboter sollen Keime dort senken, wo Menschen an ihre Grenzen stoßen. Viele Modelle arbeiten mit UV-C-Licht, das Oberflächen bestrahlt und Erreger inaktivieren soll, andere sprühen Desinfektionsmittel oder wischen Böden. Dahinter steht die Hoffnung auf eine gleichmäßige Reinigung, die nicht ermüdet und keine Ecke vergisst. Welche Technik wo wirklich wirkt, finden Sie im Beitrag zu Desinfektionsrobotern im Krankenhaus.
In der Praxis steckt allerdings vieles noch im Pilotstadium. Häuser testen einzelne Geräte auf Stationen oder in OP-Sälen, meist zeitlich begrenzt, während ein flächendeckender Regelbetrieb über viele Kliniken bislang selten belegt ist. Die Technik ist also real, die breite Skalierung steht aber noch aus.
UV-C-Licht soll die Keimlast senken, erreicht aber weder Schatten noch verdeckte Flächen und ersetzt deshalb keine manuelle Grundreinigung. Ein Desinfektionsroboter ergänzt die Hygiene, statt eine keimfreie Umgebung zu garantieren. Einen eigenen UV-C-Desinfektionsroboter führt etwa KEENON aus Shanghai.
OP-Assistenz (da Vinci & Co.)
Im Operationssaal steht die reifste medizinnahe Robotik. Assistenzsysteme führen Instrumente, während der Chirurg sie von einer Konsole steuert. Das bekannteste System ist da Vinci, das seit Jahren weltweit im Einsatz ist. Die Details dazu finden Sie im Profil zum da-Vinci-Roboter.
Diese Systeme operieren nicht selbst. Der Roboter überträgt die Handbewegungen des Arztes nur präziser und ruhiger, filtert Zittern heraus und ermöglicht feinere Schnitte durch kleine Zugänge, doch die Kontrolle liegt jederzeit beim menschlichen Operateur. In der Orthopädie halten die Systeme für die Knieprothese den Sägeschnitt in einer geplanten Zone. Geführt wird auch dort von Hand.
OP-Assistenzsysteme sind Medizinprodukte und unterliegen der EU-Medizinprodukteverordnung MDR. Das bedeutet strenge Zulassung, Nachweise und laufende Überwachung. Einen breiten Marktüberblick über diese Kategorie bietet der Beitrag zu OP-Robotern. Die Kategorie ist etabliert und bleibt dabei arztgeführt.
Empfang und Wegbegleitung
An der Pforte tauchen Roboter als Empfangshelfer auf. Sie begrüßen Besucher, zeigen Wege und beantworten einfache Fragen, manche fahren voraus und führen Patienten zur richtigen Station. Solche Geräte gehören zur breiten Familie der Serviceroboter.
Der reale Nutzen ist hier begrenzter, als Demos vermuten lassen. Ein Empfangsroboter entlastet die Information bei Standardfragen, bei komplexen Anliegen oder unter Stress braucht es weiter einen Menschen. Viele dieser Installationen sind zudem Pilotprojekte mit Vorführcharakter. In EU-Forschungspiloten empfängt etwa der soziale Roboter ARI von PAL Robotics Patienten.
Die Wegbegleitung funktioniert am besten in klaren, gut kartierten Häusern. In vollen Fluren mit Betten und Wagen stößt die Navigation an Grenzen. Ein Empfangsroboter bleibt deshalb eine Ergänzung, er verschönert den ersten Eindruck und trägt keine kritische Aufgabe.
Soziale Roboter im Klinikkontext
Soziale Roboter sollen Patienten ablenken, unterhalten oder beruhigen. In der Kinderklinik spielen sie mit den Kleinen und nehmen Angst vor Eingriffen, bei älteren Menschen kommen tierähnliche Roboter zur Aktivierung zum Einsatz. Die Wirkung wird erprobt, bleibt aber schwer messbar.
Ein Roboter simuliert Zuwendung, er empfindet sie nicht. Von „Empathie“ zu sprechen, ist bestenfalls ein Bild. Solche Geräte sollen Momente auflockern, menschliche Nähe ersetzen sie nicht.
Im Klinikkontext bleiben soziale Roboter meist Pilot. Sie laufen in einzelnen Projekten, oft wissenschaftlich begleitet, und ein fester Platz im Regelbetrieb ist die Ausnahme. Die Grenze zur Pflege behandeln wir bewusst getrennt, denn dort gelten eigene Regeln.
Was wirklich autonom läuft
Autonomie ist im Krankenhaus abgestuft. Transportroboter fahren tatsächlich weitgehend selbstständig durch die Flure, planen Routen, weichen aus und rufen Aufzüge ohne dauernde Steuerung. Das ist der Bereich mit der höchsten echten Selbstständigkeit. Wie das konkret aussieht, zeigt der Schubladenroboter JEEVES, der am Münchner Klinikum Großhadern erprobt wird.
Andere Systeme wirken autonomer, als sie sind. Empfangs- und soziale Roboter laufen oft mit Skripten oder Fernsteuerung, und eine flüssige Demo bedeutet nicht, dass das Gerät im Alltag frei entscheidet. Diesen Unterschied zwischen Vorführung und Regelbetrieb sollten Sie immer mitdenken.
OP-Assistenzsysteme sind bewusst nicht autonom. Sie folgen exakt den Bewegungen des Chirurgen und entscheiden nichts selbst, was so gewollt und sicherheitsrelevant ist. Wie KI diese Grenzen künftig verschiebt, ordnet der Beitrag zu KI im Krankenhaus ein.
Deutschland: Beispiele im Einsatz
In Deutschland ist Krankenhausrobotik längst kein Zukunftsthema mehr. Transport- und Laborlogistik laufen real in mehreren Häusern, OP-Assistenz ist an vielen Kliniken etabliert. Desinfektion und soziale Roboter dagegen bleiben meist Pilot.
Wie weit das gehen kann, zeigt die Apotheken-Automation in Siegen. Dort versorgt ein Automat die Stationen seit März 2026 mit patientengenauen Unit-Dose-Tüten. Der Anbieter URG betreibt sein Laborsystem nach eigenen Angaben in über 30 Laboren. Diese Zahlen sind Herstellerangaben und zeigen doch eine reale deutsche Basis.
Einzelne Leuchtturmprojekte sind noch kein flächendeckender Standard. Viele kleinere Häuser haben gar keinen Roboter im Einsatz, und so wächst der deutsche Markt zwar, verteilt sich aber sehr ungleich.
Markt-Rahmen: Personalmangel und Finanzierungslücke
Der Druck hinter all dem kommt aus der Demografie. Nach der Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts fehlen in Deutschland bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte, wobei die niedrigere Zahl im günstigen Trend gilt und die höhere im Status quo.
Der Bedarf steigt parallel stark an. Laut Destatis wächst er von 1,62 Millionen Kräften im Jahr 2019 auf rund 2,15 Millionen bis 2049, ein Plus von etwa 33 Prozent. Diese Lücke macht jede Maschine interessant, die Wege und Botengänge übernimmt.
Dem starken Nachfrage-Argument steht eine schwache Finanzierung gegenüber. Die Pflegeversicherung nach SGB XI erstattet vor allem digitale Pflegeanwendungen, also gelistete Apps aus dem BfArM-Verzeichnis. Physische Roboter deckt sie nach den öffentlichen Quellen nicht ab. Wer einen Klinikroboter finanziert, findet dafür bislang keinen klaren Kostenträger.
Damit ist die Finanzierung der eigentliche Engpass und nicht die Technik. Der Bedarf ist riesig, die Geräte existieren, doch die Erstattungsbrücke fehlt. Deshalb hängen viele Projekte an Förder- oder Eigenmitteln, was die Verbreitung oft stärker bremst als jede technische Grenze.

Reifegrad je Aufgabe
Wie weit die einzelnen Aufgaben wirklich sind, geht weit auseinander, und produktiver Betrieb steht neben reinen Pilotprojekten. Alle Anbieterzahlen in der Übersicht sind als Herstellerangabe markiert.
| Aufgabe | Was der Roboter tut | Beleg / Beispiel | Reifegrad-Status |
|---|---|---|---|
| Transport / Logistik | Medikamente, Proben, Wäsche, Essen fahren | Moxi: >25 US-Kliniken, >1,25 Mio. Aufgaben (Herstellerangabe) | Am weitesten · IM VERKAUF |
| Laborlogistik | Proben autonom zwischen Station und Labor fahren | Lio Basel: 217 Tage, >1.000 km autonom (Herstellerangabe) | Produktiv · IM VERKAUF |
| Apotheken-/Laborautomation | Unit-Dose kommissionieren, pipettieren, sortieren | Siegen seit März 2026 produktiv; URG uLab >30 Labore (Herstellerangabe) | Produktiv in Teilbereichen · IM VERKAUF |
| OP-Assistenz | Instrumente arztgeführt bewegen (nicht autonom) | da Vinci & Co., Medizinprodukt nach MDR | Etabliert · IM VERKAUF (Kontext) |
| Desinfektion / Reinigung | Flächen per UV-C bestrahlen, Böden reinigen | meist zeitlich begrenzte Klinik-Tests | Erprobung · PILOT |
| Empfang / Wegbegleitung | begrüßen, Weg zeigen, Standardfragen | oft Vorführinstallationen | Erprobung · PILOT |
| Soziale Roboter | ablenken, aktivieren, unterhalten | einzelne, oft wissenschaftlich begleitete Projekte | Erprobung · PILOT |
| Direkte Patientenpflege | waschen, umlagern, Wunden versorgen | kaum vorhanden, kein Regelbetrieb | Kaum · NEGATIVBEFUND |
Das Gefälle ist deutlich. Transport und Laborlogistik sind im Verkauf und laufen produktiv, während Desinfektion, Empfang und soziale Roboter überwiegend in Pilotprojekten stecken. Direkte Pflege leisten Roboter praktisch nicht.
Die Tabelle beantwortet allerdings nur eine von zwei Fragen. Reifegrad sagt, ob ein System läuft — nicht, ob es Ihrem Haus etwas bringt. Dafür braucht es zwei weitere Fragen, und sie fallen seltener zusammen, als die Debatte nahelegt: Verändert das System eine Kostenposition? Und macht es die Versorgung sicherer?
Legt man beides über die Zeilen oben, entstehen drei Gruppen. Beides zugleich leisten Apotheken- und Laborautomation: Jede Stellung und jede Probe wird rückverfolgbar, Verwechslungen fallen systematisch auf statt stichprobenartig — und die Menge sorgt dafür, dass sich die Anlage trägt. Ein Fehler ist dort teuer, und der Vorgang ist zählbar; wo beides zutrifft, entstehen Qualität und Wirtschaftlichkeit aus derselben Quelle.
Vor allem wirtschaftlich wirken Transport, Laborlogistik und Bodenreinigung. Sie sparen Wege und Zeit, berühren die Versorgungsqualität aber kaum. Vor allem qualitativ wirken OP-Assistenz und soziale Robotik: Sie können medizinisch oder menschlich sinnvoll sein, ohne freie Personalkapazität zu erzeugen. Das ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall bei allem, was Sicherheit oder Zuwendung verbessert — es gehört nur in eine andere Begründung als in eine Amortisationsrechnung.
Auffällig ist, was in der ersten Gruppe fehlt: der Roboter am Patienten. Was heute beides liefert, ist Fördertechnik und Software in Bereichen mit hoher Wiederholzahl. Welche Systeme das im Einzelnen sind und woran man sie erkennt, behandelt unser Marktüberblick zur Krankenhausrobotik 2031.
Anbieter-Landkarte Krankenhausrobotik
Ordnen Sie das Feld nach Aufgaben statt nach Marken, wird die Krankenhausrobotik übersichtlich. Jede Aufgabe hat ihre eigenen Anbieter und ihren eigenen Stand, von der etablierten Logistik bis zur frühen sozialen Robotik.
| Aufgabe | Wer macht was (Systeme) | Reifegrad | DE/EU vs. US/Asien |
|---|---|---|---|
| Logistik / Transport | Diligent Moxi, Aethon TUG/Zena RX, Relay, Swisslog TransCar, URG uLog | Reif, kommerziell · IM VERKAUF | US-geprägt (Moxi, Aethon, Relay); DE/EU-Anker Swisslog (CH), URG (DE) |
| Labor | fix: Tecan, Hamilton · mobil: F&P Lio, URG uLab | Reif, kommerziell · IM VERKAUF | EU-Stärkefeld (Tecan/Hamilton CH, F&P CH, URG DE) |
| Soziale Roboter | Navel, PARO, Pepper (Hersteller liquidiert) | Navel im Rollout, PARO etabliert, Pepper 2025 liquidiert · früh | DE-Champion Navel; JP PARO/Pepper |
| OP-Assistenz | da-Vinci-Umfeld | Etabliert · Medizinprodukt (MDR) | US-geprägt (Intuitive), EU flächig im Einsatz |
Das Gefälle zwischen den Aufgaben ist groß. Logistik und Labor sind reif und kommerziell, hier verkaufen etablierte Firmen echte Stückzahlen, während soziale Roboter und humanoide Ansätze noch früh stehen.
Auch die Geografie folgt einem Muster. Die Klinik-Logistik ist US-geprägt, mit Moxi, Aethon und Relay, die Laborrobotik dagegen ein europäisches Stärkefeld mit Tecan, Hamilton, F&P und URG. Bei sozialen Robotern sitzt mit Navel ein seltener deutscher Serienanbieter.
Wie hart dieser Markt ist, zeigt Pepper. Der Roboter galt lange als Gesicht der sozialen Robotik, sein Hersteller Aldebaran ging aber 2025 in die Insolvenz und wurde liquidiert. Wo eine Referenzmarke verschwindet, wächst niemand automatisch nach.
Kosten und Betrieb
Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht. Sie hängen von Modell, Stückzahl, Wartungsvertrag und Integration ab, und ein einzelner Transportroboter kostet anders als eine OP-Assistenzplattform. Belastbare Listenpreise sind zudem selten öffentlich.
Der laufende Betrieb wiegt schwerer als der Kaufpreis. Roboter brauchen Wartung, Software-Pflege, Ladeinfrastruktur und geschultes Personal, und Ihr Haus muss Aufzüge, Türen und WLAN anbinden. Diese Integrationskosten übersteigen oft den reinen Gerätepreis.
Der wirtschaftliche Effekt zeigt sich meist indirekt. Transportroboter sparen Wege und geben Pflegezeit zurück, Laborautomation senkt Fehler und beschleunigt Befunde. Ob sich ein System rechnet, entscheidet die Auslastung im echten Betrieb.
Recht: MDR, CE, AI Act, DSGVO
Der rechtliche Rahmen hängt an der Funktion des Roboters. OP- und diagnostiknahe Systeme sind Medizinprodukte nach der EU-Verordnung MDR, für sie gelten strenge Zulassung, klinische Bewertung und Überwachung. Ein CE-Zeichen ist dabei eine Herstellererklärung, kein Gütesiegel.
Reine Serviceroboter fallen je nach Funktion unter andere Regeln. Für sie greift künftig die EU-Maschinenverordnung 2023/1230, die ab dem 20.01.2027 gilt. Enthält ein Roboter KI-Funktionen, kommt der EU AI Act hinzu, und für vernetzte Produkte wird zudem der Cyber Resilience Act 2024/2847 relevant.
Beim Datenschutz gilt besondere Vorsicht. Gesundheitsdaten sind nach DSGVO Artikel 9 besonders geschützt, und verarbeitet ein System solche Daten umfangreich, kann eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 35 nötig sein. Das sind Hinweise zur Einordnung, keine Rechtsberatung.
Grenzen: was Roboter nicht leisten
Roboter waschen, lagern und versorgen keine Patienten im Regelbetrieb. Diese Aufgaben verlangen Feingefühl, Urteilskraft und menschliche Nähe. Dort stößt die Technik heute klar an ihre Grenzen.
Auch bei den reifen Aufgaben gibt es Vorbehalte. Transportroboter brauchen gut geplante Wege und stabile Netze, Desinfektion ersetzt keine manuelle Reinigung, und OP-Systeme arbeiten nur unter voller ärztlicher Kontrolle. Die Grenze zwischen Klinik und Pflegeheim behandeln wir getrennt im Beitrag zu Pflegerobotern.
Krankenhausroboter entlasten bei Logistik, Wegen und Präzision. Sie ersetzen kein Personal, sondern verschieben dessen Aufgaben. Am weitesten ist die Logistik, vieles andere steckt noch im Pilotstadium.
Welche Roboter gibt es im Krankenhaus?
Vor allem Transport- und Laborroboter, Desinfektionsroboter, OP-Assistenzsysteme sowie Empfangs- und soziale Roboter. Am weitesten sind Transport und Labor, beide laufen produktiv. Desinfektion, Empfang und soziale Roboter bleiben meist Pilot.
Was macht ein Krankenhausroboter?
Je nach Typ fährt er Medikamente, Proben, Wäsche und Essen, arbeitet im Labor, reinigt Flächen oder assistiert im OP. Direkte Patientenpflege leistet er kaum. Die Aufgabe entscheidet über den Reifegrad.
Wer stellt Krankenhausroboter her?
Je nach Aufgabe andere Firmen: in der Logistik Diligent (Moxi), Aethon, Relay, Swisslog und URG; im Labor Tecan, Hamilton, F&P und URG; bei sozialen Robotern Navel und PARO. Der Pepper-Hersteller Aldebaran wurde 2025 liquidiert.
Treibt der Pflegemangel den Robotereinsatz?
Ja, der Druck ist groß: Nach Destatis fehlen bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte. Roboter sollen Wege und Botengänge übernehmen. Die Pflegeversicherung nach SGB XI erstattet aber vor allem Apps, nicht physische Roboter.
Fahren Roboter selbstständig durch die Klinik?
Ja, Transportroboter fahren weitgehend autonom, planen Routen, weichen aus und nutzen Aufzüge. Lio in Basel fuhr nach Herstellerangaben über 217 Tage mehr als 1.000 km. Andere Roboter wirken autonomer, als sie im Alltag sind.
Assistieren Roboter im OP?
Ja, OP-Assistenzsysteme wie da Vinci führen Instrumente, doch der Chirurg steuert alles von einer Konsole. Die Systeme operieren nicht selbst und entscheiden nichts autonom. Sie sind Medizinprodukte nach der EU-Verordnung MDR.
Reinigen Roboter Krankenhäuser?
Es gibt Desinfektionsroboter, viele arbeiten mit UV-C-Licht oder Sprühdesinfektion. In der Praxis bleibt das meist Pilot, mit zeitlich begrenzten Tests. UV-C-Reinigung soll die Keimlast senken, ersetzt aber keine manuelle Grundreinigung.
Ersetzen Krankenhausroboter Personal?
Nein, sie ersetzen kein Personal, sondern verschieben Aufgaben. Transportroboter sparen Wege und geben Pflegezeit zurück, Laborautomation senkt Fehler. Direkte Pflege am Bett leisten Roboter im Regelbetrieb praktisch nicht.
Sind Krankenhausroboter in Deutschland im Einsatz?
Ja, Transport- und Laborlogistik sowie OP-Assistenz laufen real in mehreren Häusern. In Siegen arbeitet die Unit-Dose-Automation seit März 2026 produktiv; URG betreibt sein Laborsystem nach Herstellerangaben in über 30 Laboren. Desinfektion und soziale Roboter bleiben meist Pilot.
Pflegen Roboter Patienten direkt?
Nein, direkte Patientenpflege wie Waschen, Umlagern oder Wundversorgung leisten Roboter im Regelbetrieb nicht. Diese Aufgaben verlangen Feingefühl, Urteilskraft und menschliche Nähe. Die Grenze zwischen Klinik und Pflegeheim behandeln wir im Beitrag zu Pflegerobotern.
Welche Regeln gelten für Krankenhausroboter?
OP- und diagnostiknahe Systeme sind Medizinprodukte nach der MDR. Serviceroboter fallen je nach Funktion unter die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 (ab 20.01.2027), KI-Funktionen unter den EU AI Act. Gesundheitsdaten schützt die DSGVO nach Artikel 9 und 35. Das ist keine Rechtsberatung.
Was kosten Krankenhausroboter?
Belastbare Listenpreise sind selten öffentlich und hängen von Modell, Stückzahl und Integration ab. Wichtiger als der Kaufpreis ist der laufende Betrieb mit Wartung, Software und Anbindung an Aufzüge und Netze. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht.
Quellen & Stand: therobotreport.com (Moxi, >25 US-Kliniken, >1,25 Mio. Aufgaben, Herstellerangabe), fp-robotics.com (Lio Basel, 217 Tage / >1.000 km, Herstellerangabe), ak-kurier.de (Unit-Dose-Automation Siegen produktiv seit März 2026), caretrialog.de (URG uLab, >30 Labore, Herstellerangabe), destatis.de PM Nr. 033 vom 24. Januar 2024 (Pflegekräftelücke 280.000–690.000 bis 2049; Bedarf 1,62 Mio. 2019 auf ~2,15 Mio. 2049, +33 %), § 40a / § 78a SGB XI + BfArM-Verzeichnis (digitale Pflegeanwendungen), Wettbewerbs-/Marktrecherche fluxlane 08/2026 (Anbieter-Landkarte je Aufgabe, Pepper/Aldebaran-Liquidation 2025), Bestand fluxlane zu OP-Robotern und da-Vinci-System (Kontext). Herstellerzahlen sind Bestangaben und als solche markiert; Pilotprojekte sind kein Regelbetrieb. Rechtsangaben (MDR, EU-Maschinenverordnung 2023/1230, EU AI Act, DSGVO, CRA 2024/2847) dienen der Einordnung und sind keine Rechtsberatung. Ob physische Roboter über SGB XI erstattet werden, ist nicht belegt. Keine Preise als Fakt. Stand: 10. August 2026.