Physical AI & Robotik-KI · Marktcheck
Science-Fiction-Technik in der Realität: Was davon heute wirklich zu kaufen ist
Kurz gesagt: Ein Roboterhund kostet in der Einstiegsvariante weniger als ein gebrauchter Kleinwagen und wird an Privatpersonen geliefert. Ein humanoider Haushaltsroboter nimmt dagegen eine Kaution, nennt keinen Preis, kein Land und keinen Termin — und lässt schwierige Aufgaben von einem Menschen aus der Ferne beaufsichtigen. Ein OP-Roboter wiederum wird im Klinikbetrieb seit Jahren eingesetzt, ist aber für niemanden zu kaufen, der diesen Text liest. Die Filmidee scheitert also seltener daran, dass die Technik fehlt, als daran, dass es kein Produkt gibt.
Nach zwei Stunden Kino bleibt oft eine ganz praktische Frage hängen: Gibt es das zu kaufen? Das Handy ist schnell in der Hand, und die ersten Treffer klingen, als wäre die Antwort ein klares Ja.
Die Antwort ist selten ein Ja. Wer eine Ebene tiefer geht, landet bei einer Reservierungsgebühr, bei einem Kontaktformular oder bei einer Zahl, die überall im Netz steht, aber bei keinem Hersteller. Zwischen „es gibt dieses Gerät“ und „Sie können dieses Gerät bestellen“ liegt der größte Teil dessen, was gerade als eingelöste Zukunft gehandelt wird.
Zwei Beträge markieren die Spanne. Ein vierbeiniger Roboter kostet in der Einstiegsvariante nach Herstellerangabe 1.600 US-Dollar, steht im Shop des Herstellers als lieferbar, und Deutschland steht in dessen Länderliste (Stand 24.08.2026, ohne Gewähr, kann in Deutschland abweichen). Der humanoide Haushaltsroboter, der einem die Wäsche zusammenlegen soll, nimmt 200 US-Dollar Kaution und nennt weder Gesamtpreis noch Lieferland noch Termin. Das eine ist ein Produkt. Das andere ist eine Warteliste mit Zahlungsvorgang.
Die Frage, die weiterhilft, lautet deshalb nicht, was so ein Roboter kann. Sie lautet, für wen er kaufbar ist: für Sie, für Ihren Arbeitgeber, für ein Krankenhaus — oder für niemanden.
Der Roboterhund, den Sie tatsächlich bestellen können
Der vierbeinige Laufroboter ist die Filmidee, die am unauffälligsten Wirklichkeit geworden ist. Er springt keine Hauswände hoch und trägt keine Waffe, aber er läuft, er filmt, und er hat einen Preis.
Der chinesische Hersteller Unitree führt seine Go2-Reihe in einem eigenen Shop. Für die Einstiegsvariante nennt er 1.600 US-Dollar ohne Controller und 1.850 US-Dollar mit; über alle Varianten hinweg reichen die Beträge bis 4.500 US-Dollar für das Spitzenmodell (Stand 24.08.2026, ohne Gewähr, kann in Deutschland abweichen). Deutschland steht in der Länderliste des Herstellershops, abgerechnet wird in US-Dollar. An dieser Stelle schließen viele Kaufinteressenten ihre Rechnung zu früh ab, denn nach den Versandbedingungen des Anbieters trägt der Käufer Zoll und Abgaben selbst. Der Betrag auf der Produktseite ist damit kein Endpreis, sondern eine Untergrenze.

Was der Shop nicht beantwortet, ist der Alltag danach. Wie lange eine Akkuladung im eigenen Gelände wirklich hält, wie schnell ein Ersatzakku oder ein Beingelenk zu bekommen ist, in welcher Sprache der Support antwortet und wer eine Reparatur übernimmt, wenn das Gerät nach anderthalb Jahren aussetzt — dazu steht auf der Bestellseite nichts. Bei einem Direktimport aus Übersee ist das keine Nebensache, weil der Weg zurück zum Hersteller weit ist und niemand ihn für Sie abkürzt.

Am selben Gerätetyp lässt sich der Gegenfall besichtigen. Boston Dynamics, der bekannteste Hersteller vierbeiniger Roboter überhaupt, veröffentlicht für seinen Spot keinen Preis, sondern verweist auf den Vertrieb (geprüft 24.08.2026). Kein Warenkorb, kein Betrag, ein Kontaktformular. Die Zahlen, die zu diesem Gerät im Umlauf sind, stammen aus Händlerangeboten und älteren Berichten statt aus einer Herstellerveröffentlichung — deshalb stehen sie hier nicht.

Damit stehen zwei Geräte nebeneinander, die dasselbe tun und die in völlig verschiedenen Welten verkauft werden. Das eine kann eine Privatperson bestellen. Das andere läuft über den Vertrieb: Kontaktformular statt Warenkorb, Angebot statt Preisschild. Wer Anbieter und Bezugswege im Detail vergleichen will, findet das bei den Anbietern und Preisen für Roboterhunde.
Vier Klassen — und nur eine heißt bestellbar
Aus diesen beiden Fällen ergibt sich die Sortierung, die für den Rest dieses Marktchecks trägt. Sie ordnet Geräte nicht nach Können, sondern danach, wer sie überhaupt bekommt. Vier Klassen reichen dafür aus, und es sind vier Klassen dieser Redaktion, kein Branchenstandard.
| Klasse | Was das heißt | Woran man es auf der Anbieterseite erkennt |
|---|---|---|
| privat | eine Privatperson kann bestellen und bezahlen | Warenkorb, ausgewiesener Preis, Versandländer |
| gewerblich | nur an Unternehmen, meist ohne Listenpreis | Contact Sales, Formular statt Betrag, Ansprache an Betriebe |
| klinisch/behördlich | nur an Kliniken, Behörden, Militär | Referenzinstallationen und Zulassungshinweise statt Shop |
| gar nicht | kein Vertriebsweg: Prototyp, Reservierung, Forschungsgerät | Warteliste, Kaution, kein Termin, kein Lieferland |

Der Unterschied zwischen den Klassen ist selten technischer Natur. Er entsteht dort, wo ein Hersteller entscheidet, ob er einzelne Geräte über einen Shop verkauft oder Projekte mit Schulung, Wartungsvertrag und Haftungsregelung. Sobald das Zweite zutrifft, verschwindet der Preis von der Seite — nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil es keinen einzelnen Preis mehr gibt.

Der Kraftanzug: im Warenkorb — aber nicht zum festen Preis
999 Euro, Warenkorb, Lieferung in die EU — Stand 24.08.2026, ohne Gewähr. Der Kraftanzug aus dem Film hebt Lasten und stemmt Türen auf; was für diesen Betrag im Karton liegt, ist eine Beinunterstützung — und genau deshalb ist sie kaufbar.
Der Anbieter Hypershell betreibt einen eigenen EU-Shop und verkauft dort tragbare Beinunterstützungen an Privatkunden. Am 24.08.2026 standen dort drei Modellstufen zu 999, 1.499 und 1.999 Euro (ohne Gewähr). Das ist die Preisklasse eines mittleren E-Bikes und einer der wenigen Fälle in diesem Marktcheck, in dem eine Filmidee auf einen Warenkorb mit Europreis trifft. Was die Geräte dieses Anbieters leisten und wo ihre Grenzen liegen, ordnet der Beitrag zum Hypershell Exoskelett ein.
Nur hält diese Zahl nicht besonders still. Einen Tag zuvor, am 23.08.2026, führte derselbe Shop 899, 1.099 und 1.799 Euro (Stand jeweils ohne Gewähr). Die Preise dieses Anbieters haben sich also zwischen zwei Abrufen an aufeinanderfolgenden Tagen geändert, um bis zu 400 Euro je Stufe. Für einen Leser heißt das vor allem eines: Jede Preisangabe zu solchen Geräten ist eine Momentaufnahme mit Datum, auch die in diesem Text.
Wer stattdessen an den Kraftanzug für den Arbeitsplatz denkt, landet in einer anderen Klasse. German Bionic, ein deutscher Hersteller aktiver Exoskelette, nennt auf seiner Startseite keinen Preis (geprüft 24.08.2026) und richtet seine Ansprache an Betriebe. Für dasselbe Grundversprechen — der Körper hält länger durch — gibt es also einen Konsumentenweg mit Preisschild und einen betrieblichen Weg ohne. Was Anschaffung, Miete und Kostenübernahme im betrieblichen Fall unterscheidet, steht bei den Kosten und Kostenübernahmen bei Exoskeletten.
Der Androide: ein Herstellerpreis unter lauter Preisanfragen
Der Androide, der aufrecht durch die Tür kommt, Werkzeug bedient und dabei ein Gespräch führt, ist die Filmidee mit der größten Fallhöhe — und der Markt dazu ist ein einziges Ausweichmanöver.
Ein Herstellerpreis existiert. Unitree führt sein Modell G1 zu 13.500 US-Dollar und als lieferbar (Stand 24.08.2026, ohne Gewähr, Zoll und Abgaben trägt nach den Versandbedingungen der Käufer). Das ist ein humanoider Roboter mit ausgewiesenem Betrag, in der Größenordnung eines Neuwagens der unteren Klasse — ein Einzelfall allerdings, und kein Preisniveau für eine ganze Gerätegattung.
Denn ein Modell weiter wird es merkwürdig. Beim größeren H1 desselben Herstellers steht ein Preisfeld mit 90.000 US-Dollar, während der Produkttitel im selben Atemzug auf eine Preisanfrage verweist. Noch deutlicher wird es bei fünf weiteren Modellen der Firma: Sie tragen alle denselben Betrag von 100.000 US-Dollar. Fünf verschiedene Maschinen, ein identischer Wert, glatt gerundet. Das ist erkennbar ein Platzhalter im Shopsystem und kein Preis, und wer solche Zahlen als Marktdaten weiterreicht, verbreitet ein Formularfeld.

Der bekannteste europäische Kandidat macht es kürzer. Das Modell 4NE1 der deutschen Firma NEURA Robotics trägt auf der Produktseite weder Preis noch Liefertermin; angeboten wird eine Reservierung (geprüft 24.08.2026). Reservierbar ist nicht bestellbar, und angekündigt ist nicht lieferbar.
Interessant ist, was daraus im Netz wird. Die Preise, die man zu humanoiden Robotern in Ranglisten und Übersichtsartikeln findet, lassen sich keiner Herstellerveröffentlichung zuordnen; die Sammelseiten sagen selbst nicht, woher sie sie haben. Wie ein Bezugsweg für solche Geräte überhaupt aussehen kann, steht in der Übersicht zu Bezugswegen humanoider Roboter. Und das, was im Film immer nebenbei passiert — eine Hand, die ein fremdes Objekt sicher greift —, ist bis heute ein eigenes Forschungsfeld, nachzulesen bei den Greifern aus nachgiebigen Materialien.
Im Haushalt schaut ein Mensch aus der Ferne zu
Ein humanoider Roboter fehlt in der Aufstellung von eben — der, der ausdrücklich für die Wohnung gebaut wird. Zu ihm gleich. Im Haushalt gibt es zunächst die eine Kategorie, in der Filmidee und Ladenregal sich tatsächlich decken: der Saugroboter und sein Verwandter auf dem Rasen. Beide sind seit Jahren im Elektromarkt zu haben, mit Preisschild, Garantie und deutschsprachigem Support. Sie zeigen zugleich, dass die Lücke bei den anderen Geräten nichts mit fehlender Nachfrage zu tun hat — was sich als Massenprodukt bauen lässt, wird verkauft. Welche Gerätearten es sonst noch für die Wohnung gibt, steht in der Übersicht zu Haushaltsrobotern.
Der humanoide Haushaltshelfer ist ein anderer Fall. Das Unternehmen 1X bietet sein Modell NEO auf der Produktseite mit einem Bestellknopf an, verlangt dafür aber eine Kaution von 200 US-Dollar; ein Gesamtpreis steht nicht auf der Seite, ein Lieferland ebenso wenig, ein Termin auch nicht (Stand 24.08.2026). Die 200 Dollar sind kein Preis, sondern eine Reservierungsgebühr. Der eigentliche Betrag bleibt offen, und mit ihm die Frage, ob das Gerät jemals in einer deutschen Wohnung steht.
Der aufschlussreichste Satz steht ein Stück weiter unten auf derselben Seite. Im Original heißt es: „For complex tasks NEO doesn’t know, an Expert from 1X can remotely supervise its actions at scheduled times.“ Sinngemäß übertragen: Für komplexe Aufgaben, die NEO nicht kennt, kann ein Experte von 1X die Handlungen des Geräts zu vereinbarten Zeiten aus der Ferne überwachen.
Damit beschreibt der Hersteller selbst, was der Film nie zeigt. Der Roboter, der die Wäsche zusammenlegt, tut das in den schwierigen Fällen nicht allein, sondern unter der Aufsicht eines Menschen, der anderswo sitzt und zu einem verabredeten Zeitpunkt zugeschaltet ist. Das ist kein Vorwurf an das Unternehmen, im Gegenteil: Es steht offen auf der Produktseite. Aber es verändert, was man kauft — ein Gerät, dessen Handlungen für bestimmte Aufgaben nach Herstellerangabe von einem Menschen aus der Ferne beaufsichtigt werden, ist kein autonomer Haushaltsroboter.
Die Beträge, die zu diesem Gerät als Kaufpreis und Monatsgebühr durch die Berichterstattung laufen, stehen auf der Herstellerseite nicht (geprüft 24.08.2026).

Der Begleiter: Produktseite ja, Zukunft offen
Der sprechende Begleiter mit Gesicht und Namen war lange die zugänglichste Filmidee überhaupt — und die Marktlage dazu ist heute die unübersichtlichste dieses Beitrags.
Der bekannteste humanoide Serviceroboter dieser Art stammt von Aldebaran. Nach Berichten von heise hat das Unternehmen 2025 Insolvenz angemeldet, die Schutzrechte gingen an einen anderen Anbieter über. Am 6. September 2026 führt die alte Herstelleradresse auf maxtronics.com, den Auftritt der Maxtronics Robotics SAS aus Issy-les-Moulineaux. Das Unternehmen benennt die Herkunft ausdrücklich selbst: Die Sicherheitszusage sei „von Aldebaran begonnen und werde heute von unseren Teams fortgeführt“. Der Produktkatalog führt NAO6, die NAO Activities und das NAO7-Projekt, dazu Support und die Programmierumgebung Choregraphe. Pepper kommt darin nicht vor. Daraus folgt nicht, dass Pepper eingestellt wäre — das Fehlen in einem Katalog belegt keinen Sortimentsstand, und eine Domainweiterleitung belegt keine Rechtslage. Belegt ist, dass die NAO-Linie weitergeführt wird und Pepper im Angebot des Nachfolgers nicht auftaucht. Für die Verfügbarkeitsklasse heißt das: derzeit gar nicht bestellbar, weder privat noch gewerblich. Wer heute ein solches Gerät sucht, sucht damit nicht nur ein Produkt, sondern eine Zusage über Ersatzteile und Softwarepflege — und ob es die gibt, ließ sich am Herstellerauftritt nicht feststellen.
Bei den kleineren Tischgeräten ist es kaum klarer. Für den Begleiter ElliQ war am 23.08.2026 kein öffentlicher Preis auffindbar; angeboten wird er für den US-Markt, ein Vertriebsweg nach Deutschland ist nicht belegt. Beim deutschen Modell Navel ergibt die Prüfung am selben Tag dasselbe Bild: kein Betrag öffentlich auffindbar. Beide fallen damit in dieselbe Klasse: ElliQ gewerblich beziehungsweise über Pflegeeinrichtungen und nicht nach Deutschland belegt, Navel ohne erkennbaren Bezugsweg für Privatpersonen. Was solche Begleitgeräte im Alltag älterer Menschen leisten, steht an anderer Stelle. Das sind keine Laborprototypen, sondern Geräte mit Pressebildern, Messeauftritten und Referenzeinrichtungen — nur eben ohne die Angaben, die eine Kaufentscheidung tragen würden. Einen Überblick über diese Gerätefamilie gibt der Beitrag zu Begleitrobotern.
Gibt es, aber nicht für Sie
Es gibt eine Gruppe von Geräten, bei der die Filmidee vollständig eingelöst ist: im Krankenhaus und im Behördeneinsatz. Dort fällt die Antwort auf die Kauffrage am härtesten aus.
Der ferngesteuerte OP-Roboter, an dem ein Chirurg im selben Saal sitzt, wird in Kliniken seit Jahren eingesetzt. Dasselbe gilt für Bestrahlungsroboter in der Krebstherapie. Auch bei der Prüfung am 23. August 2026 stand auf den Produktseiten der beiden Hersteller kein Betrag. Wie roboterassistierte Chirurgie im Klinikbetrieb abläuft, ist ein eigenes Thema. Wer hier kaufen will, braucht kein Budget, sondern ein Krankenhaus. Dass ein Gerät als Medizinprodukt in Verkehr gebracht ist, sagt ohnehin nichts darüber, ob und an wen es verkauft wird.
In der Luft ist es ähnlich, nur mit einer zusätzlichen Windung. Für das prominenteste zivile Modell der autonom fliegenden Aufklärungsdrohne ist ein Vertriebsweg nach Deutschland nicht belegt (geprüft 24.08.2026); der Hersteller hat sein Endkundengeschäft nach Berichten von dronedj bereits 2023 eingestellt und richtet sich an Behörden. Bei den großen unbemannten Systemen für Marine, Offshore und Militär gibt es weder einen öffentlichen Preis noch einen zivilen Bezugsweg. Wo die Grenze zwischen ferngesteuert und autonom verläuft, behandelt der Beitrag zu autonomen Drohnen.
Diese Klasse ist für die Ausgangsfrage die lehrreichste. Sie zeigt, dass „die Technik gibt es“ und „ich kann sie haben“ zwei getrennte Aussagen sind, die im Alltag ständig zusammenfallen. Kein Hersteller in diesem Feld verheimlicht etwas. Er verkauft nur an jemand anderen.

Der Rest: existiert, aber niemand verkauft ihn
Bleibt der Rest, und der ist größer als erwartet. Was hier steht, ist jeweils an einem konkreten Punkt gescheitert und nicht an einer allgemeinen Fähigkeitsliste.
Der Universalandroide für die Wohnung ist der klarste Fall. Von den geprüften Modellen hat genau eines einen ausgewiesenen Herstellerpreis, das nächste widerspricht sich auf der eigenen Produktseite, fünf weitere tragen einen Platzhalterbetrag, und der prominenteste europäische Kandidat bietet eine Reservierung statt einer Bestellung. Ein Bezugsweg für Privatpersonen in Deutschland ergibt sich daraus für kein einziges dieser Geräte.

Ebenfalls nicht zu haben ist der Roboter, dem sein Hersteller ein Bewusstsein oder einen eigenen Willen zuschreibt. Auf keiner der für diesen Marktcheck geprüften Seiten — Shops, Produkt- und Startseiten der oben genannten Anbieter, abgerufen am 23. und 24.08.2026 — wird so etwas als Produkteigenschaft angeboten. Beworben werden Sensorik, Sprachbedienung und Aufgabenerledigung. Warum Filme trotzdem hartnäckig etwas anderes zeigen, behandelt die Einordnung dazu, wie Filme künstliche Intelligenz darstellen.
Dann gibt es die Fälle, in denen etwas existiert, aber in einer anderen Verkaufsform als der erwarteten. Die überzeugendsten Kreaturenkörper aus dem Kino entstehen bis heute in Werkstätten für Kamerarobotik und Animatronics und werden tageweise vermietet statt verkauft. Der künstliche Forscher, der über Nacht Experimente durchführt, existiert als Anlage in Forschungsgebäuden statt als Katalogprodukt — die Bauform beschreibt der Beitrag zu Anlagen, die Experimente selbst planen. Ob sich die Körper aus dem Film überhaupt bauen ließen, ist eine Frage an Material und Mechanik und steht im Realitätscheck zu Filmrobotern; hier geht es allein darum, ob jemand sie verkauft.
Noch ein Wort zur Recherche selbst, weil sie den Befund erklärt. Wer im deutschsprachigen Netz nach diesen Geräten sucht, findet vor allem Aufzählungen von Technologien, die angeblich Wirklichkeit geworden sind — ohne Anbieter, ohne Preis, ohne Lieferstatus (eigene Websuche vom 23.08.2026, ohne Browserabgleich für Standort und Mobilgeräte). Genau daraus entsteht der Eindruck, es sei längst alles da.
Darf man das hier überhaupt betreiben?
Wer trotzdem bestellt, hat es mit zwei Fragen zu tun, die auf keiner Produktseite stehen.
Die erste betrifft den Betrieb. Ein Gerät, das man aus Übersee direkt bestellt, kommt in den europäischen Rechtsraum, ob der Hersteller das vorgesehen hat oder nicht. Für Maschinen gilt ab dem 20. Januar 2027 die neue EU-Maschinenverordnung, die Pflichten von Herstellern, Einführern und Händlern neu ordnet und dabei auch Systeme mit lernendem Verhalten erfasst. Wer privat einen Laufroboter in den eigenen vier Wänden oder auf dem eigenen Grundstück bewegt, ist davon anders betroffen als ein Betrieb auf einem Werksgelände; für Fluggeräte gelten ohnehin eigene Regeln. Und sobald Kamera und Mikrofon in einer Wohnung mitlaufen, in der auch Besuch, Kinder oder Pflegekräfte ein und aus gehen, kann aus der Gerätefrage eine Frage danach werden, welche Daten Geräte in der Wohnung erfassen — erst recht, wenn ein Anbieter die Fernunterstützung durch Menschen vorsieht.
Die zweite Frage stellt fast jeder, der auf einer Produktseite ein CE-Zeichen entdeckt. Heißt das, dass es das Gerät zu kaufen gibt? Nein. Der Hersteller erklärt damit, dass sein Produkt den europäischen Anforderungen entspricht. Ob, wohin und an wen er es verkauft, steht auf einem anderen Blatt. Dasselbe gilt für eine medizinprodukterechtliche Konformitätsbewertung: Beide beantworten, ob etwas in Verkehr gebracht werden darf, und nicht, ob Sie es bestellen können.
Drei Budgets und was sie hergeben
Am Ende läuft die Kinofrage auf eine Zahl auf dem Konto hinaus. Aus den geprüften Herstellerangaben ergeben sich drei Stufen, und keine davon führt zu dem Gerät, das im Film die Hauptrolle spielt.

Auf der untersten Stufe stehen zwei Geräte: die tragbaren Beinunterstützungen aus dem EU-Shop, dort in Euro ausgezeichnet, und der Roboterhund in der Einstiegsvariante, dort in US-Dollar. Die beiden Beträge sind hier nicht ineinander umgerechnet, und der Dollarbetrag ist nach dem, was weiter oben steht, ohnehin eine Untergrenze. Auf der mittleren Stufe steht genau ein Gerät: der einzige humanoide Roboter dieses Beitrags mit einem Betrag auf der Produktseite, ein knapp mannshoher Laufroboter, den der Hersteller als Entwicklungsplattform vermarktet, kein Haushaltshelfer. Alle Beträge Stand 24. August 2026, ohne Gewähr; in Deutschland kann abweichen, was hinzukommt. Die eigentliche Auskunft dieser Aufstellung steht auf der obersten Stufe, und sie ist leer.
Wer die volle Beweglichkeit eines Filmandroiden erwartet, findet auf keiner dieser Stufen ein Angebot — weil es das Produkt nicht gibt, nicht weil das Budget zu klein wäre. Umgekehrt kommt günstiger davon, als die meisten vermuten, wer sich mit einem Laufroboter zufriedengibt, der filmt, kartiert und Treppen steigt.
| Gerätekategorie | Beispiel aus diesem Marktcheck | Für wen kaufbar | Woran man das erkennt |
|---|---|---|---|
| Vierbeiniger Laufroboter, Einstieg | Unitree Go2 | privat | Preis, Warenkorb, Deutschland in der Länderliste |
| Vierbeiniger Laufroboter, Profiklasse | Boston Dynamics Spot | gewerblich | kein Preis, Verweis auf den Vertrieb |
| Tragbare Beinunterstützung | Hypershell | privat | EU-Shop mit Europreisen |
| Aktives Exoskelett für die Arbeit | German Bionic | auf Betriebe ausgerichtet | kein Preis auf der Startseite |
| Humanoider Laufroboter | Unitree G1 | privat, per Direktimport | ausgewiesener Preis, als lieferbar geführt |
| Angekündigter Universalandroid | NEURA 4NE1 | gar nicht | Reservierung statt Bestellung, kein Termin |
| Humanoider Haushaltsroboter | 1X NEO | gar nicht für Deutschland belegt | Kaution statt Preis, kein Lieferland |
| OP- und Bestrahlungsrobotik | da Vinci, CyberKnife | klinisch | keine öffentlichen Preise, Vertrieb an Kliniken |
| Autonome Aufklärungsdrohne | Skydio X10 | behördlich | Vertriebsweg nach Deutschland nicht belegt |
Alle Angaben dieser Übersicht wurden am 24.08.2026 an den Hersteller- und Shopseiten geprüft, ohne Gewähr und in Deutschland gegebenenfalls abweichend. Die Übersicht sagt etwas über den Zugang, nicht über die Qualität eines Geräts.
Bei vierbeinigen Laufrobotern und tragbaren Beinunterstützungen ist ein Hersteller bereit, an Sie zu verkaufen. Bei allem, was aufrecht durch die Wohnung geht, bislang nicht — und dort, wo ein Bestellknopf existiert, beaufsichtigt für die schwierigen Aufgaben ein Mensch aus der Ferne. Wie eine solche Maschine eines Tages handeln soll, ist als Frage älter als jedes dieser Produkte; nachzulesen bei Asimovs Robotergesetzen. Wer das nächste Mal nach einem Film auf einer Produktseite landet, erkennt den Unterschied an drei Angaben: Gesamtpreis, Lieferland, Termin.
Ob ein bestellbares Gerät hier auch betrieben und repariert werden kann, ist eine zweite Frage — wir behandeln sie unter Betrieb und Service in Deutschland.
Was ein Plattformkanal für die deutsche Verfügbarkeit bedeutet, prüft unser Beitrag zu MagicLab und AliExpress.
Quellen und Stand: Preise, Lieferangaben und Verfügbarkeitsklassen wurden am 24. August 2026 unmittelbar an den Hersteller- und Shopseiten erhoben: shop.unitree.com samt Produktdaten und Versandbedingungen · bostondynamics.com, Produktseite Spot · eu.hypershell.tech, Shop-Preisliste, gegengeprüft mit einem Abruf vom 23. August 2026 · germanbionic.com · neura-robotics.com, Produktseite 4NE1 · 1x.tech/neo einschließlich des Abschnitts zur Fernunterstützung · aldebaran.com, Produktseite Pepper — die Adresse führt inzwischen auf maxtronics.com, dessen Katalog kein Pepper mehr führt · skydio.com, Übersicht autorisierter Wiederverkäufer · Herstellerauftritte von Intuitive und Accuray. Sekundär und als solche gekennzeichnet: Berichte von heise zur Insolvenz von Aldebaran und zum Übergang der Schutzrechte sowie von dronedj zum Ende des Endkundengeschäfts von Skydio. Rechtsstände: Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen, Geltung ab 20. Januar 2027 nach Artikel 54 Absatz 2 in der Fassung der Berichtigung im Amtsblatt L 169 vom 4. Juli 2023, S. 35 ff., hier S. 39; die unberichtigte Erstfassung nennt an dieser Stelle noch den 14. Januar 2027 · Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz in der durch Verordnung (EU) 2026/1744 geänderten Fassung · Verordnung (EU) 2024/2847 über horizontale Cybersicherheitsanforderungen. Preisangaben sind Momentaufnahmen des genannten Datums, ohne Gewähr; bei einer Direktbestellung außerhalb der EU können Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Abwicklungsgebühren des Transportdienstleisters hinzukommen; nach den Versandbedingungen des geprüften Shops trägt der Käufer sie. Was im Einzelfall anfällt, richtet sich nach Zoll- und Steuerrecht — verbindlich Auskunft gibt die Zollverwaltung. Dieser Überblick ordnet die öffentlich zugängliche Anbieter- und Rechtslage ein. Er ist keine Kaufberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Gerät und ersetzt keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.
Häufige Fragen zum Marktcheck
Was unterscheidet eine Vorbestellung von einer Lieferung?
Eine Vorbestellung ist eine Zahlung auf ein Versprechen, eine Lieferung ist ein Gerät im Karton. Der Unterschied wird an drei Angaben sichtbar: Nennt der Anbieter einen Gesamtpreis, nennt er ein Lieferland, nennt er einen Termin? Fehlt eines davon, handelt es sich um eine Reservierung, auch wenn ein Bestellknopf danebensteht und Geld fließt. Beim humanoiden Haushaltsroboter NEO fehlten am 24.08.2026 alle drei Angaben, während 200 US-Dollar Kaution verlangt wurden.
Warum nennen so viele Hersteller keinen Preis?
Meistens, weil es keinen einzelnen Preis gibt. Sobald ein Gerät mit Einweisung, Wartungsvertrag, Ersatzteilvorhaltung und Haftungsregelung verkauft wird, entsteht ein Projektangebot statt eines Artikelpreises, und das lässt sich nicht als Betrag auf eine Produktseite schreiben. Ein zweiter Grund ist die Kundengruppe: Wer ausschließlich an Betriebe, Kliniken oder Behörden verkauft, hat von einem öffentlichen Preisschild nichts. Ein fehlender Preis bedeutet deshalb seltener, dass ein Gerät teuer ist, als dass es nicht für Privatpersonen gedacht ist.
Arbeiten diese Roboter allein, oder greift ein Mensch ein?
Das hängt vom Gerät ab und steht selten so deutlich auf der Produktseite wie bei NEO von 1X: Für komplexe Aufgaben, die das Gerät nicht kennt, kann nach Herstellerangabe ein Experte des Unternehmens die Handlungen zu vereinbarten Zeiten aus der Ferne überwachen. Bei OP-Robotern ist die Steuerung durch einen Menschen ohnehin der Normalfall und ausdrücklich so gewollt. Wo ein Anbieter nichts zur Fernunterstützung sagt, ist daraus kein Gegenbeweis abzuleiten: Belegt ist jeweils nur, was der Hersteller selbst beschreibt.
Heißt eine CE-Kennzeichnung, dass ein Gerät zu kaufen ist?
Nein. Die CE-Kennzeichnung ist die Erklärung des Herstellers, dass ein Produkt den einschlägigen europäischen Anforderungen entspricht. Über Vertriebswege, Lieferländer, Preise oder tatsächliche Verfügbarkeit sagt sie nichts. Dasselbe gilt für die Konformitätsbewertung eines Medizinprodukts: Sie beantwortet, ob ein Gerät in Verkehr gebracht werden darf, und nicht, an wen es verkauft wird.
Woran erkenne ich, ob eine Preisangabe wirklich vom Hersteller stammt?
Der zuverlässigste Test ist der Klick zur Quelle: Steht der Betrag auf der Produkt- oder Shopseite des Herstellers, mit Währung und Variante? Sammelseiten und Ranglisten nennen häufig Beträge, die sich keiner Herstellerveröffentlichung zuordnen lassen. Ein zweites Warnzeichen sind auffällig glatte Zahlen, die bei mehreren Modellen identisch sind — bei einem der geprüften Hersteller trugen fünf verschiedene Modelle denselben Betrag von 100.000 US-Dollar, was erkennbar ein Platzhalter im Shopsystem ist. Und jede Angabe braucht ein Datum, weil Preise sich schnell ändern: Ein europäischer Anbieter hat seine drei Modellstufen zwischen dem 23. und dem 24.08.2026 um bis zu 400 Euro angehoben.
Was kommt bei einer Bestellung direkt beim Hersteller in Übersee noch dazu?
Zunächst Zoll und Einfuhrabgaben: Nach den Versandbedingungen des geprüften Herstellershops trägt der Käufer sie selbst, der Betrag auf der Produktseite ist also eine Untergrenze. Dazu kommt das Währungsrisiko, weil in US-Dollar abgerechnet wird. Und dann die Fragen, die erst nach dem Kauf auftauchen: Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Akkus, Dauer und Weg einer Reparatur, Sprache des Supports, Umfang der Softwarepflege. Wer das vor der Bestellung nicht klärt, zahlt es später.
Warum sind medizinische Roboter für Privatpersonen nicht erhältlich?
Weil sie Teil einer klinischen Struktur sind und nicht als Einzelgerät funktionieren. Zu einem OP- oder Bestrahlungsroboter gehören bauliche Voraussetzungen, geschultes Personal, Wartung im laufenden Betrieb und die Verantwortung für die Behandlung. Die Hersteller veröffentlichen für solche Systeme keine Preise und verkaufen ausschließlich an Kliniken; für Privatpersonen sind sie unter keinen Umständen erhältlich. Und selbst eine medizinprodukterechtliche Konformitätsbewertung würde daran nichts ändern: Sie beantwortet, ob ein Gerät in Verkehr gebracht werden darf, nicht, an wen es verkauft wird.