Humanoider Roboter hält an einer Vorrichtung in einer Fabrikhalle ein Blechteil, im Vordergrund beobachtet eine Person in Arbeitskleidung den Arbeitsschritt.

Humanoide Roboter · Faktencheck

Frank Thelen und humanoide Roboter: was sich vom Marktreife-Versprechen belegen lässt

Stand 20. August 2026 · Lesezeit 12 Minuten · Faktencheck

Kurz gesagt: In der Zeitschrift News (Ausgabe 13/2026, veröffentlicht am 27. April 2026, Autorin Kathrin Gulnerits) wird Frank Thelen anlässlich des Open-i-Kongresses in Zürich mit den Worten zitiert: „Drei Unternehmen in diesem Segment sind an dem Punkt, wo das Produkt fertig entwickelt ist. Es fehlt nur noch die Produktion.“ Firmennamen und Stückzahlen nennt er in dieser Quelle nicht. Was Figure, Unitree, Tesla und Boston Dynamics selbst dokumentieren, beschreibt einen früheren Stand: intern verteilte Geräte, Fertigungslinien im Aufbau, vergebene Jahreskontingente und Stückzahlen ohne ausgewiesenen Einsatzzweck. Für einen Industriebetrieb ist das 2026 keine Beschaffungsfrage.

Was Frank Thelen belegbar gesagt hat

Jemand aus der Geschäftsführung hält Ihnen sein Telefon hin, auf dem Display läuft ein Ausschnitt mit Frank Thelen, und dahinter steht die Frage: Die Roboter sind doch fertig, warum bestücken wir dann immer noch mit Leihkräften? Wer eine Fertigung verantwortet, kann das nicht rhetorisch abtun, denn die Investitionsplanung reicht bis 2029, und jede Linie, die jetzt festgelegt wird, steht dann noch.

In der Zeitschrift News (Ausgabe 13/2026, veröffentlicht am 27. April 2026, Autorin Kathrin Gulnerits) wird Frank Thelen anlässlich des Open-i-Kongresses in Zürich mit den Worten zitiert: „Drei Unternehmen in diesem Segment sind an dem Punkt, wo das Produkt fertig entwickelt ist. Es fehlt nur noch die Produktion.“ An diesem Satz lässt sich ein Faktencheck festmachen, weil er eine überprüfbare Behauptung über den Entwicklungsstand enthält.

Aus derselben Fundstelle stammen drei weitere Zitate: „Humanoide Roboter werden das größte Produkt der Welt“, „Die nächsten fünf Jahre werden verrückter als wir denken“ und, mit Blick auf den Standort, „Europa reguliert sich zu Tode“. Zum Zeithorizont gibt derselbe Text sinngemäß wieder, das nächste große Ding sei bereits jetzt im KI-Labor zu sehen.

Entscheidend ist, was in dieser Quelle nicht steht. Thelen nennt dort weder einen Herstellernamen noch eine Stückzahl. Er spricht von drei Unternehmen in diesem Segment, nicht von Figure, Optimus oder Unitree. Wer die Aussage prüfen will, muss deshalb selbst bestimmen, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen.

Im geprüften Suchraum mit Stichtag 20. August 2026 ließ sich kein weiterer wörtlicher Beleg für eine Marktreife-Aussage Thelens erschließen; mehrere Social-Media- und Videoseiten aus den Suchergebnissen waren technisch nicht auslesbar, und dieser Beitrag stützt sich deshalb nicht auf sie. Im Ankündigungstext zur Folge #268 des Podcasts {ungeskriptet} vom 27. Januar 2026 heißt es zwar, Frank Thelen sage, die humanoiden Roboter seien fertig, gefolgt von einer Prozentangabe zu Bürojobs. Der Text leitet das mit „Frank Thelen sagt:“ ein, setzt es aber nicht in Anführungszeichen. Ob die Formulierung vom Sprecher oder von der Produktion stammt, ist aus der geprüften Quelle nicht erkennbar, und dieser Beitrag führt sie deshalb nicht als Äußerung Thelens und übernimmt die Zahl nicht.

Was „fertig“ bei einem Roboter bedeuten müsste

Fertig entwickelt klingt nach einem Zustand, den man einer Maschine ansieht. In der Fertigung ist es das nicht. Ein Handhabungsroboter gilt dort als fertig, wenn er an Ihrem Bauteil, in Ihrem Takt und mit Ihrer Ausschussquote läuft — nicht, wenn er das beim Hersteller einmal vorgeführt hat. Zwischen beidem liegen Jahre, und in diesen Jahren steckt praktisch das gesamte Investitionsrisiko.

Damit sich der belegte Satz überhaupt messen lässt, ordnet diese Redaktion den dokumentierten Stand entlang von sechs Stufen ein. Das ist eine eigene redaktionelle Einteilung: keine Industrienorm, keine Behördeneinstufung, kein Prüfverfahren.

Stufe Was sie beschreibt
1 Demonstration vor Publikum oder Kamera
2 Teleoperation oder aufgezeichnete Bewegungsfolge
3 begrenzte Autonomie in einer eng gefassten Aufgabe
4 Industriepilot in einer realen Produktionsumgebung
5 wiederholbar skalierte Anwendung über mehrere Standorte
6 allgemeiner Humanoid, der wechselnde Aufgaben übernimmt

Der zitierte Satz zielt auf die Schwelle zwischen Stufe fünf und sechs, denn wenn ein Produkt fertig entwickelt ist und nur noch die Produktion fehlt, dann ist die Technik durch und der Rest ist Fabrikplanung. Aus den geprüften Herstellerquellen ergibt sich Stufe drei bis vier; bei Unitree weist die Stückzahl Richtung Stufe fünf, ohne dass der Einsatzzweck belegt wäre. Stufe sechs belegt im geprüften Suchraum mit Stichtag 20. August 2026 (im Folgenden kurz: im geprüften Suchraum) keine der Quellen. Wie weit die Bauform allgemein ist, ordnet der was humanoide Roboter allgemein leisten ein.

Sechsstufiges Modell vom Demonstrationsvideo bis zum allgemein einsetzbaren Humanoiden; die geprüften Quellen belegen Stufe drei bis vier, Stufe sechs bleibt unbelegt.
Redaktionelles Modell dieser Redaktion, keine Industrienorm.

Was die Hersteller selbst dokumentieren — geprüft gegen den einen belegten Satz

Was dieser Abschnitt prüft: Er hält fest, was sich zum Stand der vier Systeme belegen lässt — nicht, was die Systeme können. „Nicht belegt“ heißt hier nicht „nicht vorhanden“. Fähigkeiten, die kein öffentliches Dokument ausweist, können trotzdem existieren.

Figure gibt in einer Mitteilung vom 29. April 2026 an, „over 350 of our third generation humanoid robots“ ausgeliefert zu haben, übersetzt: über 350 Roboter der dritten Generation. Wohin sie gehen, beschreibt dieselbe Mitteilung ebenfalls — in interne Forschung und Entwicklung, in die Datensammlung, in Arbeiten an Haushaltsaufgaben und in die Entwicklung kommerzieller Anwendungsfälle. Beides sind Herstellerangaben. Gemessen am Raster ist das Stufe vier. Der Realstatus — der Stand, in dem sich ein System nach der Aktenlage befindet — lautet damit PILOT: in einer realen Umgebung erprobt, aber nicht regulär beschaffbar.

Unitree beziffert die Auslieferungen des Jahres 2025 in einer Klarstellung vom 22. Januar 2026 auf „exceeded 5,500 units“ und die Produktion auf über 6.500 Einheiten, ausdrücklich nur reine Humanoide ohne die zweiarmigen Radroboter. Wie sich diese Stückzahl auf Forschung, Bildung, Unterhaltung und Industrie verteilt, nennt diese Klarstellung nicht. Stückzahlseitig steht das an Stufe fünf, ohne belegten Einsatzzweck; Realstatus IM VERKAUF.

Zu Tesla war im geprüften Suchraum mit Stichtag 20. August 2026 nur der über die Fachpresse referierte Aktionärsbrief zum zweiten Quartal vom 22. Juli 2026 vor. Danach installiert Tesla in Fremont „the first-generation lines for Optimus“, also die Fertigungslinien der ersten Generation. Eine belastbare Angabe zum Ausstoß enthält der geprüfte Stand nicht, weshalb der Realstatus ANGEKÜNDIGT bleibt und die Einordnung bei Stufe drei bis vier.

Boston Dynamics hat die Produktversion des Atlas am 5. Januar 2026 vorgestellt und die Fertigung begonnen. Die Auslieferungen des Jahres 2026 sind vollständig vergeben, an das Robotics Metaplant Application Center von Hyundai und an Google DeepMind; weitere Kunden sind ab 2027 vorgesehen. Die Partnerschaft mit Google DeepMind zur Integration von Basismodellen ist laufende Entwicklung und keine vorhandene Fähigkeit. Das ergibt Stufe vier, Realstatus PILOT, und mehr zum System steht im Profil zu Atlas.

Hersteller Belegter Stand (Quelle, Datum) Reifestufe
Figure 03 über 350 ausgelieferte Geräte der dritten Generation, nach Herstellerangabe intern verteilt (figure.ai, 29.04.2026) · PILOT 4
Unitree Humanoide über 5.500 Auslieferungen 2025, Einsatzzweck nicht ausgewiesen (Herstellerangabe, 22.01.2026) · IM VERKAUF 5 stückzahlseitig
Tesla Optimus Fertigungslinien der ersten Generation in Installation, kein Ausstoß belegt (Aktionärsbrief Q2, 22.07.2026) · ANGEKÜNDIGT 3–4
Boston Dynamics Atlas Produktversion in Fertigung, Auslieferungen 2026 an zwei Abnehmer vergeben (05.01.2026) · PILOT 4

Für Deutschland ließ sich im geprüften Suchraum bei keinem der vier Systeme ein regulärer Vertriebsweg an Industriekunden belegen. Das heißt nicht, dass es keinen gibt, sondern dass keiner dokumentiert ist. Wie es um Verfügbarkeit, Preisrahmen und Beschaffungsweg steht, führt der Beitrag zum Kauf humanoider Roboter.

Wo Thelen richtig liegt

Die Richtung, die er beschreibt, lässt sich belegen — und das ist der ernstzunehmende Teil.

Figure gibt in der Mitteilung vom 29. April 2026 an, die Produktionsrate von einem Roboter pro Tag auf einen pro Stunde gesteigert zu haben, nach eigener Darstellung eine Vervierundzwanzigfachung, bei einer Ausbeute von über 80 Prozent und einer Batterielinie, die mit 99,3 Prozent angegeben wird. Das sind Herstellerangaben ohne unabhängige Prüfung. Es sind aber Kennzahlen aus einer Fertigung und nicht aus einem Labor, und wer selbst schon eine Linie hochgefahren hat, weiß, dass solche Werte nur entstehen, wenn jemand ernsthaft an Prozessen arbeitet.

Auf der Stückzahlseite ist der Sprung noch deutlicher. Über 5.500 ausgelieferte Humanoide in einem Jahr sind eine andere Größenordnung als 150 Einheiten. Tesla, Figure AI und Agility Robotics lieferten nach einer Erhebung von Omdia, die am 19. Januar 2026 in der South China Morning Post referiert wurde, jeweils rund 150 Humanoide aus. Zwischen 150 und 5.500 liegt der Unterschied zwischen Prototypenbau und einer Fertigung mit Lieferkette, und eine solche Fertigung braucht Lieferkette, Ersatzteile und Qualitätssicherung.

Auch der Branchenverband IFR hält die Bauform nicht für eine Modeerscheinung: In einem Positionspapier vom 14. August 2025 heißt es, Humanoide könnten komplexe Aufgaben automatisieren, an denen klassische Programmierung scheitert. Im selben Papier steht jedoch, eine breite Verbreitung als universeller Haushaltshelfer sei kurz- und mittelfristig unwahrscheinlich. Beides gehört zusammengelesen.

Sein Satz „Europa reguliert sich zu Tode“ trifft daneben einen Punkt, der Ihre Planung direkt berührt, denn die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 gilt ab dem 20. Januar 2027 und verlangt für Maschinen mit selbstentwickelndem Verhalten zusätzliche Nachweise. Ob das den Markteintritt bremst oder ordnet, ist eine politische Bewertung. Die Frist selbst steht fest.

Wo aus Fortschritt Hype wird

Am deutlichsten wird die Lücke an dem Industrieeinsatz, der im geprüften Suchraum am ausführlichsten dokumentiert ist. Für den Einsatz eines Figure 02 bei BMW nennt Figure in einer Mitteilung vom 19. November 2025 über 1.250 Stunden Betrieb, über 90.000 eingelegte Teile, einen Beitrag zur Produktion von über 30.000 Fahrzeugen des Typs X3 sowie über 1,2 Millionen Schritte, umgerechnet mehr als 200 Meilen. Alle diese Kennzahlen sind Angaben von Figure; eine Bestätigung durch BMW ist an dieser Fundstelle nicht enthalten und war im geprüften Suchraum nicht auffindbar.

Die Aufgabe war so eng, wie Sie sie aus Ihrer eigenen Halle kennen: Blechteile entnehmen und in Schweißvorrichtungen einlegen. Vorgegeben waren 84 Sekunden für den gesamten Ablauf, davon 37 Sekunden Ladezeit, und das Einlegen musste mit fünf Millimetern Toleranz in zwei Sekunden sitzen. Was der Roboter dort übernommen hat, ist ein Arbeitsschritt in einem Takt — nicht die Tätigkeit eines Mitarbeiters über eine Schicht. Figure nennt dafür eine Vorgabe von 84 Sekunden Gesamtzeit, davon 37 Sekunden Ladezeit, und ein Einlegen mit 5 mm Toleranz in 2 Sekunden.

Wie autonom der Roboter dabei lief, lässt sich aus der Quelle nicht ablesen. Sie nennt für die Eingriffe einen Zielwert — „The goal was zero per shift“, also null Eingriffe pro Schicht — und beziffert das erreichte Ergebnis nicht. Wer eine Anlage abnimmt, kennt den Abstand zwischen einer Vorgabe im Lastenheft und einer gemessenen Verfügbarkeit. Beendet wurde der Einsatz übrigens nicht wegen eines Fehlschlags: Der Roboter kehrte im Rahmen der flottenweiten Ausmusterung in die Zentrale zurück, und die Erkenntnisse flossen nach Herstellerangaben in Figure 03 ein.

Aus einer Produktionszahl wird in der Wiedergabe schnell eine Einsatzzahl. Über 350 ausgelieferte Geräte werden zu 350 Humanoiden in Fabriken, obwohl dieselbe Mitteilung schreibt, wohin sie tatsächlich gehen. Genau an dieser Stelle kippt belegter Fortschritt in eine Erzählung, die kein Dokument trägt.

Der belegte Satz aus der News-Ausgabe beschreibt deshalb einen weiter fortgeschrittenen Stand, als sich derzeit belegen lässt. Über Äußerungen, die im geprüften Suchraum nicht im Wortlaut zugänglich waren, sagt dieser Beitrag nichts.

RobCo und der modulare Gegenentwurf

Neben den Humanoiden gibt es einen zweiten Weg, der einem Mittelständler deutlich näher liegt. Das Münchner Unternehmen RobCo baut modulare Roboter, die sich für unterschiedliche industrielle Abläufe neu zusammensetzen lassen; Fähigkeiten sollen nach Anbieterangaben über Demonstration und Selbstlernen entstehen statt über manuelle Programmierung. Im Januar 2026 wurde eine Series C über 100 Millionen US-Dollar angekündigt, mit Lightspeed und Lingotto als Co-Lead.

Der Gedanke dahinter passt zu dem, was in einer Fertigung wirklich knapp ist. Knapp ist selten die Bauform, knapp sind Integrationszeit und Programmierstunden, und genau dort setzt ein Baukasten an. Wie das Prinzip im Detail funktioniert, steht im Beitrag zu RobCo.

Transparenzhinweis: Frank Thelen ist 2021 über Freigeist in der Series B von RobCo eingestiegen; ob diese Beteiligung heute noch besteht, ist öffentlich nicht dokumentiert. Eine Beteiligung an Figure, Unitree, Boston Dynamics oder Tesla war im geprüften Suchraum nicht ersichtlich. Ein Zusammenhang zwischen der Beteiligung und den geprüften Aussagen wird hier nicht behauptet; aus den geprüften Quellen ergibt sich keiner.

Die Sache mit den Bürojobs

Die Frage aus der Belegschaft ist selten die nach Stückzahlen. Sie lautet, ob das hier Stellen kostet, und sie kommt oft mit einer Prozentzahl im Gepäck.

Diese Zahl stammt aus dem Ankündigungstext einer Podcastfolge und nicht aus einem belegten Wortlaut. Dieser Beitrag übernimmt sie nicht — und stellt ihr auch keine eigene entgegen, weil belastbare Erhebungen zur Arbeitsplatzwirkung humanoider Roboter für diesen Beitrag nicht geprüft wurden. Eine ungeprüfte Zahl richtet in einer Betriebsversammlung mehr Schaden an als gar keine. An welcher Definitionsfrage jede Debatte um eine Steuer auf Roboterarbeit hängt, zeigt die Analyse zur Robotersteuer.

Was sich aus den geprüften Quellen ableiten lässt, betrifft Tätigkeiten, nicht Stellen. Der im geprüften Suchraum am ausführlichsten dokumentierte Industrieeinsatz eines Humanoiden war ein enger Handhabungsschritt an einer Schweißvorrichtung, und er endete mit dem Rückzug der Gerätegeneration. Figure verteilt seine Geräte nach eigener Darstellung intern, und wofür die Unitree-Systeme eingesetzt werden, weist die dortige Klarstellung nicht aus. Auf dieser Grundlage lässt sich über Beschäftigungswirkungen seriös nichts sagen, und das ist die Antwort, die Sie im Zweifel geben können.

Fazit: Was sich belegen lässt und was nicht

Diese Redaktion bewertet den geprüften Stand so: Aus der Robotikforschung ist eine Industrie mit Fabriken, Flotten und Stückzahlen geworden, und wer das früh gesagt hat, lag richtig. Der eine Satz zur Marktreife, der im Wortlaut belegt ist, geht über das hinaus, was diese Unterlagen zeigen.

Für Ihre Planung bis 2029 folgt daraus nichts Dramatisches. Kein Anbieter der vier geprüften Systeme hat im geprüften Suchraum einen dokumentierten Weg, Ihnen 2026 einen Humanoiden in die Halle zu stellen, samt Ersatzteilen, Service und CE-Unterlagen. Die Bauform gehört in die Beobachtung Ihrer Technologieplanung, nicht in die Investitionsliste.

Thelen selbst ist für den 16. und 17. September 2026 mit einer Keynote in Berlin angekündigt; was dort zu belegen wäre, damit aus der Prognose eine Beschaffungsgrundlage wird, haben wir vorab geprüft.

Was in die Liste gehört, kennen Sie ohnehin: die Prozesse, an denen Ihnen heute Stunden verloren gehen. Ob dafür ein Baukasten, ein klassischer Zellenroboter oder ein mobiler Transportroboter passt, entscheidet der Ablauf und nicht die Bauform — und wer sich das genau ansieht, statt der Bauform zu folgen, zahlt am Ende weniger.

Quellen & Stand: news.at zum Open-i-Kongress Zürich · Figure zur Produktion von Figure 03 · Figure zum Einsatz bei BMW · Unitree-Klarstellung zu den Verkaufszahlen 2025 · South China Morning Post mit den Omdia-Zahlen · Boston Dynamics zum neuen Atlas · IFR-Positionspapier zu humanoiden Robotern · Ankündigungstext der Podcastfolge #268. Stand 20. August 2026. Der Beitrag ist redaktionell und ersetzt keine Rechtsberatung. Eine Stellungnahme von Frank Thelen wurde für diesen Beitrag nicht eingeholt; der Beitrag stützt sich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Veröffentlichungen.

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fluxlane Redaktion

Wir prüfen Aussagen über Roboter und Physical AI gegen das, was Hersteller und Behörden selbst dokumentieren — mit Datum, Status und benannter Quelle.

Hat Frank Thelen gesagt, humanoide Roboter seien fertig?

In der Zeitschrift News (Ausgabe 13/2026, veröffentlicht am 27. April 2026, Autorin Kathrin Gulnerits) wird Frank Thelen anlässlich des Open-i-Kongresses in Zürich mit den Worten zitiert: „Drei Unternehmen in diesem Segment sind an dem Punkt, wo das Produkt fertig entwickelt ist. Es fehlt nur noch die Produktion.“ Firmennamen oder Stückzahlen nennt er in dieser Quelle nicht. Weitere wörtliche Belege zur Marktreife ließen sich im geprüften Suchraum nicht erschließen.

Sind Figure, Tesla Optimus und Unitree wirklich fertig entwickelt?

Die geprüften Quellen belegen das nicht. Figure gibt für April 2026 über 350 ausgelieferte Geräte der dritten Generation an und beschreibt sie als intern verteilt, Tesla installiert nach dem Aktionärsbrief vom 22. Juli 2026 erst die Fertigungslinien der ersten Generation, und Unitree beziffert die Auslieferungen 2025 auf über 5.500 Einheiten, ohne dass diese Klarstellung den Einsatzzweck ausweist. Das sind Herstellerangaben, und „nicht belegt“ heißt nicht „nicht vorhanden“.

Was hat der Figure-Roboter bei BMW tatsächlich gemacht?

Nach Angaben von Figure vom 19. November 2025 entnahm ein Figure 02 Blechteile und legte sie in Schweißvorrichtungen ein, mit einer Vorgabe von 84 Sekunden für den Ablauf und fünf Millimetern Toleranz beim Einlegen. Genannt werden über 1.250 Stunden Betrieb und über 90.000 eingelegte Teile. Eine Bestätigung dieser Kennzahlen durch BMW ist an dieser Fundstelle nicht enthalten und war im geprüften Suchraum nicht auffindbar.

Muss ich humanoide Roboter in die Planung bis 2029 aufnehmen?

Als Position in der Investitionsliste derzeit nicht, als Punkt in der Technologiebeobachtung schon. Für keines der vier geprüften Systeme ließ sich im geprüften Suchraum ein regulärer Vertriebsweg an deutsche Industriekunden belegen. Solange Service, Ersatzteile und Konformitätsunterlagen für den regulären Betrieb nicht dokumentiert sind, lässt sich eine Beschaffung nicht kalkulieren.

Was automatisiere ich stattdessen, wenn ich in drei Jahren investieren will?

Sinnvoll ist der Blick auf die Abläufe, in denen heute Stunden verloren gehen, statt auf die Bauform. Dafür kommen klassische Zellenroboter, kollaborative Arme, mobile Transportroboter oder modulare Baukästen in Frage, je nachdem wie oft sich das Bauteil ändert. Wer den Ablauf genau vermisst, bevor er die Technik wählt, zahlt am Ende weniger, weil die Integration und nicht das Gerät den Großteil der Kosten ausmacht.

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