Vierbeiniger Inspektionsroboter auf Gitterrost in einer Industrieanlage, eine Fachkraft mit Tablet steht im Hintergrund.

Roboterhunde · Herstellerprofil

ANYbotics ANYmal: Der Schweizer Laufroboter für industrielle Inspektionen

Stand 4. September 2026 · Lesezeit 11 Minuten · Herstellerprofil

Kurz gesagt — ANYmal ist kein Roboterhund für das Wohnzimmer. Der vierbeinige Roboter des Zürcher Unternehmens ANYbotics ist für wiederkehrende Inspektionsgänge in Industrieanlagen gedacht – über Treppen, Gitterroste und unebene Flächen, mit Kameras, Thermik und optionalen Sensoren. Die explosionsgeschützte Variante ANYmal X zielt auf Öl-, Gas- und Chemieumgebungen. Nicht die spektakuläre Gangart trägt den Nutzen, sondern die Frage, welche Messung autonom geplant, sicher durchgeführt und in einen Wartungsprozess überführt wird.

Aus einem ETH-Forschungsprojekt wurde ein europäischer Industrieanbieter

Die Entwicklungslinie von ANYmal beginnt im Robot Systems Lab der ETH Zürich. Vorläufer und Forschungsplattformen entstanden über mehrere Generationen; 2016 wurde ANYbotics als Spin-off gegründet, 2017 begannen nach Unternehmensangaben erste Verkäufe. Diese Herkunft erklärt die enge Verbindung aus Beinmechanik, Regelung, Wahrnehmung und autonomer Navigation. Heute ist ANYbotics ein eigenständiges Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich und einem kommerziellen Angebot. Der Forschungsroboter ANYmal und aktuelle Industrieprodukte dürfen dennoch nicht anhand einzelner alter Datenblätter vermischt werden. Angaben wie Gewicht, Akkulaufzeit oder Nutzlast unterscheiden sich nach Generation, Konfiguration und Einsatz. Veröffentlichungen des ETH-Labors belegen die technische Herkunft; verbindliche Eigenschaften eines heute gekauften Systems müssen aus dem aktuellen Angebot und Projektvertrag stammen. Der europäische Blickwinkel ist relevant, weil Entwicklung, Unternehmenssitz und CE-Kontext in der Schweiz beziehungsweise Europa verankert sind. Daraus folgt aber kein pauschaler lokaler Fertigungsanteil und auch keine automatische Eignung für jede europäische Anlage. [S01][S02]

Für Beschaffer bleibt deshalb die Generation im Angebot maßgeblich; ein Versuchsträger aus einer Publikation ist kein verlässliches Datenblatt des Serienprodukts.

ANYmal arbeitet als mobile Sensorplattform, nicht als universeller Manipulator

Die Kernaufgabe ist Inspektion. Wie sie aus der Luft gelöst wird, zeigt der Beitrag zur Drohneninspektion mit KI. ANYmal läuft zu Messpunkten, nimmt Bilder, Wärmebilder oder weitere Sensordaten auf und übermittelt Ergebnisse an eine Betriebsplattform. Er kann Anzeigen ablesen, Zustände vergleichen, akustische Auffälligkeiten erfassen und je nach Ausstattung Gase detektieren. Seine Beine helfen dort, wo Räder an Treppen, hohen Kanten oder grobem Boden scheitern. Daraus wird häufig ein „Allzweckroboter“ gemacht, doch die aktuelle Produktlogik ist enger. Ohne einen Arm führt das Standardsystem keine beliebigen Reparaturen aus, öffnet nicht automatisch jede Armatur und ersetzt keinen Instandhalter. Sein Nutzen entsteht durch wiederholbare Routen, gleichartige Messpositionen und dokumentierte Daten. Ein Mensch bewertet weiterhin Befund, Wartungspriorität und Freigabe. Optionale Nutzlasten erweitern die Messung, müssen aber mechanisch, elektrisch und softwareseitig integriert werden. Ein gutes Projekt startet deshalb nicht mit der Frage „Was kann der Roboter alles?“, sondern mit einer Liste riskanter oder zeitaufwendiger Rundgänge, deren Datenqualität und Reaktionsweg klar definiert sind. [S03]

Herstellerangaben von ANYbotics, Stand 4. September 2026; kein unabhängiger Test.
Baustein Typische Funktion Grenze
Zoomkamera Anzeigen, Leckspuren und Bauteile visuell prüfen Sichtlinie, Beleuchtung und Lesbarkeit bleiben entscheidend
Wärmebildkamera Temperaturmuster und Hotspots erfassen Diagnose braucht Grenzwerte und Kontext
Mikrofone/Akustik ungewöhnliche Geräusche lokalisieren Hintergrundlärm und Referenzdaten beeinflussen Ergebnis
optionale Gas- oder Akustiksensoren anlagenspezifische Messungen Konfiguration und Zulassung müssen zum Einsatz passen
autonome Navigation wiederkehrende Routen und Messpunkte Anlage, Türen und Funkabdeckung müssen vorbereitet sein
Rundgang mit mehreren Messpunkten an einer Anlage, verbunden zu einer wiederkehrenden Route.
Entscheidend ist, welche Messung autonom geplant, sicher durchgeführt und auswertbar abgelegt wird. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Sie zeigt keine dokumentierte reale Situation und kein konkretes Produkt.

Beine erschließen Treppen und Gitterroste, lösen aber nicht jedes Mobilitätsproblem

Vier Beine erlauben ANYmal, seinen Fußpunkt einzeln zu wählen und den Körper über unregelmäßigem Untergrund auszubalancieren. Herstellerangaben nennen Treppen, mehrgeschossige Anlagen, nasse beziehungsweise unebene Flächen und industrielle Hindernisse als Zielumgebung. Das unterscheidet den Roboter von vielen autonomen mobilen Plattformen auf Rädern. Gleichzeitig entstehen neue Grenzen: schmale oder offene Treppen, bewegliche Untergründe, tiefer Schlamm, sehr hohe Stufen, Leitern und enge Durchgänge können besondere Bewertung verlangen. Auch Sturzfolgen sind in einer Prozessanlage anders als in einem Labor. Eine Vorführung auf einer vorbereiteten Treppe beweist daher nicht die vollständige Routentauglichkeit. Vor dem Einsatz werden Geländemodell, Fluchtwege, Absturzkanten, Türen, Personenverkehr und Dockposition geprüft. Der Roboter braucht außerdem eine sichere Reaktion auf unerwartete Hindernisse. „Kann Treppen steigen“ ist eine Fähigkeit, kein Freibrief. Wirtschaftlich zahlt sie sich dort aus, wo gerade die vertikale und raue Infrastruktur bisher häufige manuelle Rundgänge erzwingt. [S03]

Zur Abnahme gehört folglich eine reale Streckenprüfung mit den schlechtesten erwartbaren Bedingungen, nicht nur die Vermessung einer idealen Referenzstufe.

Laufroboter steigt eine industrielle Gitterrosttreppe hinauf, Rohrleitungen und Geländer umgeben ihn.
Zur Abnahme gehört eine reale Streckenprüfung unter den schlechtesten erwartbaren Bedingungen, nicht die Vermessung einer idealen Referenzstufe. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Sie zeigt keine dokumentierte reale Situation und kein konkretes Produkt.

ANYmal X bringt Ex-Schutz in eine klar definierte Zone

ANYmal X ist der Ex-Schutz-Ableger der Baureihe. Wie weit er am Stichtag tatsächlich ausgeliefert wird, lässt der Hersteller allerdings offen: Die Produktseite trägt am 4. September 2026 den Vermerk, die Spezifikationen für 2026 kämen erst noch. Wer beschafft, sollte den Liefer- und Zertifizierungsstand deshalb schriftlich bestätigen lassen, statt ihn aus der Produktseite abzuleiten. ANYbotics nennt ATEX- und IECEx-Zertifizierung bis Zone 1, Gasgruppe IIB, sowie Schutzart IP67. „Bis Zone 1“ ist dabei eine Obergrenze und schließt Zone 2 ein — es ist keine Punktangabe für genau eine Zone. Hinter der ATEX-Kennzeichnung steht die Richtlinie 2014/34/EU, die Geräte für explosionsgefährdete Bereiche in Gerätegruppen und -kategorien einteilt; die Zoneneinteilung der Anlage selbst nimmt dagegen der Betreiber im Rahmen seines Explosionsschutzdokuments vor. Ein zertifiziertes Gerät und eine freigegebene Anlage sind deshalb zwei verschiedene Nachweise. [S07] Solche Angaben sind präzise, aber nicht grenzenlos. Zone, Stoffgruppe, Temperaturklasse, konkrete Gerätekonfiguration und lokale Anlagenfreigabe müssen zusammenpassen. Aus „Ex-geschützt“ folgt nicht, dass der Roboter in jeder explosionsgefährdeten Atmosphäre oder Zone eingesetzt werden darf. Die Produktseite beschreibt außerdem eine schwenk- und neigbare Inspektionseinheit mit 20-fachem Zoom, Wärmebildmessung von minus 10 bis 400 Grad Celsius, Mikrofon, Beleuchtung und Bedienbildschirm. Diese Ausstattung zielt auf Öl- und Gasinstallationen sowie chemische Anlagen, in denen Personalexposition reduziert werden soll. Die Zertifizierung betrifft den sicheren Geräteeinsatz unter definierten Bedingungen; sie garantiert nicht die Güte jeder Inspektionsdiagnose. Betreiber bleiben dafür verantwortlich, Messverfahren, Kalibrierung, Alarmgrenzen und Reaktion in ihr Sicherheitsmanagement einzubetten. [S04]

Auch Wartung, Zubehörwechsel und Laden müssen in das Explosionsschutzdokument passen; die Zertifizierung wirkt nicht losgelöst vom betrieblichen Verfahren.

IP67 schützt gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen – nicht gegen jede Chemikalie

Die Schutzart IP67 wird schnell als Synonym für „für draußen und unzerstörbar“ gelesen. Die erste Ziffer steht für Staubdichtheit, die zweite für Schutz bei zeitweiligem Untertauchen unter normierten Bedingungen. Daraus folgt weder dauerhafte Unterwasserfähigkeit noch Beständigkeit gegen beliebige Säuren, Lösungsmittel, Salznebel oder Hochdruckreinigung. In Industrieanlagen zählen Werkstoffverträglichkeit, Dichtungszustand, Temperatur und Reinigungsverfahren zusätzlich. ANYbotics positioniert sowohl ANYmal als auch ANYmal X für robuste Umgebungen; der konkrete Einsatz muss dennoch gegen Datenblatt und Risikobeurteilung geprüft werden. Dasselbe gilt für Sensorfenster: Ein Gehäuse kann dicht sein, während Schmutz, Kondensat oder Öl die Messqualität mindern. Nach einem Rundgang braucht es daher definierte Sicht- und Funktionskontrollen. Schutzarten sind wertvolle, vergleichbare Nachweise, solange ihre Normgrenzen respektiert werden. Sie dürfen weder durch Marketingbegriffe ersetzt noch auf nicht zertifizierte Anbauten übertragen werden. Eine zusätzliche Nutzlast kann die Gesamtzulassung und Dichtheit beeinflussen. [S03][S04]

Ein Betreiber sollte deshalb Reinigungsmittel, Exposition und Inspektionsintervalle mit Herstellerfreigaben abgleichen und Abweichungen in seiner Risikobeurteilung dokumentieren.

Laufroboter mit separat dargestellten Komponenten für Zoomkamera, Wärmebildkamera, Mikrofon und optionalen Gassensor.
Eine Sensorplattform statt eines Universalroboters: Der Wert entsteht aus den Messmitteln, nicht aus der Bauform. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Sie zeigt keine dokumentierte reale Situation und kein konkretes Produkt.

Autonomie bedeutet Missionsausführung mit menschlichem Eskalationsweg

In einem typischen Ablauf erstellt der Betreiber eine Mission aus Route und Inspektionspunkten. ANYmal navigiert, positioniert Sensoren, erfasst Daten und kehrt zum Dock zurück. Die Software kann wiederkehrende Muster vergleichen und Auffälligkeiten markieren. Das ist mehr als reine Fernsteuerung, aber keine unbegrenzte Selbstständigkeit. Türen, neue Gerüste, abgestellte Teile oder eine veränderte Funkumgebung können eine Mission blockieren. Dann braucht es definierte Zustände: warten, sicher anhalten, lokale Hilfe anfordern oder eine alternative Route wählen. Ebenso muss klar sein, wer einen Alarm verifiziert. Eine Wärmebildabweichung ist zunächst ein Messsignal, keine fertige Instandhaltungsentscheidung. Der Mehrwert liegt in häufiger, gleichförmiger Datenerfassung und weniger Exposition von Menschen in gefährlichen Bereichen. Für eine belastbare Autonomieaussage sollten Betreiber Eingriffsrate, erfolgreich abgeschlossene Missionen, Fehlalarme und nicht erfasste Befunde messen. Ein Video einer einzelnen störungsfreien Runde sagt über diese Betriebskennzahlen wenig aus. [S03]

Zusätzlich sollte jede Mission speichern, warum sie stoppte und ob die Fortsetzung autonom, fernunterstützt oder nach einem Vor-Ort-Eingriff erfolgte.

Dock, Funk und Software sind genauso wichtig wie der Laufroboter

Ein kommerzieller Inspektionsroboter ist ein System aus Fahrzeug, Lade- beziehungsweise Dockingstation, Netzwerk, Bedienoberfläche und Datenintegration. Das Dock ermöglicht wiederholte Einsätze ohne manuelles Anstecken, benötigt aber einen geeigneten Standort und eine zuverlässige Zufahrt. Funkabdeckung muss nicht nur hohe Bandbreite liefern, sondern auch Ausfälle beherrschbar machen. Prozessdaten sollen in vorhandene Wartungs- oder Asset-Systeme gelangen, ohne eine zweite isolierte Datenwelt zu schaffen. Dafür sind Schnittstellen, Benutzerrollen, Protokollierung und Cybersecurity relevant. Bei kritischen Anlagen sollte außerdem feststehen, welche Funktionen lokal weiterlaufen und wie Zertifikate beziehungsweise Zugangsdaten erneuert werden. ANYmal kann sensorisch viel erfassen; der wirtschaftliche Wert entsteht erst, wenn ein Befund eine nachvollziehbare Arbeitsorder oder Prüfung auslöst. Deshalb gehören IT, Instandhaltung, Arbeitssicherheit und Anlagenverantwortliche in die Einführung. Ein reines Innovationsbudget ohne Prozessinhaber produziert leicht Demonstrationen, aber keinen stabilen Betrieb. [S03][S05] Wie stark die Aufgabe selbst über die erreichbare Einsatzdauer entscheidet, zeigt ein Vierbeiner, der eine Marathondistanz unter Messung zurückgelegt hat: 81,2 Prozent der Zeit lag er im Effizienzband um 3 Meter je Sekunde.

Bei der Abnahme sind daher nicht nur Laufwege, sondern auch Wiederanlauf, Rechteentzug und ein vollständiger Datenexport praktisch zu testen.

Laufroboter an einer Ladestation, daneben ein Arbeitsplatz mit Auswertung der Inspektionsdaten.
Dock, Funk und Auswertung entscheiden über den Dauerbetrieb genauso wie die Mechanik des Roboters. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Sie zeigt keine dokumentierte reale Situation und kein konkretes Produkt.

Northern Lights zeigt einen realen Einsatz, nicht die Übertragbarkeit auf jede Anlage

ANYbotics nennt die Northern-Lights-Anlage zur CO₂-Speicherung als Kunden- und Einsatzbeispiel. Betriebsführer ist Equinor; Eigentümer des Gemeinschaftsunternehmens sind laut der Fallstudie Equinor, TotalEnergies und Shell gemeinsam. Eingesetzt wurde dort nach derselben Fallstudie ANYmal, nicht ANYmal X — der Fall belegt also industrielle Inspektion in einem anspruchsvollen Energieumfeld, aber keinen Ex-Zonen-Einsatz. Solche Referenzen sind stärker als ein Laborvideo, weil sie Integration und Betrieb an einer realen Anlage belegen. Sie bleiben jedoch ein vom Anbieter beziehungsweise Partner ausgewählter Fall. Klima, Layout, Prozessrisiken, Organisationsreife und wirtschaftliche Rechnung können an einem deutschen Chemiepark oder Kraftwerk anders ausfallen. Eine Fallstudie beantwortet deshalb drei Fragen: Welche konkrete Mission wurde automatisiert? Welche Sensoren und Freigaben waren nötig? Welche Kennzahlen verbesserten sich? Ohne diese Details sollte aus einer Referenz kein allgemeiner Return on Investment abgeleitet werden. Besonders bei Ex-Anwendungen ist die Übertragbarkeit an Zoneneinteilung und Stoffgruppe gebunden. Der Fall zeigt überzeugend, dass vierbeinige Inspektion industrielle Realität ist. Er zeigt nicht, dass jeder Rundgang sofort ersetzt werden kann. [S06]

Erst ein eigener, zeitlich begrenzter Pilot kann zeigen, ob die Referenzwirkung unter den lokalen Randbedingungen tatsächlich trägt.

Anlagenbereich mit abgegrenzter Zone und getrennt dargestellter Gerätezertifizierung.
Ein zertifiziertes Gerät und eine freigegebene Anlage sind zwei verschiedene Nachweise. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Sie zeigt keine dokumentierte reale Situation und kein konkretes Produkt.

Preis und Beschaffung folgen einem Projekt, nicht einem Webshop

ANYbotics veröffentlicht für ANYmal kein allgemein gültiges deutsches Endkundenpreisschild. Interessenten werden in einen projektbezogenen Vertriebsprozess geführt. Das ist für Industrieausrüstung plausibel, weil Sensorpaket, Ex-Ausführung, Dock, Software, Integration, Schulung, Service und Einsatzort den Gesamtpreis prägen. Eine im Netz genannte Einzelzahl wäre ohne Konfiguration und Datum kaum vergleichbar. Für die Beschaffung zählen deshalb Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit: Hardware, Implementierung, Netzumbau, Wartung, Ersatzgerät, Updates, Datenanbindung und Personal für Auswertung sowie Eskalation. Auch Verfügbarkeit ist anders zu formulieren als bei Konsumprodukten. ANYmal ist als industrielles Produkt erhältlich, aber nicht zwingend sofort ab Lager oder zu einheitlichen Konditionen. Ein Pilot sollte Abnahmekriterien enthalten und nicht allein nach gefahrenen Stunden bewertet werden. Erfolgsgrößen können abgeschlossene Messpunkte, Datenqualität, vermiedene Exposition, Eingriffsquote und Zeit bis zur Bearbeitung eines Alarms sein. Preise und Lieferzeiten sind angebotsspezifisch und ohne Gewähr. [S03]

Angebote sollten deshalb dieselbe Leistungsgrenze und dieselben Abnahmekriterien enthalten, bevor ihre Summen miteinander verglichen werden.

Ein guter Pilot beginnt mit einem langweiligen, wiederholbaren Rundgang

Der attraktivste Demonstrationsort ist oft nicht der beste Start. Eine Route mit definierten Treppen, wiederkehrenden Anzeigen und klaren Grenzwerten liefert schneller belastbare Daten als ein ständig wechselnder Ausnahmebereich. Zunächst sollten Ausgangsaufwand und Sicherheitsrisiko gemessen werden. Dann folgt eine begrenzte Mission mit menschlicher Parallelkontrolle, dokumentierten Abbrüchen und einem Plan für Funkverlust oder Sturz. Erst wenn die Messergebnisse reproduzierbar sind, lohnt sich die Skalierung. Dahinter steht eine organisatorische Frage: Soll ANYmal Personal ersetzen, Zugang zu gefährlichen Zeiten vermeiden oder zusätzliche Messfrequenz schaffen? Unterschiedliche Ziele brauchen andere Kennzahlen. Die spektakuläre Laufbewegung kann Akzeptanz fördern, darf aber nicht vom Datenprozess ablenken. Ein erfolgreicher Pilot endet mit einer Entscheidung über Betrieb, Integration und Zuständigkeit – nicht mit einem Imagefilm. ANYmal ist besonders stark, wenn Mobilität ein reales Hindernis für regelmäßige Inspektion ist und die erfassten Signale bereits in einen etablierten Wartungsprozess passen. [S03][S05]

Das vermeidet zugleich, dass seltene spektakuläre Einzelaufgaben den dauerhaften Personal- und Integrationsaufwand im Business Case verdecken.

Quellen und Stand — Alle Angaben mit Stand 4. September 2026 und, soweit nicht anders vermerkt, an der jeweiligen Primärquelle geprüft. ANYmal (Robot Systems Lab, ETH Zürich, Abruf 04.09.2026); About Us (ANYbotics, Abruf 04.09.2026); ANYmal – Autonomous Robotic Inspection Solution (ANYbotics, Abruf 04.09.2026); ANYmal X (ANYbotics, Abruf 04.09.2026); ANYmal Software and Integrations (ANYbotics, Abruf 04.09.2026); ANYmal deployed at Northern Lights CCS Facility (ANYbotics, 23.06.2025); Richtlinie 2014/34/EU über Geräte für explosionsgefährdete Bereiche (ATEX) (EUR-Lex, 26.02.2014).

fl

fluxlane Redaktion

Neutrale Einordnung zu Robotik, autonomen Systemen und Physical AI — mit Fokus auf den deutschen Markt, klarer Trennung von Unternehmensangabe und Rechtsnorm und quellenbelegten Angaben. Wie wir arbeiten und Quellen prüfen.

FAQ zu ANYbotics und ANYmal

Was ist ANYmal?

ANYmal ist eine vierbeinige mobile Plattform für industrielle Inspektionen. Sie navigiert durch Anlagen und erfasst je nach Ausstattung visuelle, thermische, akustische oder weitere Sensordaten.

Ist ANYmal ein Roboterhund für Privatkunden?

Nein. Form und Gang erinnern an einen Hund, doch Produkt, Vertrieb und Funktionen richten sich an Industrieunternehmen. Ein öffentlicher Verbraucherpreis existiert nicht.

Was unterscheidet ANYmal X?

ANYbotics nennt für ANYmal X eine ATEX/IECEx-Zertifizierung bis Zone 1, Gasgruppe IIB, und Schutzart IP67. Am 4. September 2026 weist die Produktseite die Spezifikationen für 2026 allerdings noch als ausstehend aus. Die konkrete Anlagenfreigabe bleibt in jedem Fall erforderlich.

Kann ANYmal Treppen steigen?

Ja, Treppen und mehrgeschossige Anlagen gehören zum vorgesehenen Einsatz. Ob eine konkrete Treppe geeignet ist, hängt von Geometrie, Zustand und Risikobeurteilung ab.

Repariert ANYmal gefundene Defekte?

Das Standardsystem ist vor allem eine Sensor- und Inspektionsplattform. Es erkennt beziehungsweise dokumentiert Auffälligkeiten; Reparatur und finale Diagnose bleiben üblicherweise bei Menschen und anderen Werkzeugen.

Woher kommt ANYbotics?

Das Unternehmen ist ein 2016 gegründetes Spin-off der ETH Zürich mit Hauptsitz in Zürich. Erste Verkäufe begannen nach Unternehmensangaben 2017.

Was spricht gegen eine Beschaffung von ANYmal?

Der Preis ist projektbezogen und nicht öffentlich, was einen Marktvergleich erschwert. Für ANYmal X weist der Hersteller die Spezifikationen für 2026 am Stichtag noch als ausstehend aus, sodass Liefer- und Zertifizierungsstand vertraglich abzusichern sind. Und ein Laufroboter rechnet sich nur dort, wo Treppen, Roste oder enge Ebenen ein Fahrzeug tatsächlich ausschließen; auf befahrbaren Flächen ist eine radgebundene Plattform meist günstiger.

Welche Alternative kommt für Inspektionsaufgaben in Betracht?

Für befahrbare Anlagen sind radgebundene autonome Inspektionsplattformen die naheliegende Alternative, für Höhen und Außenanlagen Inspektionsdrohnen. Boston Dynamics bietet mit Spot einen unmittelbaren Wettbewerber im Segment der Laufroboter. Welche Bauart passt, entscheidet die Streckenprüfung an der realen Anlage, nicht das Datenblatt.

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