In einer leeren Halle liegt mehrere Meter hinter einer weißen Ziellinie eine schwere Turnmatte mit einer tiefen Vertiefung. Auf dem Boden kreuzen sich zwei verschiedene Markierungssysteme.

Physical AI & Robotik-KI · Analyse

Was von der Roboter-Olympia bleibt, wenn die Halle leer ist

Stand 26. August 2026 · Lesezeit 13 Minuten · Analyse

Kurz gesagt — Zum Abschluss der World Humanoid Robot Games in Peking haben die Veranstalter einen Datensatz aus dem Wettkampfbetrieb veröffentlicht: über 2.500 Stunden reale Betriebsdaten, und zwar ausdrücklich einschließlich Fehlerfällen und Grenzbedingungen. Aus der Eisschnelllaufhalle soll bis Jahresende ein Trainingsgelände von 3.000 Quadratmetern werden, hundert Roboter sollen an Trainingsstützpunkte und Schulen gehen, und für die dritte Ausgabe 2027 ist angekündigt, dass die Szenariowettbewerbe die Sportdisziplinen zahlenmäßig übersteigen sollen. Die meistzitierte Zahl dieser Woche waren 8,64 Sekunden über 100 Meter. Die folgenreichere könnte 2.500 sein. Redaktionelle Einordnung nach dem Stand vom 26. August 2026.

Was am letzten Abend veröffentlicht wurde

Fünf Tage lang lief in Peking ein Wettkampf, über den vor allem eine Zahl berichtet wurde. Ein Humanoid absolvierte die 100 Meter der Großgruppe in 8,64 Sekunden. Wer wissen will, was diese Zahl belegt und was nicht, findet die Einordnung in unserem Beitrag zu den Geschicklichkeitsdisziplinen dieser Spiele.

Am Abend der Schlussfeier kam eine Mitteilung heraus, die kaum jemand aufgriff. Die Veranstalter haben die Betriebsdaten der Veranstaltung zusammengeführt und veröffentlicht: nach Angaben von Xinhua über 2.500 Stunden reale Daten aus Trainingsvorbereitung und Wettkampf.

Bemerkenswert ist nicht die Dauer, sondern die Aufzählung dessen, was darin steckt. Xinhua nennt sie ausdrücklich: Aufnahmen aus mehreren Perspektiven, Gelenkbewegungsinformationen, Zustandsrückmeldungen der Roboter, Ergebnisse der Aufgabenausführung, Fehlerfälle und Grenzbedingungen, semantische Beschriftungen von Absicht und Bewegung, Objekterkennungsannotationen aus mehreren Blickwinkeln sowie vollständige Aufzeichnungen langer Handlungsabläufe unter unstrukturierten dynamischen Störungen.

Beijing Daily beziffert die Struktur zusätzlich: 12 Anwendungsszenarien, 44 Aufgaben, über 100 Fähigkeiten.

Was der Veranstalter zum Datenbestand angibt. Die Aufstellung folgt den beiden Mitteilungen; sie ist keine unabhängige Prüfung des Inhalts.
Angabe Wert Quelle
Umfang über 2.500 Stunden Xinhua, 27.08.2026
Szenarien 12 Beijing Daily, 26.08.2026
Aufgaben 44 Beijing Daily, 26.08.2026
Fähigkeiten über 100 Beijing Daily, 26.08.2026
Fehlerfälle enthalten ausdrücklich ja Xinhua, 27.08.2026

Warum die Fehlversuche die eigentliche Nachricht sind

An einer Werkstattwand hängen rund fünfzig fast identische Papierabzüge in sechs Reihen, alle mit derselben Robotorhand über einem kippenden Gegenstand. Drei davon tragen einen mit Fettstift gezogenen Kreis.
KI-generierte Illustration (Symbolbild). So sieht ein Bestand aus Fehlversuchen aus: viele fast gleiche Aufnahmen derselben Sekunde, deren Wert in den Abweichungen liegt.

Ein Datensatz, der Misserfolge mitführt, ist in der Robotik nicht selbstverständlich. Wer Bewegungsdaten sammelt, sammelt meistens gelungene Durchläufe: Der Griff sitzt, das Objekt landet, der Ablauf wird abgespeichert. Das ist naheliegend, weil man einem System zeigen will, wie es geht.

Es hat nur einen Nachteil. Ein System, das ausschließlich Gelingen gesehen hat, weiß nicht, wie sich Scheitern anfühlt. Es erkennt nicht, dass der Griff gerade abrutscht, weil ihm die Sekunde vor dem Abrutschen nie gezeigt wurde. In der Fachsprache heißt dieses Problem Verteilungsverschiebung: Die Wirklichkeit weicht von den Trainingsdaten ab, und das System hat für die Abweichung keine Antwort.

Genau deshalb ist die Formulierung in der Mitteilung interessant. Fehlerfälle und Grenzbedingungen stehen dort nicht als Restposten, sondern als eigener Punkt der Aufzählung. Wer sie aufnimmt, hält Zustände fest, in denen etwas kippt: der Karton, der beim Anheben nachgibt; die Übergabe, bei der das Gegenüber zu früh loslässt; der Lauf, der nach dem Zieleinlauf nicht mehr abgebremst wird.

Ein Wettkampf ist für diese Art Material ein ungewöhnlich guter Lieferant. Er erzeugt Fehlversuche in Serie, unter Zeitdruck, vor Publikum und mit Systemen, die an ihre Grenze gefahren werden. Wie unterschiedlich dieselbe Aufgabe ausgehen kann, hat sich schon bei den Szenario-Wettbewerben dieser Spiele gezeigt.

Das ist die redaktionelle Einordnung dieser Mitteilung und keine Aussage über die Qualität der Daten. Wie sauber annotiert, wie ausgewogen verteilt und wie brauchbar der Bestand tatsächlich ist, lässt sich von außen nicht beurteilen.

Was 2.500 Stunden wert sind — und was nicht

Die Zahl klingt groß, und sie sagt für sich genommen wenig. Stunden sind kein Maß für Informationsgehalt: Eine Kamera, die eine Stunde lang auf einen stehenden Roboter hält, liefert eine Stunde. Entscheidend ist, wie viele verschiedene Situationen darin vorkommen und wie fein sie beschrieben sind.

Genau deshalb ist die Strukturangabe von Beijing Daily nützlicher als die Dauer. 12 Szenarien, 44 Aufgaben, über 100 Fähigkeiten beschreiben eine Breite. Ob die 2.500 Stunden gleichmäßig darüber verteilt sind oder ob ein einzelnes Szenario den Löwenanteil stellt, steht in keiner der Mitteilungen.

Ein zweiter Vorbehalt betrifft die Verfügbarkeit. Beijing Daily schreibt, der Bestand solle kostenlos zugänglich sein. Xinhua nennt als Zweck, Forschung zur verkörperten künstlichen Intelligenz zu unterstützen und Forschungseinrichtungen und Unternehmen Trainings- und Prüfdaten bereitzustellen — sagt zur Zugänglichkeit aber nichts. Eine Bezugsadresse, ein Lizenzmodell oder ein Veröffentlichungsdatum nennt keine der beiden Meldungen.

Bis dahin ist das eine Ankündigung. Wir behandeln sie als solche.

Welche Zahlen etwas sagen — und welche nicht

Wer nach den Spielen sucht, was der spektakulärste Wert war, stößt auf den Standhochsprung. Und dort auf ein Durcheinander, das sich erst auflöst, wenn man nachsieht, wo die Zahlen herkommen.

Im Umlauf sind 2,8843 Meter, 3,40 Meter und 3,42 Meter. Der Vorjahreswert lag bei 95,641 Zentimetern.

Die meistzitierte der drei stammt gar nicht aus einem Wettkampf. People’s Daily schreibt, gestützt auf Beijing Youth Daily, die 2,8843 Meter seien im Vorführungsteil der Eröffnungsfeier erreicht worden. Eine Show ist kein Wettbewerb: Sie hat keine Gegner, keine Wertungsrichter und keine Regel, an die sie sich halten muss.

Für die beiden anderen Werte gibt es ein zweites Problem, und es steht im Regelwerk selbst. Das offizielle Reglement definiert das Ergebnis dieser Disziplin als den senkrechten Abstand des tiefsten Körperpunkts zum Boden im höchsten Punkt des Sprungs. Gemessen wird also die Bodenfreiheit. Nach diesem Maß hieße 3,40 Meter, dass die Füße des Roboters dreieinhalb Meter über dem Hallenboden stehen.

Der Vorjahreswert von 95,641 Zentimetern passt dagegen genau in den Bereich, den dieses Maß erwarten lässt. Entweder messen die Berichte etwas anderes als das Reglement definiert, oder eine der Zahlen stimmt nicht. Solange das offene Ergebnisblatt fehlt, nennen wir keine.

Derselbe Fall wiederholt sich beim Sprint. Die häufig zitierten 9,32 Sekunden über 100 Meter stammen nach demselben Bericht aus dem Messteil vor der Veranstaltung, gelaufen vom Humanoiden Lightning des Herstellers Honor, mit einer Spitzengeschwindigkeit von 14,5 Metern pro Sekunde. Auch das ist kein Rennen gewesen.

Das ist keine Kritik am Veranstalter, der beides korrekt als Vorführung und als Test bezeichnet hat. Es ist eine Beobachtung darüber, was auf dem Weg von der Halle in die Meldung verlorengeht: die Angabe, unter welchen Bedingungen eine Zahl entstanden ist.

Der belastbarste Hinweis auf das Tempo der Entwicklung steckt nicht in der Sprintzeit, sondern in den Disziplinen, über die kaum jemand schreibt. Xinhua nennt in seinem Abschlussbericht zu mehreren Wettbewerben den Vorjahreswert daneben.

Werte des Abschlussberichts vom 27. August 2026, jeweils mit dem Vorjahreswert derselben Disziplin. Aus zwei Jahreswerten lässt sich keine Fortschrittsrate ableiten.
Disziplin Erstausgabe 2025 Zweite Ausgabe 2026
400 Meter, Kleingruppe 1:28,03 min 45,66 s
1.500 Meter 6:34,40 min 2:21,64 min

Über 400 Meter hat sich die Siegerzeit in einem Jahr etwa halbiert, über 1.500 Meter liegt sie bei rund einem Drittel des Vorjahreswerts. Solche Sprünge kommen im menschlichen Sport nicht vor, und sie sagen auch nichts über eine Fähigkeit — sie sagen, dass die Systeme sich in einer frühen Phase befinden, in der große Schritte noch möglich sind.

Genau deshalb sind sie für die Frage nach dem Danach interessanter als der 100-Meter-Wert. Eine Strecke von 1.500 Metern verlangt, dass Antrieb, Kühlung und Energieversorgung über Minuten durchhalten. Das ist näher an einer Arbeitsschicht als an einem Sprint.

Aus der Sporthalle soll ein Trainingsgelände werden

In einer großen leeren Halle steht ein einzelnes Ladenregal mit neutralen Kartons quer auf geschwungenen Bahnmarkierungen, daneben eine freistehende Küchenarbeitsplatte auf provisorisch ausgelegten Bodenplatten.
KI-generierte Illustration (Symbolbild). Angekündigt ist, aus der Wettkampfhalle ein Trainingsgelände für Arbeitsaufgaben zu machen. Gebaut ist es noch nicht.

Der zweite Teil der Abschlussmitteilung betrifft das Gebäude. Im Nationalen Eisschnelllaufstadion, gebaut für die Winterspiele 2022, soll nach Angaben von Beijing Daily ein Szenario-Trainingszentrum von 3.000 Quadratmetern entstehen. Fertigstellung bis Jahresende, danach kostenlose Öffnung. Als Betreiber wird die North Olympic Group genannt.

Der erklärte Zweck ist, reale Abläufe aus Produktion, Dienstleistung und Spezialanwendungen einzusammeln und in die Trainingsumgebung zu übernehmen. Damit wäre die Halle nicht mehr Kulisse für einen jährlichen Wettkampf, sondern eine dauerhafte Einrichtung.

Eine Verwechslung ist hier eingebaut, und sie ist leicht zu übersehen. In Peking gibt es bereits ein Datentrainingszentrum für humanoide Roboter — im Bezirk Shijingshan, eröffnet im August 2025, und ebenfalls 3.000 Quadratmeter groß. Wer die Zahl allein sucht, findet das falsche Zentrum. Zu unterscheiden sind sie nur über den Ort und das Datum.

Ob das neue Zentrum entsteht wie angekündigt, ist eine Ankündigung mit Termin und keine Bestandsmeldung. Der Termin liegt vier Monate voraus.

Eine zweigeteilte Aufnahme zeigt zweimal dasselbe gelb abgeklebte Rechteck auf dem Boden: links auf benutztem Hallenboden mit abgelösten Klebebandecken, rechts auf frisch gefegtem Estrich.
KI-generierte Illustration (Symbolbild). Zwei verschiedene Einrichtungen werden mit derselben Fläche angegeben; unterscheidbar sind sie nur über Ort und Datum.

Hundert Roboter, die nicht eingelagert werden

In einem leeren Schulflur steht am Ende einer Reihe niedriger Kleiderhaken mit Kinderjacken ein ausgeschalteter humanoider Roboter, dessen Ladekabel an der Fußleiste zu einer Steckdose führt.
KI-generierte Illustration (Symbolbild). Angekündigt ist, hundert Geräte an Trainingsstützpunkte und Schulen abzugeben. Was dort daraus wird, ist offen.

Die dritte Angabe ist die kleinste und in ihrer Logik die aufschlussreichste. Im Rahmen eines Programms, das Roboter in Schulen bringen soll, will die Beijing Robot Rental Company nach Angaben von Beijing Daily 100 Roboter abgeben. Ein Teil soll an Trainingsstützpunkte gehen, der Rest über die Bildungsbehörde an Schulen verteilt werden.

Welche Modelle das sind, welche Fähigkeiten sie haben und wie der Betrieb an einer Schule organisiert wäre, steht nicht in der Meldung. Aus einer Stückzahl folgt kein Unterrichtskonzept.

Interessant ist trotzdem die Richtung. Wettkampfgerät wird üblicherweise nach der Veranstaltung eingelagert oder geht an die Hersteller zurück. Hier soll ein Teil des Bestands weiterlaufen — in Ausbildung, Training und Forschung. Das passt zu der Absicht, aus dem Ereignis eine Infrastruktur zu machen, statt eine Show zu wiederholen.

Vier Roboter für vierzig Disziplinen

Es gibt eine Angabe aus diesen Spielen, die der Vorstellung vom Alleskönner deutlicher widerspricht als jede Fehlerstatistik. Sie steht in einem Bericht über den erfolgreichsten Starter.

Das Beijing Humanoid Robot Innovation Center trat nach Angaben in People’s Daily mit vier verschiedenen Modellen in über vierzig Wettbewerben an, und die vier haben getrennte Aufgaben: Tiangong Ultra für Kurz- und Langstrecke sowie Sprünge, Tiangong Omni für Sprint und Hindernislauf, Tiangong 3.0 für Tauziehen, Gewichtheben und Notfallszenarien, Tianyi 2.5-TE für Feinmanipulation in Handel, Gastronomie, Industrie und Haushalt.

Vier Körper, weil einer nicht reicht. Wer schnell laufen soll, braucht andere Gelenke als wer eine Flasche zudreht; wer schwer trägt, braucht eine andere Balanceregelung als wer über Hindernisse steigt. Das ist keine Schwäche dieses Herstellers, sondern der derzeitige Stand: Die Eigenschaften, die Science-Fiction einem einzigen Androiden gibt, verteilen sich in der Wirklichkeit auf Bauarten.

Und es erklärt, warum ein Datensatz aus einem solchen Wettkampf überhaupt etwas wert sein kann. Er enthält nicht die Aufzeichnungen einer Maschine, sondern die vieler verschiedener Bauarten bei derselben Aufgabe. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Sammlung und einem Trainingsbestand.

Der Veranstalter selbst hat die Trennung ins Programm geschrieben: eine Sportschiene, die Grundleistung prüft, und eine Szenarioschiene, die Arbeitsaufgaben prüft. Die Ankündigung für 2027 verschiebt das Gewicht zwischen beiden — sie hebt die Trennung aber nicht auf.

Was die Ankündigung für 2027 verrät

Die dritte Ausgabe soll im August 2027 wieder in Peking stattfinden. Ein Satz aus der Abschlussmitteilung ist dabei bemerkenswerter als der Termin: Die Zahl der Szenariowettbewerbe soll die der Wettkampfdisziplinen übersteigen.

Wer die Entwicklung von außen betrachtet, sieht darin eine Verschiebung in drei Schritten. Die Erstausgabe 2025 zeigte vor allem, dass Humanoide laufen und Fußball spielen können. Die zweite Ausgabe stellte daneben die Frage, ob sie arbeiten können — 21 der 51 Disziplinen waren Anwendungsszenarien. Für die dritte soll das Verhältnis kippen.

Das ist eine Absichtserklärung eines Veranstalters, kein Programm. Angekündigte Zuschnitte verschieben sich, und die Zahl der Disziplinen sagt nichts über ihre Schwierigkeit. Was sie aber zeigt: Der Veranstalter selbst hält die Sportdisziplinen offenbar nicht für die Kerngröße, an der sich der Fortschritt ablesen lässt.

Dazu passt die Beobachtung, dass die Bahnwettbewerbe 2026 die Fernsteuerung teils abgeschafft und teils mit einem Zeitaufschlag belastet haben. Die Einordnung dieser Regeländerung steht in unserem Bericht zum Ablauf der Spiele.

Was sich daraus nicht ableiten lässt

Drei Ankündigungen an einem Abend ergeben noch keine Infrastruktur. Es lohnt sich, die Grenzen zu benennen, bevor jemand sie überschreitet.

Der Datensatz ist nicht geprüft. Niemand außerhalb des Veranstalters hat hineingesehen. Umfang, Struktur und Inhalt sind Angaben derer, die ihn erstellt haben.

Aus Trainingsdaten folgt kein Können. Ein Bestand aus Wettkampfsituationen deckt ab, was in einer Halle unter Wettkampfbedingungen passiert. Ein Haushalt, eine Werkstatt oder eine Pflegeeinrichtung sehen anders aus.

Die Ergebnislage ist besser geworden, aber nicht vollständig. Beijing Daily hat am 27. August eine als final bezeichnete Medaillentabelle veröffentlicht. Sie zählt nach einzelnen registrierten Mannschaften und führt das Team Tiangong mit fünf Gold- und vier Bronzemedaillen an, vor zwei Mannschaften mit AgiBot-Beteiligung aus Shanghai und Chengdu. Das 5V5-Finale der Großgruppe entschied das Team Hephaestus der Tsinghua-Universität mit 10:1 gegen das italienische SPQR Team; Ta Kung Pao nennt dafür den Abend des 26. August.

Die Tabelle löst nebenbei einen Widerspruch auf, der tagelang durch die Berichterstattung lief. Der Hersteller AgiBot meldete 18 Gold-, 16 Silber- und 12 Bronzemedaillen und damit die Spitze beider Ranglisten — in der Mannschaftstabelle steht keine einzige Zeile mit diesen Zahlen. Beides kann stimmen, weil Verschiedenes gezählt wird: Die Tabelle zählt Mannschaften, das Unternehmen zählt sich selbst. Unter den Startern finden sich neben Shanghai und Chengdu auch eine Mannschaft aus Ningxia sowie mehrere Gemeinschaftsteams mit Hochschulen, alle mit AgiBot im Namen.

Ein zweiter Blick in dieselbe Tabelle zeigt etwas, das in keiner Medaillenmeldung steht. Sehr viele Startplätze gehören Gemeinschaftsmannschaften: Hersteller treten zusammen mit Hochschulen an, unter gemeinsamem Namen. In der Tabelle finden sich unter anderem ein Team der Universität Wuhan mit AgiBot, eine gemeinsame Mannschaft von Tsinghua und der Jiaotong-Universität Shanghai mit demselben Hersteller, eine Vertretung der Pekinger Tanzakademie mit AgiBot und mehrere Verbindungen des Beijing Humanoid Robot Innovation Center mit Universitäten.

Das ist die unauffälligste, aber vielleicht dauerhafteste Wirkung der Veranstaltung. Ein Wettkampf, bei dem Hersteller und Hochschulen gemeinsam starten müssen, um ein volles Feld zu stellen, ist nebenbei eine Vermittlungsstelle. Die Mannschaften lösen sich nach den Spielen auf, die Arbeitsbeziehungen nicht unbedingt.

Was weiterhin fehlt: eine offizielle Ergebnisliste aller 51 Disziplinen und ein veröffentlichter Sieger des kombinierten Fünfkampfs. Für diesen liegt das vollständige Reglement vor, ein Ergebnis nicht.

Einzelne Bestleistungen sind widersprüchlich berichtet. Für den Standhochsprung kursieren mehrere verschiedene Werte nebeneinander. Das offizielle Reglement definiert als Ergebnis den senkrechten Abstand des tiefsten Körperpunkts zum Boden im höchsten Punkt des Sprungs — nach diesem Maß ergeben die höchsten der berichteten Werte keinen Sinn. Wir nennen deshalb keinen. Bis zum Ergebnisblatt ist das eine offene Frage und keine Bestleistung.

Auch die Wettbewerbsaufsicht taucht auf. Nach einem Bericht von Sina Finance wurde ein Teamergebnis nach technischer Nachprüfung annulliert; als Urheber der Mitteilung wird eine Prüfstelle der Veranstaltung genannt. Eine Veröffentlichung des Veranstalters dazu ließ sich nicht auffinden. Das ist erwähnenswert, weil eine funktionierende Nachprüfung mehr über die Ernsthaftigkeit einer Veranstaltung aussagt als eine Rekordmeldung — und zugleich ein Beispiel dafür, dass auch diese Angabe an einer einzigen Quelle hängt.

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fluxlane Redaktion

Neutrale Einordnung zu Robotik, autonomen Systemen und Physical AI — mit Fokus auf den deutschen Markt, klarer Trennung von Ankündigung und Bestand und quellenbelegten Zahlen. Wie wir arbeiten und Quellen prüfen.

Häufige Fragen

Kann ich den Datensatz herunterladen?

Nach dem Stand vom 26. August 2026 nicht. Beijing Daily schreibt, der Bestand solle kostenlos zugänglich sein; Xinhua nennt als Zweck die Unterstützung von Forschung zur verkörperten künstlichen Intelligenz, sagt zur Zugänglichkeit aber nichts. Eine Bezugsadresse, ein Lizenzmodell und ein Veröffentlichungsdatum werden in keiner der Mitteilungen genannt. Wir behandeln das als Ankündigung.

Warum sind Fehlversuche in einem Trainingsdatensatz wichtig?

Weil ein System, das nur gelungene Durchläufe gesehen hat, das Kippen nicht kennt. Es erkennt nicht, dass ein Griff gerade abrutscht, weil ihm die Sekunde davor nie gezeigt wurde. Aufzeichnungen von Fehlerfällen und Grenzbedingungen enthalten genau diese Übergänge. Das ist unsere Einordnung und keine Aussage über die Qualität des konkreten Bestands.

Ist das Trainingszentrum in der Eisschnelllaufhalle schon nutzbar?

Nein. Nach Angaben von Beijing Daily soll es bis Jahresende fertig werden und danach kostenlos offenstehen, betrieben von der North Olympic Group. Nicht zu verwechseln ist es mit dem Datentrainingszentrum im Bezirk Shijingshan, das seit August 2025 besteht und ebenfalls 3.000 Quadratmeter groß ist.

Wer hat die Spiele 2026 gewonnen?

Das kommt darauf an, was gezählt wird. Die von Beijing Daily am 27. August als final veröffentlichte Tabelle zählt einzelne Mannschaften und führt das Team Tiangong mit fünf Gold- und vier Bronzemedaillen an. Der Hersteller AgiBot meldet für sich selbst 18 Gold-, 16 Silber- und 12 Bronzemedaillen und damit die Spitze beider Ranglisten — er fasst dabei mehrere eigene und gemeinsame Mannschaften zusammen. Das 5V5-Finale der Großgruppe gewann das Team Hephaestus der Tsinghua-Universität mit 10:1. Für den kombinierten Fünfkampf liegt kein veröffentlichter Sieger vor.

Wie groß war die Veranstaltung insgesamt?

Nach dem Abschlussbericht von Xinhua vom 27. August 2026 nahmen Teams aus 16 Ländern und Regionen teil, insgesamt 666 Teams mit 2.056 Robotern, in 51 Disziplinen und 1.301 Einzelwettkämpfen. Die Spiele liefen vom 22. bis 26. August 2026.

Wie ein chinesischer Hersteller den europäischen Marktzugang organisiert, zeigt unser Beitrag zum Deutschlandstart von AgiBot.

Quellen und Stand — Zum Datensatz: Meldung von Xinhua vom 27. August 2026; Strukturangaben nach dem Abschlussbericht von Beijing Daily vom 26. August 2026. Zum Trainingszentrum, zur Roboterspende und zum Ausblick auf 2027: derselbe Abschlussbericht. Zum bestehenden Datentrainingszentrum in Shijingshan: Mitteilung der Pekinger Wissenschafts- und Technologiebehörde vom 18. August 2025. Zu Umfang und Ergebnissen der Veranstaltung: Abschlussbericht von Xinhua vom 27. August 2026. Zur Medaillentabelle: Beijing Daily vom 27. August 2026, dort als finale Fassung bezeichnet und als Grafik eingebettet — eine Ergebnisveröffentlichung des Organisationskomitees selbst ist das nicht. Zum 5V5-Finale: Beijing Daily und Ta Kung Pao, beide vom 27. August 2026; Beijing Daily datiert das Finale auf den Abend des 27. August, was nicht zutreffen kann, weil die Spiele am 26. August endeten und der Bericht am Vormittag des 27. erschien. Ta Kung Pao nennt den Abend des 26. August. Zu den Siegern über 100 Meter: Bildstrecke von Xinhua vom 27. August 2026. Zur Vorführung bei der Eröffnung, zum Vorabtest und zu den vier Modellen: People’s Daily vom 24. August 2026 nach Beijing Youth Daily. Zur annullierten Wertung: Bericht von Sina Finance vom 26. August 2026; eine Veröffentlichung des Veranstalters dazu ließ sich nicht auffinden. Zur Wertung der Laufwettbewerbe und zur Definition des Standhochsprungs: das offizielle Reglement der zweiten Ausgabe, erste Charge vom 21. April 2026 und zweite Charge vom 16. Juni 2026, beide als PDF. Angaben von Veranstaltern und Unternehmen sind Selbstauskünfte und keine unabhängig erhobenen Werte. Eine offizielle Ergebnisliste aller Disziplinen des Organisationskomitees war bis Redaktionsschluss nicht auffindbar. Redaktionelle Einordnung nach dem Stand vom 27. August 2026.

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