Fp Robotics Lio Serviceroboter

Healthcare-Robotik · Hersteller-Profil

F&P Robotics und der Lio: Serviceroboter für Klinik und Labor

Stand 10. August 2026 · Lesezeit 12 Minuten · Hersteller-Profil

Kurz gesagt: Der Lio ist ein mobiler Serviceroboter mit kollaborativem Arm der Schweizer F&P Robotics. Er navigiert autonom, transportiert Laborproben und begleitet Menschen in Pflege und Klinik. Am Universitätsspital Basel fuhr er nach Herstellerangaben über 1.000 km autonom. In Deutschland läuft der Vertrieb über Ostertag DeTeWe. F&P Robotics ist 2025/2026 nachweislich aktiv. Wer den größeren Rahmen sucht, findet bei uns auch, was einen Serviceroboter im Gesundheitswesen ausmacht.

Was der Lio ist

Der Lio ist kein humanoider Roboter, sondern ein mobiler Serviceroboter. Auf einer fahrenden Basis sitzt ein einzelner kollaborativer Arm. Genau diese Kombination macht ihn im Markt ungewöhnlich, denn er kann fahren und greifen, nicht nur das eine oder das andere.

Sein Platz ist die Pflege, die Klinik und das Labor. Er transportiert Gegenstände, erinnert an Termine und kann Menschen ansprechen. In der Pandemie kam er nach Herstellerangaben auch zur Desinfektion und Temperaturmessung zum Einsatz. Gedacht ist er für den Stationsflur und den Laborgang, nicht fürs Wohnzimmer.

Beim Lio lohnt sich ein nüchterner Blick. Vieles, was Sie dazu finden, stammt noch aus den Jahren 2019 und 2020. Wir gehen hier vom aktuellen Stand aus, also von 2025 und 2026. Alte Zahlen zeigen, wo der Lio herkommt, nicht, wie er heute läuft.

Die mobile Basis ist der belegte Kern des Lio. Sie navigiert autonom durch Flure, Türen und geteilte Räume. Dafür kombiniert der Roboter nach Herstellerangaben LiDAR, Ultraschall und Kameras. Aus diesen Daten baut er sich selbst eine Karte der Umgebung.

Diese Sensorfusion ist der übliche Weg autonomer Serviceroboter. LiDAR liefert die Distanz, Ultraschall fängt nahe Hindernisse ab, die Kameras liefern den Kontext. Am Ende steht ein Roboter, der Menschen ausweicht und seine Route anpasst. Wie ein autonomer mobiler Roboter grundsätzlich funktioniert, ordnen wir im Überblick zu autonomen mobilen Robotern ein.

Die konkreten Fahrwerte bleiben aber offen. Reichweite, Akkulaufzeit, Gewicht und maximale Traglast sind öffentlich nicht belegt. Deshalb tragen wir diese Angaben nicht als Fakt ein. Ein Datenblatt ist nur so gut wie seine Quellenlage.

Der kollaborative Arm

Der Arm hebt den Lio von reinen Transportrobotern ab. Ein kollaborativer Roboterarm ist darauf ausgelegt, sicher neben Menschen zu arbeiten. Bei Kontakt soll er stoppen, statt stur weiterzudrücken. Genau das ist die Voraussetzung für den Einsatz in belebten Fluren.

Mit diesem Arm kann der Lio Objekte greifen und bewegen. Nach Herstellerangaben bedient er Schubladen oder Türen und reicht Gegenstände an. Damit erledigt er Aufgaben, an denen ein fahrender Schrank scheitert. Der Arm ist der eigentliche Unterschied zu Transportwagen auf Rädern.

Trotzdem ist Zurückhaltung angebracht. Wie zuverlässig das Greifen im Dauerbetrieb läuft, ist unabhängig kaum belegt. Manipulation unter echten Klinikbedingungen bleibt technisch anspruchsvoll. Wir schreiben dem Arm deshalb keine feste Erfolgsquote zu.

Sprachsystem und LioGPT

Der Lio kann sprechen und auf Ansprache reagieren. Für die nächste Stufe arbeitet F&P Robotics an LioGPT. Dahinter steckt eine Sprachinteraktion auf Basis großer Sprachmodelle. Partner ist das Schweizer Forschungsinstitut Idiap.

LioGPT ist ausdrücklich ein Projektstand, kein fertiges Serienmerkmal. Es steckt Stand 2025 noch in Forschung und Entwicklung. Ob und wie viel davon lokal oder in der Cloud läuft, ist nicht sauber belegt. Für Datenschutz und Freigaben ist genau diese Frage entscheidend.

Da lohnt sich eine klare Trennung. Dass der Lio heute spricht, ist belegt. Ein frei formulierendes Sprachmodell im Regelbetrieb ist er deshalb aber nicht. Wer LioGPT für eine fertige Funktion hält, verwechselt Projekt und Produkt.

Die Firma F&P Robotics

Hinter dem Lio steht die F&P Robotics AG aus Glattbrugg bei Zürich. Gegründet wurde das Unternehmen 2014. Für ein so junges Feld ist das eine solide Firmenhistorie. F&P Robotics ist damit kein reines Start-up-Experiment.

Die Aktivität lässt sich belegen, nicht nur behaupten. Das Handelsregister weist einen Stand vom 15. November 2024 aus. Publikationen laufen nach den Registerdaten bis ins Jahr 2026. Damit ist F&P Robotics 2025 und 2026 nachweislich aktiv.

Diese Prüfung klingt nach Formsache, ist aber entscheidend. Im Netz kursiert viel Veraltetes aus 2019 und 2020. Ein Anbieter, der noch existiert und liefert, ist etwas ganz anderes als ein eingestelltes Projekt. Genau das fragen Klinik-Entscheider zuerst.

Referenz Universitätsspital Basel

Der stärkste aktuelle Beleg ist der Einsatz am Universitätsspital Basel. Dort übernahm der Lio den autonomen Labor- und Probentransport. Über einen Zeitraum von 217 Tagen fuhr er nach Herstellerangaben mehr als 1.000 km autonom. Die Zuverlässigkeit lag laut F&P Robotics bei über 99 %.

Zusätzlich nennt der Hersteller für dieses Projekt einen ROI-Wert von 0,78. Das ist eine Kennzahl aus einer Herstellerangabe, kein testiertes Betriebsergebnis. Wir geben sie mit Quelle und Status wieder, ohne sie zu überhöhen. Herstellerzahlen sind Bestangaben, keine unabhängigen Prüfergebnisse.

Auf den Stand dieser Zahlen kommt es an. Wir nutzen den Basel-Stand von November 2025. Ältere Zwischenstände aus dem Frühjahr 2025 mischen wir bewusst nicht dazu. So bleibt die Referenz sauber datiert und nachvollziehbar.

Rehaklinik Zihlschlacht seit 2019

Ein früher Einsatzort ist die Rehaklinik Zihlschlacht in der Schweiz. Dort ist der Lio nach Herstellerangaben seit Mai 2019 im Einsatz. Das zeigt, dass die Plattform nicht neu und ungetestet ist, sondern eine mehrjährige Feldpräsenz vorweisen kann.

Diese Zahl trägt aber nur begrenzt. Der Start 2019 belegt die Herkunft, nicht den heutigen Betriebsumfang. Ob und in welcher Form der Einsatz dort aktuell weiterläuft, ist damit nicht gesagt. Wir lesen die Angabe als Historie, nicht als Ist-Stand.

Gerade bei älteren Referenzen lohnt diese Trennung. Ein Startdatum belegt einen Beginn, keine ununterbrochene Nutzung über Jahre. Für die Reife zählt der aktuelle Basel-Fall mehr als der Verweis auf 2019. Alte Datumsangaben sind Kontext, kein Beweis für heute.

Lio als Trainingsinstrument an der MHH

Ein deutscher Bezug führt an die Medizinische Hochschule Hannover. Dort wird der Lio nach Herstellerangaben als Trainingsinstrument in der Pflegeausbildung genutzt. Angehende Pflegekräfte lernen so den Umgang mit einem Serviceroboter. Das ist ein Ausbildungs-Setting, kein Stationsregelbetrieb.

Dieser Unterschied ist wichtig. In einem Trainingszentrum probt man Umgang und Akzeptanz unter geschützten Bedingungen. Das belegt nicht, dass der Roboter im Klinikalltag Pflegekräfte ersetzt. Wer beides vermischt, verwechselt Lehrbetrieb mit Versorgungsbetrieb.

Statushinweis: Trainingsinstrument ≠ produktiver Regelbetrieb. Der MHH-Einsatz zeigt Ausbildung und Erprobung, keine feste Roboterflotte am Krankenbett. Belege für breiten Versorgungseinsatz in Deutschland liegen nicht vor.

Was wirklich autonom läuft

Beim Wort autonom lohnt eine genaue Grenzziehung. Wirklich autonom ist beim Lio vor allem die mobile Navigation. Der fahrende Transport von A nach B ist der belegte autonome Kern. Basel zeigt das nach Herstellerangaben über die 217 Tage und die 1.000 km deutlich.

Manipulation und Sprachdialog liegen auf einer anderen Stufe. Das Greifen mit dem Arm läuft assistiert und aufgabenspezifisch, nicht frei autonom. Der Sprachteil rund um LioGPT ist Projektstand, kein Serienmerkmal. Autonom heißt hier fahren, nicht denken oder frei handeln.

So getrennt betrachtet steht der Lio anders da als in der Marketing-Erzählung. Ein Roboter, der zuverlässig transportiert, stiftet bereits realen Nutzen. Ein selbstständiger Ersatz für Pflegekräfte wird er dadurch aber nicht. Transport bleibt Transport, bis unabhängige Belege mehr zeigen.

Was belegt ist und was offen bleibt

Die folgende Tabelle bündelt die Faktenlage. Sie trennt belegte Werte von Herstellerangaben und offenen Punkten. Als gesichert gilt nur, was in der Status-Spalte als belegt steht.

Lio navigiert selbstständig zum Transportziel und übergibt mit seinem Greifarm eine definierte Ablage.
Lios belastbarste Autonomiefunktionen liegen in Navigation, Hindernisvermeidung und A-zu-B-Transport. Armaufgaben, Übergaben und Dialogfunktionen bleiben konfigurations- und einsatzabhängig; eine allgemeine autonome Pflege ist nicht belegt. Quellen: F&P Robotics und Medizinische Hochschule Hannover; geprüft am 05.09.2026. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Keine authentische Aufnahme des genannten Produkts oder Unternehmens; Fakten und Einordnung redaktionell geprüft.
Merkmal Wert Quelle Jahr Status
Hersteller F&P Robotics AG, Glattbrugg/Zürich, gegr. 2014 moneyhouse.ch 2026 aktiv · PRIMÄR
Firmenstatus Register-Stand 15.11.2024, Publikationen bis 03/2026 moneyhouse.ch 2026 aktiv · PRIMÄR
Navigation LiDAR + Ultraschall + Kameras, autonome Kartierung fp-robotics.com/products/lio 2026 belegt · PRIMÄR
Manipulation ein kollaborativer Roboterarm (Greifen/Reichen) fp-robotics.com 2026 belegt · PRIMÄR
Sprach-KI LioGPT (LLM) mit Idiap Idiap × F&P 2025 Projekt/PILOT · sekundär
Basel-Referenz 217 Tage, >1.000 km autonom, >99 % Zuverlässigkeit, ROI 0,78 fp-robotics.com News 2025 Herstellerangabe
Payload/Reichweite/Akku/Gewicht öffentlich nicht belegt — 2026 k. A. · nicht belegt
DE-Vertrieb Ostertag DeTeWe Partner/Presse 2026 belegt · sekundär
DE-Referenz MHH Hannover (Pflegeausbildung/Training) fp-robotics.com Research 2026 PILOT · PRIMÄR

Die Tabelle zeigt ein reiferes Bild als bei vielen Humanoiden. Firmenaktivität, Navigation und die Basel-Referenz sind belegt oder gut attribuiert. Offen bleiben die harten Datenblatt-Werte wie Traglast und Akkulaufzeit. Diese Lücke benennen wir ehrlich, statt sie zu erfinden.

Lio im Wettbewerb

Der Lio steht nicht allein im Feld der Laborrobotik. Um ihn einzuordnen, hilft ein neutraler Blick auf reale Alternativen. Fremd-Werte erfinden wir dabei nicht. Wo etwas nicht belegt ist, steht der Status offen.

System Herkunft Formfaktor / Einsatz Status
F&P Robotics Lio Schweiz mobil + kollaborativer Arm; Transport, Erinnerung, Interaktion im Feld, DE via Ostertag DeTeWe
URG uLab Mobile Deutschland (Bochum) mobiler Laborroboter, Probenhandling neu positioniert nach Insolvenz-Pivot 2025
Tecan Fluent / Hamilton STAR Schweiz / US-CH fixe Liquid-Handling-Workstation, kein Fahren etabliert, Massenmarkt
Aethon TUG / Zena RX USA (ST Engineering) fahrender Transport-Schrank, kein Arm Marktführer Wagen-Transport

Die Tabelle macht die eigentliche Trennlinie sichtbar. Tecan und Hamilton sind fixe Pipettierstationen mit hohem Durchsatz. Die Probe kommt zu ihnen, sie fahren nicht selbst. Aethons TUG fährt zwar autonom, hat aber keinen Arm zum Greifen.

Genau dazwischen sitzt der Lio. Er verbindet mobilen Transport mit einem kollaborativen Arm. Damit passt er weder in die feste Laborautomation noch zu den reinen Transportrobotern. Genau diese Kombination aus Fahren und Greifen ist seine Stärke, und sie fällt auf den ersten Blick leicht durchs Raster. Zur Einordnung hilft Ihnen die Übersicht, wie Labore heute automatisiert arbeiten.

Der nächste Herausforderer kommt aus Deutschland. Die United Robotics Group bietet mit uLab Mobile einen mobilen Laborroboter an. Das Portfolio wurde 2025 nach einem Insolvenz-Pivot neu auf Healthcare ausgerichtet. Der europäische Wettbewerb im mobilen Laborsegment wächst damit spürbar.

Laborrobotik: das europäische Stärkefeld

Der Lio profitiert von einem klaren Markttrend. Diagnostik- und Laborrobotik war 2024 das am schnellsten wachsende Serviceroboter-Segment. Nach IFR-Zahlen legte es um 610 % zu. Treiber war vor allem Europa.

Dieser Boom sitzt bei den mobilen Einheiten, nicht bei den fixen Stationen. Es wachsen die fahrenden Roboter für Transport und Beschickung, nicht die etablierten Pipettierautomaten. Genau in diese Lücke stoßen Lio und uLab Mobile. Was die fixen Stationen dagegen leisten und woran sich ihre Auswahl entscheidet, steht im Überblick zu automatisierten Dosiersystemen. Sie ergänzen die fixen Workstations, sie lösen sie nicht ab.

Anders als bei der Klinik-Logistik ist Laborrobotik ein europäisches Stärkefeld. Tecan und Hamilton sitzen in der Schweiz, F&P Robotics ebenso, URG in Deutschland. Bei fahrenden Klinik-Kurieren dominieren dagegen US-Anbieter. Für den Lio ist die europäische Herkunft ein Vertriebs- und Nähe-Vorteil.

Den Nachfragedruck liefert der Personalmangel. Bis 2049 fehlen in Deutschland je nach Szenario 280.000 bis 690.000 Pflegekräfte. Der Bedarf steigt nach Destatis von 1,62 Mio. auf rund 2,15 Mio. Kräfte. Dieser Druck ist das stärkste Argument für Serviceroboter, ersetzt aber keinen Wirtschaftlichkeitsnachweis.

Deutschland: Vertrieb und Einsatz

Für Deutschland fällt der Befund positiver aus als bei US-Humanoiden. F&P Robotics ist eine Schweizer Firma mit aktivem deutschem Vertrieb. Der Partner dafür ist Ostertag DeTeWe. Damit gibt es einen realen Beschaffungsweg, nicht nur einen Pilot im Ausland.

Ein konkreter deutscher Einsatzort ist die MHH Hannover. Dort läuft der Lio als Trainingsinstrument in der Ausbildung. Das ist ein belegter DE-Bezug, aber kein Massenmarkt. Realistisch bewegt sich der Lio in Deutschland im Bereich einzelner Einrichtungen.

Preise nennen wir bewusst nicht als Fakt. Öffentlich belegte, aktuelle Verkaufspreise mit Quelle und Datum liegen nicht vor. Ein Preisschild ohne Beleg wäre irreführend. Kosten und Modelle klären Sie direkt über den Vertriebspartner. Wie Roboter generell in Pflegeeinrichtungen ankommen, ordnen wir im Beitrag zu Robotern in der Pflege ein.

Recht: MDR, CE und Datenschutz

Ein autonomer Roboter im Klinikflur berührt mehrere Regelwerke. Je nach Funktion fällt er unter das CE-Recht und die EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Deren Pflichten greifen ab dem 20. Januar 2027. CE ist dabei eine Herstellererklärung, kein Gütesiegel.

Der Sprachteil bringt weitere Regeln ins Spiel. Ein LLM-Dialog wie bei LioGPT berührt den EU AI Act und die DSGVO. Bei einer möglichen Cloud-Anbindung sind Artikel 9 und 35 DSGVO relevant. Wo die Daten verarbeitet werden, ist beim Lio öffentlich nicht sauber belegt.

Offen ist auch der Medizinprodukt-Status. Eine medizinnahe Zweckbestimmung kann die MDR auslösen. Ob der Lio als Medizinprodukt eingestuft ist, geht aus den Quellen nicht hervor. Wir formulieren das konditional und geben keine Rechtsberatung. Mehr zum digitalen Umfeld finden Sie im Beitrag zu KI im Krankenhaus.

Grenzen und offene Specs

Zur Ehrlichkeit gehören die Lücken. Traglast, Reichweite, Akkulaufzeit und Gewicht des Lio sind öffentlich nicht belegt. Diese Kernwerte fehlen für einen harten Leistungsvergleich. Wir erfinden sie nicht, nur damit die Tabelle voller wirkt.

Auch die Autonomie hat klare Grenzen. Belegt ist vor allem der autonome Transport, nicht die freie Manipulation. Der Arm arbeitet assistiert, das Sprachmodell ist Projektstand. Ein selbstständiger Pflegeroboter ist der Lio damit nicht.

Und Referenzzahlen gehören sorgfältig datiert. Die Basel-Werte sind Herstellerangaben mit Stand November 2025. Der Zihlschlacht-Einsatz ab 2019 ist Historie, kein aktueller Betriebsbeleg. Wer diese Marker mitliest, bekommt ein realistisches Bild.

Einordnung

Der Lio steht auf festerem Boden als viele Humanoide im Rampenlicht. F&P Robotics ist aktiv, der autonome Transport ist belegt, und Basel liefert eine sauber zugeordnete Referenz. Vieles darüber hinaus bleibt Herstellerangabe oder Projektstand.

Seine Stärke ist die Nische zwischen zwei Welten. Er verbindet fahrenden Transport mit einem greifenden Arm. Damit liegt er zwischen fixer Laborautomation und reinen Transport-Robotern. In einem europäisch geprägten, stark wachsenden Laborsegment ist das eine gute Position.

Für Deutschland bleibt das Bild realistisch. Es gibt einen Vertriebsweg über Ostertag DeTeWe und einen deutschen Bezug an der MHH, aber keinen Massenmarkt. Rechtlich spielen Maschinenverordnung, EU AI Act, DSGVO und womöglich die MDR mit hinein. Unterm Strich ist der Lio ein ernstzunehmender, aktiver Anbieter, doch eine Referenz ist noch kein Regelbetrieb.

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fluxlane Redaktion

Neutrale Einordnung zu Service- und Gesundheitsrobotern mit Fokus auf den deutschen Markt, klaren Status-Angaben und quellenbelegten Zahlen. Wie wir arbeiten und Quellen prüfen.

Was macht der Lio-Roboter?

Der Lio ist ein mobiler Serviceroboter mit kollaborativem Arm. Er navigiert autonom, transportiert Laborproben und Gegenstände, erinnert an Termine und bietet soziale Interaktion. Belegt ist vor allem der autonome Transport; die Manipulation läuft assistiert.

Ist F&P Robotics noch aktiv?

Ja. Die F&P Robotics AG aus Glattbrugg bei Zürich wurde 2014 gegründet und ist nachweislich aktiv. Der Handelsregister-Stand datiert auf den 15. November 2024, Publikationen laufen bis 2026. Veraltete Netz-Infos aus 2019 und 2020 spiegeln nicht den aktuellen Stand.

Wo ist Lio im Einsatz?

Nach Herstellerangaben unter anderem am Universitätsspital Basel für autonomen Probentransport und in der Rehaklinik Zihlschlacht seit Mai 2019. In Deutschland dient er an der MHH Hannover als Trainingsinstrument in der Pflegeausbildung. Das sind Referenzen und Ausbildung, kein flächiger Regelbetrieb.

Was fährt Lio autonom?

Autonom ist vor allem die mobile Navigation über LiDAR, Ultraschall und Kameras. In Basel fuhr der Lio nach Herstellerangaben über 217 Tage mehr als 1.000 km autonom. Das Greifen mit dem Arm und der Sprachdialog laufen assistiert beziehungsweise als Projektstand, nicht frei autonom.

Ist Lio in Deutschland verfügbar?

Ja, über einen Vertriebspartner. F&P Robotics ist eine Schweizer Firma, der deutsche Vertrieb läuft über Ostertag DeTeWe. Ein belegter DE-Einsatzort ist die MHH Hannover. Ein Massenmarkt ist das nicht; realistisch geht es um einzelne Einrichtungen.

Nutzt Lio ChatGPT?

Nicht als fertige Funktion. F&P Robotics arbeitet mit dem Institut Idiap an LioGPT, einer Sprachinteraktion auf Basis großer Sprachmodelle. Das ist Stand 2025 ein Forschungs- und Projektstatus, kein Serienmerkmal. Ob die Verarbeitung lokal oder in der Cloud läuft, ist nicht sauber belegt.

Was kostet Lio?

Ein öffentlich belegter, aktueller Verkaufspreis mit Quelle und Datum liegt nicht vor. Deshalb nennen wir keinen Preis als Fakt. Kosten und Modelle klären Sie direkt über den deutschen Vertriebspartner Ostertag DeTeWe.

Wie unterscheidet sich Lio von Tecan oder Hamilton?

Tecan und Hamilton bauen fixe Liquid-Handling-Workstations mit hohem Durchsatz; die Probe kommt zum Gerät. Der Lio fährt dagegen selbst durchs Labor und transportiert Proben zwischen Stationen. Er ersetzt die fixen Stationen nicht, sondern ergänzt sie mit Fahren und Greifen.

Ist Lio ein Medizinprodukt?

Das ist aus den öffentlichen Quellen nicht belegt. Eine medizinnahe Zweckbestimmung kann die MDR auslösen; der Status ist offen. Autonomer Transport berührt CE und die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ab 20. Januar 2027, der Sprachdialog den EU AI Act und die DSGVO. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Quellen & Stand: moneyhouse.ch (Firma F&P Robotics AG, Gründung 2014, Register-Stand 15.11.2024, aktiv), fp-robotics.com/products/lio (Navigation, Arm, Funktionen), fp-robotics.com News (Basel: 217 Tage, >1.000 km, >99 %, ROI 0,78 — Herstellerangabe, Stand Nov 2025), fp-robotics.com/de/lio-in-rehaklinik-zihlschlacht (Einsatz seit Mai 2019), fp-robotics.com Research (MHH Hannover, Training), Idiap × F&P (LioGPT, Projektstand 2025), Partner/Presse (DE-Vertrieb Ostertag DeTeWe), ifr.org, World Robotics 2025 World Robotics 2025 (Labor-/Diagnostik-Mobilrobotik +610 % 2024), destatis.de PM Nr. 033 vom 24. Januar 2024 (Pflegekräftelücke 280.000–690.000, Bedarf 1,62→2,15 Mio.), unitedrobotics.group (URG uLab Mobile, Healthcare-Pivot 2025), Herstellerangaben von Tecan, Automata und Hamilton zur fixen Laborautomation. Herstellerwerte sind Bestangaben und an der Primärquelle zu prüfen. Payload, Reichweite, Akkulaufzeit und Gewicht sind öffentlich nicht belegt. Diese Einordnung ist redaktionell und keine Kauf-, Anlage- oder Rechtsberatung. Stand: 10. August 2026.

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