Devanthro Robody Teleoperation

Pflege- & Assistenzroboter · Hersteller-Profil

Devanthro und der Robody: teleoperierter Pflegeroboter im Check

Stand 10. August 2026 · Lesezeit 12 Minuten · Hersteller-Profil

Kurz gesagt: Devanthro baut mit dem Robody einen humanoiden Roboter aus München. Er hat eine fahrbare Basis statt Beine und wird zunächst von Menschen per VR ferngesteuert. Dabei sammelt er Daten, um einzelne Aufgaben schrittweise zu automatisieren. Devanthro selbst nennt Vollautonomie in Wohnungen ausdrücklich „noch Jahre entfernt“. 2025 lief Robody nach Herstellerangaben an über zwölf Pflegeorten. Wenn Sie erst mal verstehen wollen, was so eine Bauform überhaupt ausmacht, lesen Sie bei uns, was einen humanoiden Roboter ausmacht.

Was der Robody ist

Sie wollen einordnen, was hinter dem Münchner Projekt Robody steckt und wie weit es ist. Der Robody ist ein humanoider Roboter des Münchner Unternehmens Devanthro, rund 1,65 m groß und etwa 60 kg schwer. Statt zu laufen, rollt er auf einer fahrbaren Basis durch die Wohnung. Sein Zweck ist die Assistenz in der Pflege, vom Getränk ans Bett bis zu einfachen Handgriffen.

Der Robody ist heute kein autonomer Pflegeroboter, der selbstständig entscheidet. Er wird überwiegend von einem entfernten Menschen gesteuert, der per VR-Brille in ihm „steckt“. Die künstliche Intelligenz assistiert dabei, ersetzt den Menschen aber nicht.

Diese Grenze zieht sich durch alles Weitere. Wer den Robody als fertigen Ersatz für eine Pflegekraft liest, verwechselt Ziel und Stand — Devanthro steckt in Feldtests und frühen Pilot-Einsätzen, nicht im Regelbetrieb.

Fahrbare Basis statt Beine

Der Robody hat keine Beine, sondern eine fahrbare Basis mit Differentialantrieb. Der Oberkörper mit Kopf und zwei Armen sitzt auf dieser rollenden Plattform, und für das Wohnumfeld ist das die pragmatische Wahl.

Beine wären technisch aufwendiger und im Alltag riskanter. Ein stürzender zweibeiniger Roboter in einer Seniorenwohnung ist ein echtes Sicherheitsproblem, eine rollende Basis dagegen stabiler, günstiger und leichter zu beherrschen. Der Preis dafür sind Treppen und hohe Schwellen, die eine Fahrplattform nicht überwindet.

Diese Wahl passt zur Grundhaltung von Devanthro. Nicht die maximale Show, sondern der belastbare Nutzen im Haushalt steht im Vordergrund, und ein Roboter, der sicher rollt und greift, hilft mehr als einer, der spektakulär läuft.

Die Technik: Arme, Sensorik, Compute

Die eigentliche Arbeit machen die beiden Arme. Jeder Arm hat sechs Freiheitsgrade und trägt nach Herstellerangaben rund 1,5 kg Nutzlast. Damit lassen sich Flaschen, Becher oder leichte Gegenstände greifen und reichen. Für schwere Hebearbeiten am Menschen ist diese Traglast bewusst nicht ausgelegt.

Als Rechenplattform nennt Devanthro einen Nvidia Jetson Orin, als Software-Basis dient ROS2, der verbreitete Standard in der Forschungsrobotik. Zum Bediener hin sind 5G und WiFi 6 vorgesehen; diese Kombination soll die Teleoperation auch über normales Heim-Internet tragen.

Sensorik und Kameras liefern dem entfernten Bediener das Bild aus der Wohnung. Er sieht, hört und handelt durch den Roboter, als stünde er selbst im Raum. Die KI übernimmt Teilschritte und stabilisiert Bewegungen, doch wie viel sie pro Aufgabe wirklich selbst erledigt, beziffert Devanthro nicht.

Technische Daten im Überblick

Nicht jeder dieser Werte ist ein unabhängig geprüfter Fakt, vieles ist Herstellerangabe im Pilotstadium. Einen Verkaufspreis finden Sie bewusst nicht, weil es keinen offenen Verkauf gibt.

Merkmal Wert Quelle Jahr Status
Höhe ca. 1,65 m devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Gewicht ca. 60 kg devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Arme 2× 6-DoF, je ca. 1,5 kg Nutzlast devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Fortbewegung fahrbare Basis (Differentialantrieb), keine Beine devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Compute / Software Nvidia Jetson Orin, ROS2 devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Funk 5G / WiFi 6 devanthro.com/technology 2026 PILOT · PRIMÄR
Glass-to-glass-Latenz unter 200 ms (Heim-Internet) devanthro.com/technology 2026 Herstellerangabe
Pilot-Einsätze 2025 über 12 Pflegeorte, 50+ Use-Cases devanthro.com 2026 PILOT · Herstellerangabe
Vollautonomie in Wohnungen laut Devanthro „noch Jahre entfernt“ devanthro.com/technology 2026 Roadmap · PRIMÄR
DE-/EU-Verfügbarkeit kein Stückverkauf; Zugang über Teleoperations-Service, Pilotstadium Recherche 08/2026 2026 Negativbefund · nicht frei verfügbar

Das ist eine Momentaufnahme, kein Datenblatt eines Serienprodukts. Die Maße und die Arm-Spezifikation sind Primärwerte von der Technik-Seite, Latenz und Einsatzzahlen dagegen Herstellerangaben aus dem Pilotbetrieb. Der Autonomie-Anteil pro Aufgabe bleibt offen und wird hier nicht als Prozentwert erfunden.

Teleoperation per VR

Ein VR-Operator steuert Robody über eine Netzwerkverbindung bei einer definierten Aufgabe im Wohnraum.
Robody wird aus der Ich-Perspektive teleoperiert; Bewegungen werden auf den Roboter übertragen und die Einsätze liefern Trainingsdaten für schrittweise Autonomie. Die typische Ende-zu-Ende-Latenz unter 200 Millisekunden ist eine Herstellerangabe. Quelle: Devanthro; geprüft am 05.09.2026. KI-generierte Illustration (Symbolbild). Keine authentische Aufnahme des genannten Produkts oder Unternehmens; Fakten und Einordnung redaktionell geprüft.

Der Robody wird teleoperiert. Ein Mensch setzt eine VR-Brille auf und übernimmt die Sicht und die Hände des Roboters. Er blickt durch dessen Kameras und bewegt dessen Arme wie seine eigenen. Aus der Ferne betreut er so einen Menschen in dessen Wohnung.

Damit sich das natürlich anfühlt, muss die Verzögerung niedrig bleiben. Devanthro nennt eine Glass-to-glass-Latenz von unter 200 ms über normales Heim-Internet. Bei diesem Wert reagieren Bild und Bewegung ohne störenden Versatz, und das ist die Voraussetzung, damit ein Bediener sicher greifen und reichen kann.

Der Mensch bleibt also die ganze Zeit in der Schleife. Ein entfernter Betreuer kann über Schichten mehrere Roboter nacheinander bedienen. Das skaliert Personal, statt es zu ersetzen, und macht Nachtdienste anders planbar. Wenn Sie die Grundlagen solcher verkörperter Systeme interessieren, finden Sie bei uns Kontext zu Physical AI und ihren Bausteinen.

Teleoperation zuerst, Autonomie später

Devanthro setzt bewusst zuerst auf Teleoperation und erst später auf Autonomie. Der Mensch steuert, während der Roboter jede Bewegung als Trainingsdaten aufzeichnet. Aus diesen Daten soll die KI mit der Zeit einzelne Aufgaben selbst übernehmen.

Autonome Manipulation im unaufgeräumten Wohnraum ist bis heute nicht gelöst, ein ferngesteuerter Roboter dagegen schon jetzt nützlich und sicher genug für Feldtests. So entsteht Nutzen, bevor die volle Autonomie überhaupt existiert.

Bei Teleoperation zuerst arbeitet der Roboter, während der Mensch verantwortlich bleibt. Autonomie wächst schrittweise pro Aufgabe, nicht als großer Schalter. Devanthro verkauft damit keine Zukunftsverheißung, sondern einen belegbaren Zwischenschritt.

Die Firma Devanthro und Roboy

Devanthro ist ein Robotik-Unternehmen aus München. Es ist aus dem bekannten Forschungsprojekt Roboy hervorgegangen, einem muskulär-skelettalen Roboter. Aus dieser Herkunft stammt die Erfahrung mit menschenähnlichen Antrieben und Körpern, und der Robody ist die pflegeorientierte Weiterentwicklung dieser Linie.

Die Firmendaten selbst widersprechen sich. Als Gründungsjahr kursieren sowohl 2018 als auch 2023. Auch bei der Person an der Spitze gibt es unterschiedliche Nennungen, etwa Hostettler und Kharchenko. Wir halten diese Punkte deshalb neutral.

Fürs Produkt selbst ist das zweitrangig, es bleibt ein deutsches Unternehmen mit realen Pilot-Einsätzen. Die Roboy-Wurzel erklärt die technische Kompetenz, ist aber kein Reifebeweis. Ob der Robody trägt, entscheiden Feldtests und Belege, nicht die Gründungslegende.

Der Demenz-Case 2026

2025 und 2026 rückte ein konkreter Anwendungsfall in den Vordergrund. Der Robody wurde in Haushalten mit älteren und teils dementen Menschen getestet, ein entfernter Bediener konnte reichen, erinnern und einfach da sein. Das klingt nach Zukunft, ist aber ein eng begrenzter Pilotversuch.

Betreuung fand hier durch einen fernsteuernden Menschen statt, nicht durch einen autonomen Roboter. Der Robody war das Werkzeug, nicht die handelnde Person. Eine Zusage, dass ein Roboter Demenzkranke selbstständig betreut, lässt sich daraus nicht ableiten.

Gerade bei verletzlichen Gruppen gehört das klar gesagt. Ein Pilot zeigt Machbarkeit und Interesse, aber keine Dauerlösung über Monate. Was heute funktioniert, ist teleoperierte Assistenz unter Aufsicht; einen breiten Regelbetrieb in der Demenzpflege belegt der Case nicht. Mehr zu Einsatzfeldern finden Sie in unserem Überblick zu Robotern in der Pflege.

Das Teleskoop-Projekt

Im Teleskoop-Projekt lief ein teleoperierter Roboter über 23 Tage in einem realen Haushalt. Das Vorhaben trugen unter anderem das FZI und die Charité-Geriatrie. Die Förderung durch das BMBF lag bei rund 690.000 Euro (BMBF-Fördersumme, 2025).

23 Tage im echten Wohnalltag zeigen, wo Teleoperation trägt und wo sie hakt — mehr als jede Studioshow. Solche Daten fließen zurück in die Entwicklung der nächsten Generation. Genau so wächst der Autonomie-Anteil, den die KI später übernehmen kann.

Trotzdem bleibt es ein Forschungsprojekt, kein Produktnachweis. Ein einmaliger Feldtest über gut drei Wochen ist keine Serienreife. Er belegt Machbarkeit und liefert Erkenntnisse, mehr nicht. Diese Grenze gehört klar benannt, damit aus einem Pilot keine falsche Verfügbarkeit wird.

Robody im Wettbewerb

Der Robody steht nicht allein. Teleoperierte und humanoide Pflege ist stark deutsch und europäisch geprägt, im Kontrast zur US-Dominanz bei der Klinik-Logistik.

System Herkunft Ansatz Reifegrad/Status
Devanthro Robody München, DE Teleoperation-first per VR, Mensch-im-Loop, fahrbare Basis; Autonomie schrittweise Pilot / frühe Feldtests (12+ Orte 2025)
GARMI (TUM Geriatronik / MIRMI) Garmisch, DE Forschungs-Humanoid, ca. 1,6 m, zielt auf zunehmende Autonomie, teils Sprach-KI Forschungsplattform, kein Produkt
temi (Robotemi) IL / US fahrbare Telepräsenz mit Tablet, keine Manipulation; einfache Vorstufe Marktverfügbar; Pflege ist ein Feld von vielen
FZI Teleskoop-Konsortium DE avatar-/telepräsenzbasierte Pflegeforschung, Robody als Plattform Gefördertes Forschungsprojekt, kein Serienbetrieb

Sie unterscheiden sich vor allem in der Autonomie-Realität. Devanthro setzt bewusst auf den fernsteuernden Menschen, GARMI bleibt eine Laborplattform mit Autonomie-Ziel. temi ist die einfachste Stufe, reine Telepräsenz ohne Arme. Alle drei belegen dieselbe Wahrheit über den Reifegrad des Feldes.

Auf einer Hersteller-Seite lesen Sie diese Wahrheit selten. „Humanoide Pflege“ ist 2026 kein autonomes Produkt, sondern Teleoperation. Ein Mensch steuert aus der Ferne, die KI assistiert und lernt mit. Das ist keine Schwäche von Devanthro, sondern der ehrliche Stand der ganzen Branche.

Reifegrad ehrlich betrachtet

Der Robody ist ein belegtes Pilotprodukt mit realen Feldtests in Deutschland. Er ist kein autonomer Pflegeroboter und kein frei kaufbares Gerät.

Maße und Arm-Spezifikation sind Primärwerte, Latenz und Einsatzzahlen sind Herstellerangaben. Das Teleskoop-Projekt liefert 23 Tage Feldtest, aber keinen Dauerbetrieb. Der Autonomie-Anteil pro Aufgabe ist offen und wird nicht beziffert.

Das ist kein Vorwurf, sondern der normale Stand eines jungen Feldes. Devanthro geht damit offener um als viele Anbieter mit spektakulären Demos, und genau diese Haltung macht den Robody als Fallbeispiel interessant.

Deutschland: Pflegepartner und Erstattung

Für Deutschland fällt der Befund gemischt aus. Devanthro ist deutsch, mit deutschen Pflegepartnern und realen Pilot-Einsätzen im Land, und das ist mehr DE-Nähe, als viele US-Humanoide bieten können. Einen offenen Stückverkauf gibt es dennoch nicht, der Zugang läuft über den Teleoperations-Service.

Der größere Engpass ist die Finanzierung. Deutschland hat mit dem Fachkräftemangel das stärkste Nachfrage-Argument der Welt. Laut Destatis fehlen bis 2049 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegekräfte. Der Bedarf steigt von 1,62 Mio. (2019) auf rund 2,15 Mio. Kräfte, ein Plus von 33 %.

Diesem Bedarf steht aber keine klare Erstattungsbrücke gegenüber. Das SGB XI erstattet über § 40 Pflegehilfsmittel und über § 40a digitale Pflegeanwendungen. Diese Wege zielen bislang auf Hilfsmittel und Software, nicht auf teleoperierte Roboter. Ob und wie ein System wie der Robody erstattet wird, ist offen und hier nicht behauptet.

Recht: DSGVO, Haftung, AI Act

Ein teleoperierter Roboter in einer Privatwohnung wirft ernste Rechtsfragen auf. Er überträgt Video und Audio aus dem intimsten Raum an einen entfernten Bediener. Damit sind die DSGVO und besonders die Datenschutz-Folgenabschätzung nach Art. 35 berührt. Wer hier streamt, muss Zwecke, Zugriffe und Löschung sauber regeln.

Hinzu kommen Haftung und Produktsicherheit. Greift ein ferngesteuerter Arm daneben, stellt sich die Frage nach Verantwortung und Produkthaftung. Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 gilt ab dem 20.01.2027 und verlangt je Funktion eine Konformitätsbewertung. Ein CE-Zeichen ist dabei eine Herstellererklärung, kein Gütesiegel.

Auch der EU AI Act ist einschlägig, sobald KI mitsteuert und Daten auswertet. Diese Hinweise sind Einordnung, keine Rechtsberatung. Datenschutz und Haftung entscheiden mit darüber, ob solche Systeme in den Alltag dürfen.

Grenzen: warum keine Vollautonomie

Devanthro zieht die klarste Grenze selbst. Vollautonomie in Wohnungen sei „noch Jahre entfernt“, heißt es vom Unternehmen. Diese Selbstauskunft ist ehrlicher als jedes Autonomie-Versprechen der Konkurrenz und erklärt, warum Teleoperation heute der einzig belastbare Weg ist.

Technisch liegt das an der Manipulation in unstrukturierten Räumen. Jede Wohnung ist anders, jeder Griff ein neues Problem für die KI. Menschen lösen das mühelos, autonome Roboter scheitern hier bis heute. Deshalb bleibt der Mensch im Loop, während die KI Aufgabe für Aufgabe dazulernt.

Der Robody nimmt einer Pflegekraft heute keine Schicht ab, er verschiebt Präsenz. Ein entfernter Mensch kann über den Roboter da sein, wo sonst niemand wäre. Das ist wertvoll, aber es ist Assistenz mit menschlicher Steuerung, keine autonome Pflege. Wie sich das Feld insgesamt entwickelt, ordnen wir im Überblick zu Pflegerobotern und ihrem Reifegrad ein.

Einordnung

Der Robody ist ein deutscher Pflege-Humanoid mit fahrbarer Basis und zwei Armen. Er läuft in realen Pilot-Einsätzen, gesteuert von Menschen per VR. Seine Stärke ist die ehrliche Teleoperation, seine Grenze die fehlende Autonomie.

Für Deutschland gibt es echte DE-Nähe und reale Feldtests, aber keinen offenen Verkauf und keine geklärte Erstattung. Der riesige Pflegebedarf trifft auf eine schwache Finanzierungsbrücke für Hardware, und diese Lücke ist der eigentliche Engpass, nicht die Technik allein.

Der Robody ist ein ernstzunehmender, ehrlicher Zwischenschritt. Er zeigt, dass humanoide Pflege 2026 Teleoperation heißt, nicht Autonomie. Wer das versteht, liest Demos anderer Anbieter kritischer. Ankündigung bleibt eben nicht Verfügbarkeit, und ein Pilot ist kein Regelbetrieb.

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fluxlane Redaktion

Neutrale Einordnung zu Service- und Pflegerobotern und Physical AI — mit Fokus auf den deutschen Markt, klaren Status-Angaben und quellenbelegten Zahlen. Wie wir arbeiten und Quellen prüfen.

Ist der Robody autonom oder ferngesteuert?

Überwiegend ferngesteuert. Ein Mensch steuert den Robody per VR-Brille aus der Ferne, die KI assistiert und lernt dabei mit. Devanthro nennt Vollautonomie in Wohnungen selbst „noch Jahre entfernt“. Ein autonomer Pflegeroboter ist er heute nicht.

Hat der Robody Beine?

Nein. Der Robody rollt auf einer fahrbaren Basis mit Differentialantrieb, der Oberkörper mit zwei Armen sitzt darauf. Das ist für das Wohnumfeld sicherer und günstiger als Beine. Treppen und hohe Schwellen überwindet die Fahrplattform allerdings nicht.

Was kann der Robody in der Pflege?

Er kann reichen, greifen und über einen entfernten Bediener präsent sein. Jeder Arm hat sechs Freiheitsgrade und trägt nach Herstellerangaben rund 1,5 kg. Für schwere Hebearbeiten am Menschen ist er nicht ausgelegt. Betreuung erfolgt durch den steuernden Menschen, nicht autonom.

Wer steuert den Roboter?

Ein entfernter Mensch mit VR-Brille. Er sieht durch die Kameras des Roboters und bewegt dessen Arme wie die eigenen. Über Schichten kann ein Bediener mehrere Roboter nacheinander betreuen. Das skaliert Personal, statt es zu ersetzen.

Wo wird der Robody getestet?

In realen Pilot-Einsätzen in Deutschland. 2025 lief der Robody nach Herstellerangaben an über zwölf Pflegeorten mit mehr als 50 Anwendungsfällen. Im Teleskoop-Projekt lief ein teleoperierter Roboter 23 Tage in einem echten Haushalt, gefördert vom BMBF. Das sind Feldtests, kein Regelbetrieb.

Kann der Robody Demenzkranke betreuen?

Nur teleoperiert und im Pilotstadium, nicht autonom. In Tests hat ein fernsteuernder Mensch über den Roboter gereicht, erinnert und Präsenz gezeigt. Der Roboter war dabei das Werkzeug, nicht die handelnde Person. Eine autonome Betreuung von Demenzkranken ist damit nicht zugesagt und heute nicht belegt.

Wie hoch ist die Latenz?

Devanthro nennt eine Glass-to-glass-Latenz von unter 200 ms über normales Heim-Internet. Bei diesem Wert reagieren Bild und Bewegung ohne störenden Versatz. Das ist eine Herstellerangabe aus dem Pilotbetrieb. Für die Verbindung sind 5G und WiFi 6 vorgesehen.

Ist der Robody in Deutschland verfügbar?

Nicht als frei kaufbares Gerät. Devanthro ist ein Münchner Unternehmen mit deutschen Pflegepartnern und realen Pilot-Einsätzen. Einen offenen Stückverkauf gibt es aber nicht, der Zugang läuft über den Teleoperations-Service im Pilotstadium. Stand ist die Recherche vom August 2026.

Was unterscheidet den Robody von GARMI?

Der Robody setzt bewusst auf Teleoperation, ein Mensch steuert aus der Ferne. GARMI aus der TU-München-Geriatronik ist eine Forschungsplattform, die auf zunehmende Autonomie zielt und kein Produkt ist. Beide sind deutsch und belegen: Humanoide Pflege ist 2026 Teleoperation oder Forschung, nicht Serienautonomie.

Zahlt die Pflegekasse für den Robody?

Das ist offen und nicht belegt. Das SGB XI erstattet über § 40 Pflegehilfsmittel und über § 40a digitale Pflegeanwendungen, primär Hilfsmittel und Software. Ob teleoperierte Pflegeroboter darüber finanziert werden, geht aus den Quellen nicht hervor. Eine „Kasse zahlt Roboter“-Aussage lässt sich daraus nicht ableiten.

Wie sich Teleoperation, Shared Autonomy und Remote Assistance unterscheiden und woran man erkennt, wie viel Mensch im autonomen Betrieb steckt, klärt ein eigener Beitrag.

Quellen & Stand: devanthro.com/technology (Robody-Specs: 1,65 m, 60 kg, 2× 6-DoF, Jetson Orin, ROS2, 5G/WiFi 6, Latenz unter 200 ms, Autonomie „years away“), devanthro.com (12+ Pflegeorte, 50+ Use-Cases 2025) und interestingengineering.com (Teleoperation, VR/5G), www.fzi.de (Teleskoop-Projekt: 23 Tage Feldtest, 690.000 Euro BMBF-Fördersumme 2025, FZI + Charité-Geriatrie, 23.01.2025), tum.de und mirmi.tum.de (GARMI, ca. 1,6 m; ein Startjahr nennen die zitierten Seiten nicht), Destatis PM Nr. 033 vom 24. Januar 2024 (Pflegekräfte-Lücke 280.000–690.000, Bedarf 1,62 auf 2,15 Mio., +33 %), sozialgesetzbuch-sgb.de (§ 40 / § 40a SGB XI, DiPA). Herstellerwerte sind Angaben aus dem Pilotstadium; Gründungsjahr (2018 vs. 2023) und Geschäftsführung (Hostettler vs. Kharchenko) sind widersprüchlich und hier neutral gehalten. Der Autonomie-Anteil pro Aufgabe wird bewusst nicht beziffert. Diese Einordnung ist redaktionell und keine Kauf-, Anlage- oder Rechtsberatung. Stand: 10. August 2026.

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