Sozialer Empfangsroboter mit Torso-Tablet in einer hellen Klinik-Empfangshalle.

Healthcare-Robotik · Hersteller-Profil

PAL Robotics im Gesundheitswesen: Forschung, ARI und die ehrliche Klinik-Lage

Stand 12. August 2026 · Lesezeit 11 Minuten · Hersteller-Profil

Kurz gesagt: PAL Robotics ist ein spanischer Roboterhersteller aus Barcelona, gegründet 2004. Die Firma baut vor allem Forschungs- und Entwicklungsplattformen wie TIAGo, TIAGo Pro und den sozialen Roboter ARI. Im Gesundheitswesen läuft PAL bislang in Forschungs- und Pilotprojekten, nicht im kommerziellen Klinik-Regelbetrieb. Das bekannteste Beispiel ist das EU-Projekt SPRING mit sieben ARI-Robotern am Pariser Hôpital Broca. Für Deutschland ist nur ein Forschungsbezug am DFKI Bremen belegt, kein Klinik-Regelbetrieb und kein Distributor. Wer die ganze Branche sucht, findet bei uns die Markt-Landkarte der Robotik im Gesundheitswesen.

Wer PAL Robotics ist: Barcelona, 2004, Forschungs-DNA

Als Klinik- oder Heimleitung, die PAL Robotics gerade auf die Liste möglicher Anbieter setzt, brauchen Sie zuerst eine Antwort darauf, was diese Firma überhaupt baut. Sie sitzt in Barcelona und wurde 2004 gegründet. Dass der Hauptsitz in Spanien liegt, gibt das Unternehmen selbst an; das Gründungsjahr 2004 nennen mehrere Quellen übereinstimmend. Als Mitgründer und heutiger CEO wird Francesco Ferro geführt.

Die Firma ist eher klein und spezialisiert. Angaben von Aggregatoren nennen rund 100 bis 150 Mitarbeiter, der jüngste Wert liegt bei etwa 151 Beschäftigten im April 2026. Neben Barcelona werden Standorte in Toulouse und im italienischen Bari genannt, und nach eigenen Angaben verkauft PAL Roboter in rund 35 Länder.

Die Wurzeln liegen in der Forschung. PAL baute früh humanoide Plattformen und beschreibt sich selbst als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsrobotern für Universitäten und Labore. Diese Herkunft prägt bis heute, wofür die Roboter gedacht sind — und damit auch, was Sie von ihnen im Stationsalltag erwarten dürfen.

Warum PAL kein Klinik-Lieferant ist, sondern ein Plattform-Bauer

PAL verkauft Forschungsplattformen, keine schlüsselfertigen Klinik-Lösungen — so beschreibt sich der Hersteller selbst. TIAGo, TIAGo Pro und ARI sind erhältlich, ihr Zielmarkt sind aber Universitäten, Labore und die Entwicklung. Das ist ein anderer Markt als der klinische Regelbetrieb.

Ein Krankenhaus, das einen Transportroboter für den Alltag sucht, kauft deshalb bei anderen Anbietern. PAL liefert die Basis, auf der Forschende neue Assistenzfunktionen erproben; was daraus im Alltag wird, entscheidet sich außerhalb der PAL-Werkshalle.

Der Healthcare-Bezug der Firma läuft dadurch fast ausschließlich über EU-Forschungsprojekte und Universitätskliniken. Einen belegten kommerziellen Klinik-Regelbetrieb eines PAL-Roboters gibt es in der Recherche nicht.

ARI: der soziale Empfangs- und Assistenzroboter

ARI ist das Gesicht von PAL im Gesundheitswesen. Der Roboter misst laut Hersteller 165 cm in der Höhe, 53 cm in der Breite und 73 cm in der Tiefe. Am Torso sitzt ein 10,1-Zoll-Tablet mit 1200×800 Pixeln, und der Akku hält nach Herstellerangabe 8 bis 12 Stunden.

Die Arme des Roboters manipulieren ausdrücklich nicht, sie greifen und tragen nichts. ARI ist auf Kommunikation ausgelegt, mit Sprache in mehr als 30 Sprachen, einem ausdrucksstarken Kopf und Blickkontakt. In Kliniken übernimmt so ein System Empfang, Wegweisung und einfache Interaktion, keine Pflege am Bett.

ARI ist damit ein sozialer Empfangs- und Assistenzroboter, kein Pflegeroboter, und sein Einsatz im Gesundheitswesen ist bisher an Forschungs-Pilots gebunden. Kaufen können Sie ihn trotzdem, nur bleibt sein Zielmarkt die Mensch-Roboter-Forschung.

TIAGo und TIAGo Pro: mobile Manipulatoren für die Forschung

Mobiler Roboter mit Greifarm in einem Robotik-Forschungslabor.
PAL-Plattformen wie TIAGo laufen vor allem in der Forschung, nicht im Klinik-Regelbetrieb.

Wo ARI redet, greift TIAGo zu. Der mobile Manipulator ist 110 bis 145 cm hoch, weil der Torso ausfahrbar ist, und die Basis hat etwa 54 cm Durchmesser. Sie können ihn mit null, einem oder zwei Armen bestellen, jeder Arm mit 7 Freiheitsgraden und 3 kg Traglast.

TIAGo Pro legt bei den Armen nach. Er kommt mit zwei Armen à 7 Freiheitsgraden und ebenfalls 3 kg Traglast pro Arm. Die Reichweite gibt PAL mit 92 cm vertikal und 236 cm horizontal an. Beide Modelle laufen auf ROS und sind als Forschungsplattform gedacht, nicht als fertiges Klinikgerät.

Alle Werte der drei Assistenz-Plattformen sind Herstellerangaben von pal-robotics.com, Stand 2026. Wo eine Angabe fehlt oder nur sekundär belegt ist, steht das in der Tabelle offen dabei. Preise nennt PAL nicht öffentlich, alles läuft über eine Anfrage.

Merkmal ARI TIAGo TIAGo Pro
Typ sozialer Empfangsroboter mobiler Manipulator dualer mobiler Manipulator
Höhe 165 cm 110–145 cm (Hubtorso) 1,2–1,5 m (sekundär)
Arme 2, nicht-manipulierend 0/1/2, je 7 DoF 2, je 7 DoF
Traglast Arm keine (kein Greifen) 3 kg 3 kg pro Arm
Akku 8–12 h 4–5 h (1 Akku) / 8–10 h (2 Akkus) k. A.
Zielmarkt HRI-Forschung, Empfang, Guide Forschung, ROS-Plattform Forschung, Industrie, KI
Healthcare-Status EU-Pilot/Forschung Forschung (u. a. DFKI Bremen) kein Klinik-Regelbetrieb belegt

Keiner der drei Roboter hat einen belegten Klinik-Regelbetrieb. ARI taucht in EU-Pilots auf, TIAGo in der Forschung, TIAGo Pro gar nicht im Klinik-Alltag. Technisch sind die Plattformen reif, der Einsatzbeleg im Gesundheitswesen bleibt Pilot und Labor.

Kangaroo und TALOS: die Humanoiden im Hintergrund

PAL baut auch zwei bekannte Humanoide, die nicht ins Gesundheitswesen gehören. Kangaroo ist eine zweibeinige Forschungsplattform für Lauf- und Sprungdynamik, und Berichte nennen rund 160 cm Höhe, 35 bis 40 kg Gewicht und 28 Freiheitsgrade. PAL selbst bezeichnet Kangaroo als reine Forschungsplattform, nicht als Healthcare-Produkt.

TALOS ist der große Vollformat-Humanoid für Industrie und Forschung. Sekundärquellen nennen etwa 175 cm Höhe, rund 95 bis 100 kg und 32 Freiheitsgrade mit Drehmomentsensoren in allen Gelenken. Die erste Einheit „Pyrene“ ging 2017 an ein französisches Forschungsinstitut, doch auch TALOS ist kein medizinisches oder pflegerisches Gerät.

Für die Klinik sind beide Maschinen ohne Belang. Sie belegen die Forschungsherkunft der Firma, mehr nicht, und wer PAL im Gesundheitswesen einordnet, sollte sie deshalb nicht als Klinik-Roboter missverstehen.

SPRING am Hôpital Broca: der reale Healthcare-Pilot

Der greifbarste Healthcare-Bezug von PAL heißt SPRING. Das EU-Projekt lief im Programm Horizon 2020, koordiniert vom französischen Institut Inria, lief nach dem CORDIS-Eintrag zum Zuschuss 871245 vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Mai 2024 und erhielt 8,36 Millionen Euro EU-Förderung. Im Mittelpunkt standen sieben ARI-Roboter.

Der Ort war das Hôpital Broca in Paris, eine geriatrische Universitätsklinik. Dort sollte ARI Patientinnen und Patienten im Wartebereich empfangen und begleiten. Nach Projektangaben wurde das System mit über 100 Patienten getestet, doch das war eine kontrollierte Erprobung, kein dauerhafter Stationsbetrieb.

SPRING fand in Frankreich statt, nicht in Deutschland, und es war Forschung, nicht Regelbetrieb. Ein Pilot mit 100 getesteten Patienten belegt Machbarkeit und Interesse, er belegt aber keine Zuverlässigkeit über Jahre und keine feste Klinik-Flotte.

Weitere EU-Projekte: SHAPES und der Pilot-Charakter

SPRING steht nicht allein. ARI tauchte auch im EU-Projekt SHAPES auf, das sich um digitale Lösungen für ältere Menschen drehte. Genannt werden Pilots unter anderem bei einer Klinik namens Clinica Humana. Auch das war ein Forschungs- und Pilotrahmen, kein Klinik-Regelbetrieb.

Die EU fördert Erprobungen, Universitäten und Kliniken testen mit, ein Hersteller liefert die Plattform — dieses Muster trägt beide Projekte. Am Ende steht ein Bericht, oft ein Prototyp-Stand und selten ein Kaufvertrag.

Der Healthcare-Einsatz von ARI ist dadurch gut dokumentiert, aber als Pilot, nicht als Betrieb. Ob nach 2023 neue EU-Projekte den Faden aufnehmen, ist offen und nicht sauber belegt.

Reifegrad ehrlich: Pilot und Forschung statt Regelbetrieb

Wichtige Trennung: Ein Forschungs-Pilot ist keine laufende Klinik-Flotte. ARI und TIAGo sind kommerziell erhältlich, ihr Healthcare-Einsatz läuft aber über EU-Projekte und Labore. Ein belegter kommerzieller Klinik-Regelbetrieb eines PAL-Roboters ist in der Recherche nicht auffindbar, auch nicht in Deutschland.

Die Roboter selbst sind reif genug, um verkauft zu werden — ihr Zielmarkt ist aber die Forschung, und dort liegt auch der Gesundheitsbezug. Zwischen „erhältlich als Forschungsplattform“ und „im Pflegealltag im Einsatz“ liegt ein weiter Weg.

An ARI können Sie das ablesen. Der Roboter ist technisch fertig, seine Klinik-Auftritte bleiben aber Erprobung. Das ist kein Makel, sondern der normale Stand eines jungen Feldes.

Deutschland-Bezug: DFKI Bremen und was nicht belegt ist

Deutschland kommt in dieser Geschichte genau einmal vor, und zwar in der Forschung. TIAGo läuft als Forschungsplattform am DFKI Bremen, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, und dient dort der Sensorfusion, Objekterkennung und semantischen Kartierung. Das ist Laborarbeit, kein Klinikeinsatz.

Weiter reicht die Belegkette nicht. Es gibt keinen belegten deutschen Klinik- oder Pflege-Regelbetrieb eines PAL-Roboters, keinen belegten deutschen Distributor und keinen CE-basierten Medizinproduktstatus für ARI oder TIAGo. Die Healthcare-Pilots liefen in Frankreich und Spanien, nicht in Deutschland.

Dieser Negativbefund beschreibt den heutigen Stand, kein Verbot und keine Zukunftsprognose. Suchen Sie gerade einen PAL-Roboter für die Klinik in Deutschland, finden Sie aktuell keinen geordneten Vertriebsweg. Näher am DACH-Markt finden Sie den kommerziellen Serviceroboter Lio.

Im Wettbewerb: ARI und TIAGo gegen Lio, Moxi und Aethon TUG

Um ARI und TIAGo einzuordnen, helfen drei belegte Alternativen aus dem Gesundheitswesen. Wir erfinden dabei keine Fremd-Werte. Wo eine Zahl nicht belegt ist, bleibt sie weg, und der Status steht offen dabei.

System Hersteller / Herkunft Kern-Specs Reife / Status DE-Bezug
ARI / TIAGo PAL Robotics (ES) ARI 165 cm, sozial, kein Manipulator; TIAGo 7-DoF-Arm, 3 kg Healthcare = EU-Pilot/Forschung, kein Regelbetrieb nur Forschung (DFKI Bremen), kein Klinikbetrieb
Lio F&P Robotics (CH) / United Robotics Group (Bochum, DE) mobiler Serviceroboter mit kollaborativem Arm, Navigation, Sprach-KI kommerziell in Pflege/Healthcare vermarktet stark: URG-Sitz Bochum, DE-Vertrieb belegt
Moxi Diligent Robotics (US) 136 kg, 23 DoF, ein Arm, Traglast bis 15 kg, autonome Lieferungen kommerzieller Klinikeinsatz USA (~100 Roboter, 25+ Kliniken) US-fokussiert, kein DE-Beleg
TUG Aethon / ST Engineering (US) autonomer Transporter, T3 453 kg, bis 0,7 m/s, abschließbare Fächer kommerziell breit in US-Kliniken US-fokussiert, kein DE-Beleg

ARI ist hier der einzige, dessen Gesundheitsbezug reine Forschung und Pilot ist. Lio wird kommerziell in der Pflege vermarktet und ist über United Robotics in Bochum DACH-nah verfügbar, Moxi und die Transportroboter von Aethon laufen bereits im US-Klinikalltag.

Auch die Rolle im Krankenhaus unterscheidet sich. ARI empfängt und kommuniziert, greift aber nichts, während der Klinik-Lieferroboter Moxi und die TUG-Transporter Material autonom durchs Haus bewegen. TIAGo kann greifen, ist aber ein Forschungsgerät, kein Klinikprodukt.

Wem PAL Robotics gehört: die offene Eigentümerfrage

Eine einzelne Sekundärquelle beschreibt PAL Robotics als Teil der PAL Technology Group mit Sitz in Abu Dhabi. Bestätigt ist das nicht. Die Angabe steht bislang nur an einer Stelle und lässt sich nicht an einer Primärquelle absichern.

Wir behandeln sie deshalb als offen. Ob PAL Robotics eine unabhängige Barcelona-Firma ist oder zu einer Holding gehört, ist mit der aktuellen Recherche nicht sauber zu klären, und bis ein belastbarer Beleg vorliegt, gilt hier kein Fakt. Wer die genaue Struktur braucht, sollte sie am Impressum und an offiziellen Registern prüfen.

Für die Einordnung im Gesundheitswesen ändert die Eigentümerfrage wenig, denn es zählt, was die Firma liefert und wo ihre Roboter laufen. Eine mögliche Holding im Hintergrund macht aus einem Forschungs-Pilot keinen Klinik-Regelbetrieb.

Recht: Maschinenverordnung, Medizinprodukt-Abgrenzung, Datenschutz

Roboter wie ARI und TIAGo fallen als mobile Maschinen unter das EU-Maschinenrecht. Die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 gilt verbindlich ab dem 20. Januar 2027 und ersetzt die alte Maschinenrichtlinie. Sie erfasst erstmals autonome mobile Maschinen und KI-Sicherheitsfunktionen, und die Marktüberwachung nach Artikel 50 Absatz 1 greift bereits ab dem 20. Oktober 2026.

CE ist eine Herstellererklärung nach Konformitätsbewertung, kein Qualitäts- oder Sicherheitssiegel. Bei KI-Funktionen kann zusätzlich der EU AI Act greifen, je nach Risikoeinstufung des konkreten Einsatzes. Das ist eine Frage des Anwendungsfalls, keine pauschale Zuordnung.

Für ARI und TIAGo ist kein Medizinproduktstatus nach der MDR belegt, denn sie sind soziale, assistierende oder Forschungsroboter, keine Medizinprodukte. Zugleich erfassen Kamera und Mikrofon von ARI im Klinik-Pilot personenbezogene Daten, und damit stellt sich die DSGVO-Frage, bei sensiblen Gesundheitsdaten auch Artikel 9 und eine Datenschutz-Folgenabschätzung nach Artikel 35 als offene Prüfpflicht. Das ist ein Hinweis, keine Rechtsberatung.

Grenzen, offene Fragen und was Sie realistisch erwarten können

PAL Robotics liefert reife Forschungs- und Assistenzplattformen mit echten EU-Healthcare-Pilots. Was fehlt, ist ein belegter kommerzieller Klinik-Regelbetrieb, in Deutschland genauso wie weltweit.

Einige Angaben bleiben offen. Die genaue Mitarbeiterzahl schwankt je nach Quelle, die Eigentümerstruktur ist unbestätigt, und ARI-Details wie Freiheitsgrade oder Gewicht stehen nicht auf der Produktseite. Auch ein möglicher Nachfolger von SPRING nach 2023 ist nicht sauber belegt.

Suchen Sie einen Roboter für den Klinikalltag in Deutschland, ist PAL heute kein fertiger Weg. Geht es Ihnen dagegen um Forschung, soziale Interaktion und Pilot-Erprobung, ist PAL ein ernstzunehmender Anbieter — Ankündigung und Pilot sind eben nicht dasselbe wie Verfügbarkeit im Regelbetrieb.

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fluxlane Redaktion

Neutrale Einordnung zu Service-, Assistenz- und Gesundheitsrobotik und Physical AI — mit Fokus auf den deutschen Markt, klaren Status-Angaben und quellenbelegten Zahlen. Wie wir arbeiten und Quellen prüfen.

Wer ist PAL Robotics?

PAL Robotics ist ein spanischer Roboterhersteller aus Barcelona, gegründet 2004. Die Firma baut vor allem Forschungs- und Entwicklungsplattformen wie TIAGo, TIAGo Pro und den sozialen Roboter ARI. Als Mitgründer und CEO wird Francesco Ferro geführt.

Wo sitzt PAL Robotics?

Der Hauptsitz ist Barcelona in Spanien. Zusätzlich werden Standorte in Toulouse in Frankreich und im italienischen Bari genannt. Nach eigenen Angaben verkauft PAL Roboter in rund 35 Länder.

Was ist der ARI-Roboter?

ARI ist ein sozialer Empfangs- und Assistenzroboter von PAL Robotics. Er ist laut Hersteller 165 cm hoch, trägt ein 10,1-Zoll-Tablet am Torso und spricht mehr als 30 Sprachen. Seine Arme greifen nichts, ARI ist auf Kommunikation ausgelegt, nicht auf Manipulation.

Läuft ein PAL-Roboter in deutschen Kliniken?

Ein belegter Klinik-Regelbetrieb ist nicht auffindbar. Der einzige deutsche Bezug ist Forschung: TIAGo läuft als Forschungsplattform am DFKI Bremen, nicht in einer Klinik. Die Healthcare-Pilots von PAL fanden in Frankreich und Spanien statt, nicht in Deutschland.

Ist ARI ein Pflegeroboter?

Nein. ARI ist ein sozialer Empfangs- und Assistenzroboter ohne Greifarme. Er übernimmt Empfang, Wegweisung und Interaktion, keine Pflege am Bett. Sein Einsatz im Gesundheitswesen ist bisher an Forschungs-Pilots gebunden.

Was ist der Unterschied zwischen ARI und TIAGo?

ARI ist ein sozialer Empfangsroboter ohne Manipulation, ausgelegt auf Sprache und Interaktion. TIAGo ist ein mobiler Manipulator mit ein oder zwei Armen à 7 Freiheitsgraden und 3 kg Traglast. ARI kommuniziert, TIAGo kann greifen und ist eine ROS-Forschungsplattform.

Kann man einen PAL-Roboter kaufen?

TIAGo, TIAGo Pro und ARI sind erhältlich, ihr Zielmarkt ist aber Forschung und Entwicklung. Der Kauf läuft über eine Anfrage beim Hersteller, öffentliche Listenpreise gibt es nicht. Ein belegter deutscher Distributor ist in der Recherche nicht auffindbar.

Ist ARI oder TIAGo ein Medizinprodukt?

Für ARI und TIAGo ist kein Medizinproduktstatus nach der MDR belegt. Sie sind soziale, assistierende oder Forschungsroboter. Ein MDR-Status würde erst relevant, wenn eine medizinische Zweckbestimmung vorläge — dafür gibt es keinen Beleg.

Was war das SPRING-Projekt?

SPRING war ein EU-Projekt im Programm Horizon 2020, koordiniert von Inria. Es lief vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Mai 2024 mit 8,36 Millionen Euro EU-Förderung. Sieben ARI-Roboter wurden am Hôpital Broca in Paris mit über 100 Patienten getestet — als Forschungs-Pilot, nicht im Regelbetrieb.

Wie unterscheidet sich PAL von United Robotics Lio?

Lio von F&P Robotics und der United Robotics Group wird kommerziell in Pflege und Healthcare vermarktet und ist über den Standort Bochum DACH-nah verfügbar. PALs ARI läuft im Gesundheitswesen dagegen nur in Forschungs-Pilots. Lio hat einen kollaborativen Greifarm, ARI greift nichts.

Gibt es einen deutschen PAL-Distributor?

Ein belegter deutscher Distributor ist in der Recherche nicht auffindbar. Der einzige deutsche Bezug ist die Forschung am DFKI Bremen. Ein geordneter Vertriebsweg für den Klinikeinsatz in Deutschland ist derzeit nicht belegt.

Quellen & Stand: pal-robotics.com (Hauptsitz Barcelona, Ausrichtung, Specs von ARI, TIAGo, TIAGo Pro und Kangaroo, Verkaufsstatus), aiwiki.ai und humanoidobserver.com (Gründung 2004, Reichweite ~35 Länder, Eigentümerhinweis — unbestätigt), fineeng.eu (Gründer/CEO Ferro), tracxn.com (Mitarbeiterzahl ~151, April 2026, Aggregator), CORDIS-Eintrag zum Zuschuss 871245 (EU-Projekt SPRING, Laufzeit 01.01.2020 bis 31.05.2024, EU-Beitrag 8.360.385 €, Koordinator Inria, Partner PAL Robotics und AP-HP) sowie spring-h2020.eu und pal-robotics.com Blog (7 ARI, Hôpital Broca, über 100 Patienten — diese drei Angaben stehen nur beim Projekt und beim Hersteller, nicht bei CORDIS), shapes2020.eu (SHAPES-Pilots), robotik.dfki-bremen.de (TIAGo-Forschung Bremen), IEEE Spectrum und robots.ros.org (Kangaroo, TALOS), fp-robotics.com und unitedrobotics.group (Lio), diligentrobots.com und therobotreport.com (Moxi), stengg.com und qviro.com (Aethon TUG), osha.europa.eu, tuv.com und pilz.com (Maschinenverordnung 2023/1230, CE, AI Act). Herstellerwerte sind Bestangaben und an der Primärquelle zu prüfen. Der Eigentümerhinweis auf Abu Dhabi ist unbestätigt und kein Fakt. SPRING und SHAPES sind Forschungs-Pilots, kein Klinik-Regelbetrieb. Diese Einordnung ist redaktionell und keine Kauf-, Anlage- oder Rechtsberatung. Stand: 12. August 2026.

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